
„Ich hätte ja anders gewählt, aber der Kandidat der etablierten Partei hat unserer Mannschaft Fußbälle, die wir dringend benötigt haben, gesponsert. Und er war so sympathisch. Den konnte man echt wählen.“
So etwas und ähnliches gibt es immer nach der Wahl, wenn man nachhakt.
Ein „wunderschönes“ Argument ist auch: „Wenn die kleine Partei nicht drankommt, habe ich meine Stimme verschenkt. Dann wähle ich doch lieber eine große Partei.“
Ebenso wird diese Scheinargumentation aufgegriffen und zur Rechtfertigung noch weitergesponnen und ausgebaut.
„Wenn ich eine kleine Partei wähle und die nicht drankommt, kommt nachher die Partei an die Regierung, die ich nicht gewollt habe. Ich wähle lieber taktisch.“
Wenn man die CDU nicht an der Regierung haben will, wählt man SPD oder FDP oder die Grünen. Die Linke ist ja auch neuerdings „wählbar“, zumindest zum Protest. Die kommen ja sowieso nicht an die Macht, und so hat man dann „ein Zeichen gesetzt“. Die CDU geht ja mit den Linken nicht zusammen, also hat man die CDU verhindert, die Regierung zu bilden.
Die CDU bildet dann eben mit der FDP die Regierung oder mit der SPD.
Man wollte zwar nicht die CDU an der Regierung haben, aber man hat „taktisch“ gewählt.
Nicht jede „Taktik“ klappt. Und die Politiker machen sowieso, was sie wollen.
Im Jahre 2005 haben viele „taktisch“ gewählt.
Damit die SPD – Schröder war der Übeltäter. – nicht wieder an die Regierung kommt, hat man dann CDU gewählt, „taktisch“ also, nur um zu verhindern, dass die SPD nicht wieder drankommt.
In der Realität ist der Schuss nach hinten losgegangen – Koalition aus CDU und SPD.
Viele haben auch die FDP gewählt, um indirekt die CDU zu unterstützen. Aber nicht nur deswegen, sondern auch als Ausrede: „Ich habe die CDU nicht gewählt. Es konnte ja niemand wissen, dass die CDU und FDP koalieren und dass die CDU die FDP sooo unter Druck setzt.“
Aufwachen, Deutschland!
Die vorige Regierung aus SPD und CDU hat im Großem und Ganzen die Misere der Schröder-Regierung fortgesetzt.
Die Weltwirtschaftskrise geht um sich, und man kann eben nichts machen.
Leere Kassen geben nichts her.
Und was Schröder in zwei Legislaturperioden verhunzt hat, kann die CDU zusammen mit der SPD auch nicht aus den Dreck ziehen. Die Minister und Abgeordneten, die fast die gleichen waren, wie beim vorigen Mal, sind ja nicht schuld, denn sie gaben sich größte Mühe – MdB =? Minister durch Brieftasche! – und ziehen JETZT den Karren aus den Dreck, mit vereinten Kräften!
Altlasten!
Und die nächste Regierung, also 2009 bis 2013, muss erstmal die „Misere der Vorgängerregierung“, an der sie in „keinster Weise beteiligt“ war, aufarbeiten und das geht nicht in vier Jahren, auch nicht in acht oder zwölf oder …
Kleine Parteien, die sich für informelle Selbstbestimmung einsetzen, kann man also nicht wählen, weil sie ja nix bewirken.
Man hat es ja gesehen bei den PIRATEN.
Die haben ja nur zwei Prozent geholt.
Für die Abnicker, Ja-Sager und Wähler der „etablierten“ Parteien war es klar:
„Gut, dass ich die PIRATEN nicht gewählt habe, die haben ja sowieso nur zwei Prozent geholt. Ich habe ja immer gesagt, dass die nicht die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.“
1 Kommentar zu „Argumente, die Etablierten doch unterstützt zu haben“
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Wenn nicht so viele *Schlaue* genau so argumentiert und gewählt hätten wäre die Partei der Piraten über die 5%-Hürde gekommen und hätten einige Politiker in ihre Schranken weisen können. Auch die Nichtwähler sagen das geiche, nur um ihre Bequemlichkeit zu rechtfertigen.