Blockieren

Bei vielen sozialen Online-Netzwerken – z. B. Facebook, Twitter, Google Plus – gibt es die Möglichkeit, Benutzer zu blockieren. Dies ist im Grunde genommen dazu da, jemanden von sich fernzuhalten, der sehr aufdringlich ist, pöbelt, beleidigt etc.

Bei Facebook kann im Prinzip jeder jedem eine persönliche Nachricht (ähnlich wie E-Mails) schicken. Das hat nichts damit zu tun, ob man mit dieser Person befreundet ist oder nicht.
Wenn jemand nicht aufhört zu bedrängen etc., kann man ihn im schlimmsten Fall blockieren. 

Bei Facebook funktioniert dies sehr rigoros, denn die betreffende Person ist weder zu sehen, noch kann man sie kontaktieren und in die andere Richtung natürlich auch nicht.
Dieser Blockier-Mechanismus – nicht nur bei Facebook – hat allerdings eine Form angenommen, bei der man nur noch den Kopf schüttelt.

Informations‑ und Meinungskontrolle!

Bei Facebook ist es so eingerissen, dass man jemanden blockiert, wenn man in einer Diskussion nicht weiterkommt. Dies kann den einfachen Grund haben, jemanden nicht von seiner Meinung überzeugen zu können oder zu merken, er teilt nicht die Bedenken des anderen.
Man blockiert jedem, dessen Meinung einem nicht passt, denn so kann man in seiner eigenen „heilen Welt“ weiter agieren, ohne dass einem andere in die Quere kommen.

Bei Twitter ist das Blockieren nicht so rigoros.
Jemand veröffentlicht z.B. etwas. Einem anderen gefällt dies nicht. Er wettert dagegen und blockiert danach seinen Gegner. Dieser hat dann keine Chance mehr zu antworten, weil dies nicht ankommt.
Wenn man die Person sucht, kann man seine Beiträge noch sehen.
Man blockiert so den Austausch untereinander.

Was anfangs gut gemeint war, nämlich sich gegen penetrante Leute oder Werbung zu schützen, ist leider in die völlig falsche Richtung gegangen.

Bei Facebook und neuerdings bei Twitter ist diese Handhabe leider so eingerissen, dass man sich fragt, ob man es mit einem sozialen oder unsozialen Netzwerk zu tun hat.

 

Bildquelle : Pixelio.de/Rookie 3D


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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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