
Es gibt Personen, die ihr ganzes Leben verplanen, d.h. sie stellen sich genau vor, wie ihr Leben verlaufen soll.
Sie nehmen sich vor, die und die Schule zu absolvieren, dann z.B. Lehramt zu studieren und in Folge dessen eine Anstellung zu finden.
Da das klappen wird, kann man eine Frau kennenlernen, die noch so und so aussehen und die und die Eigenschaften haben muss. Es wird geheiratet, dann stehen Kinder ins Haus etc. etc.
„Und dann trinke ich mir einen Whisky.“
„Beflügelt“ von den sehr guten Noten in der Schule hat man alle Wege offen.
Diese sehr guten Noten – fast nur Einsen auf dem Zeugnis – kann man nur dadurch erzielen, dass man den ganzen Tag zuhause im Zimmer sitzt und auswendiglernt.
Abgeschottet von der realen Welt liest man zum x-ten Male die gleichen Texte durch, merkt sich die Gliederung, den Aufbau und die Struktur.
Nicht nach links oder rechts schauen!
Die Kontrolle der kontrollierten Kontrolle läuft dabei wie eine Unendlichschleife ab.
Man war ja Schulbester – Klassenbester sowieso – und muss das sich selbstgesteckte Ziel halten, immer der Beste zu sein, fernab der Realität.
Alle, die einem sagen, man könne nicht das ganze Leben durchplanen, sind „Idioten“.
Anstatt auf deren Lebenserfahrung zurückzugreifen, stellt man die Ohren auf Durchzug und nickt nur arrogant.
Man nickt auch alleine schon deshalb, damit man mit den „Idioten“, die ja sowieso keine Ahnung haben, nicht diskustieren muss.
Spaß haben ist für das planerische Gehirn Gift und zerstört nur die sich zusammenphantasierte Zukunft.
Man kann ja seine Zukunft nur verwirklichen, wenn man lernt und sich immer wieder selber kontrolliert.
Man könnte ja einen Fehler machen und der könnte sich negativ auf die geplante Zukunft auswirken.
Wenn man „Besuch aus der Ferne“ bekommt, begrüßt man ihn nur ganz kurz, hört nicht wirklich zu, sondern rezitiert das gerade Gelesene und geht auf sein Zimmer zurück.
Die nächste Klassenarbeit bzw. Klausur kommt bestimmt irgendwann, und es immer sehr gut, sehr gut vorbereitet zu sein.
Steht mal keine Prüfung an, prüft man sich eben selber und lernt und lernt und lernt.
Zwanghaft!
Dem Besuch verspricht man das Blaue vom Himmel, doch die Versprechen sind schnell vergessen.
Vergessen nicht, nicht so wichtig, dass man sie halten muss, denn schließlich geht das Lernen vor – und das ist die Zukunftsplanung!
Das muss doch der Besuch und alle anderen Personen verstehen!
Aber!
Zusage, die einem gemacht wurden, werden unumwunden eingefordert, immer und immer wieder.
Die anderen haben ja nichts zu tun, denn sie lernen ja nicht.
Im Gegensatz einem haben sie Zeit ohne Ende, die sie gefälligst dazu nutzen sollen, ihre Versprechen einzulösen.
Und dann kommt irgendwann die Zeit, wenn man nachhakt und gesagt bekommt, dass Wünsche nicht erfüllt werden können, weil keine Gegenleistung kommt.
Welche Gegenleistung?
Man hat zwar im „Durchzugs-Modus“ etwas zugesagt, aber es ist keine Zeit für Gegenleistung vorhanden – Lernen ist das wichtigste!
Schließlich geht es um die eigene Zukunft, und die Lebensplanung könnte ja aus den Fugen geraten, wenn man Zeit mit Lächerlichem verplempert.
Und man schaltet wieder auf Durchzug. Die Beschwerden der anderen sind der eigenen zusammenphantasierten Realität absolut fern und kommen auch nicht an, sollen nicht ankommen.
Was erdreisten sich die anderen auch, zu glauben, man habe Zeit für sie?!
Man füllt selbst das ganze Universum aus – ist das Universum!
Irgendwo ist etwas wenig Platz für die anderen, für die Staubkörner!
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