
Vor einiger Zeit, am 23. Mai 2007, wurde hier ein Artikel über „Kupfermatten gegen Erdstrahlung“ veröffentlicht.
Auf Sylvester 2009 las eine Person diesen Beitrag und hinterließ einen Kommentar.
Dieser soll nun analysiert werden, denn er bietet ein Paradebeispiel, wie Esoteriker aus Luft „Argumente“ formen.
Liebe Mitmenschen, ich suche Informationen in Sachen Erdstrahlung.Vorweg:habe wissenschaftliche Vorbildung und esoterische Erfahrungen. Ich lebe in beiden Welten und versuche aufmerksam zu sondieren was aus meiner Sicht Sinn macht. Mein Mann ist krebskrank geworden, rausgerissen aus einem überaus „gesunden“ Leben.Er hat im höchsten Masse ein Multiples Myelom, nie geraucht, nie gesoffen, nur Arbeit an der frischen Luft weit weg von Industrie usw. 2–3 Liter Wasser am Tag, Apfelessig, 3 Äpfel vom eigenen Garten ohne Chemie, kaum Fleisch und ein Leben für und mit den geliebten Pferden Pferden Pferden – so wie wir es gewollt haben. Mein Mann konnte ohne es gelernt zu haben schwerkranken Katzen durch Hände auflegen Linderung verschaffen und er konnte mit einem Stück Kupferdraht im Boden verlaufende Leitungen finden – zig Mal bewiesen bei unseren 30 Jahre langen Baumassennahmen in 3 Ländern auf 4 Gehöften und sehr nützlich beim Graben von tiefen Löchern ohne eine Leitung zu treffen, perfekt zwischen durch (ist über Zufallswerte hinaus, habe auch mal Statistik studiert) Also nur was die Wissenschaft momentan nicht nachweisen kann muss noch lange nicht nicht existieren. Vor 1000 Jahren konnte man auch nicht berechnen wieviel Tage eine bemannte „Rakete“ braucht bis zum Mond, und doch ist es möglich – wäre auch schon damals möglich gewesen wenn die Menschen seinerzeit mehr Wissen gehabt hätten. Dennoch bin ich keine blinde Esoterik Maus – habe nur schon einige „Wunder“ erleben dürfen deren Erkläung wohl erst später zu Verfügung stehen werden. Wir müssen nun das Schlafzimmer wechseln und ausgerechnet in diesem Zimmer gibt es von meinem Mann demonstriert einige Ausschläge der Rute. Was soll das nun bedeuten? Probleme oder nicht? Betten drüber oder nicht? Matten kaufen oder Quatsch??? Also, gibt es denn „neutrale“ Erfahrungen? Mein Mann ist definitiv „sensitiv“ – wie kann ich ihm helfen? Bin über jeden Hinweis dankbar! Sabine
Bezeichnend ist, dass Sabine Corso, die Kommentatorin, sagt, sie habe wissenschaftliche Vorbildung, gleichzeitig aber esoterische Erfahrung.
Dies ist ein Widerspruch in sich selbst.
Esoterik ist ein Luftbläschen aus sich selbst-beweisenden Theorien, wird aber von dessen Anhängern mit Wissenschaften gleichgestellt.
In den Wissenschaften ist alles immer nachvollziehbar und nachweisbar.
Wenn man einen Versuch A mit Materie B unter Voraussetzung Ⅽ fährt, wird wie immer das Ergebnis Ⅾ herauskommen und nicht etwas Anderes.
Dies ist aber bei der Esoterik nicht so.
Als Beispiel seien „Horoskope“ genannt.
Die „Weissagung“ A mit Person B unter Voraussetzung C, hat nicht nur das Ergebnis D, sondern soviele, dass dafür die Buchstaben nicht ausreichen.
Die Ausreden sind dann die „Nebenaspekte“ wie weitere Voraussetzungen Ⅽ1, Ⅽ2 … Ⅽn, die von manchen „Astrologen“ nicht beachtet werden und weswegen dann eben statt Ergebnis Ⅾ Ergebnis E herauskommt.
Dies muss aber nicht unbedingt bei verschiedenen „Astrologen“ so sein, sondern kann auch einer „Astrologin“ selbst passieren, wenn sie mehrmals für Person B unter Voraussetzung Ⅽ verschiedene Ergebnisse erhält.
Das kann sogar solchen „Super-Astrologinnen“ wie Hanna Winter passieren.
Man steckt eben nicht drin!
Mein Mann konnte ohne es gelernt zu haben schwerkranken Katzen durch Hände auflegen Linderung verschaffen und er konnte mit einem Stück Kupferdraht im Boden verlaufende Leitungen finden – zig Mal bewiesen bei unseren 30 Jahre langen Baumassennahmen in 3 Ländern auf 4 Gehöften und sehr nützlich beim Graben von tiefen Löchern ohne eine Leitung zu treffen, perfekt zwischen durch (ist über Zufallswerte hinaus, habe auch mal Statistik studiert)
Mal davon abgesehem, dass der Mann schwerkrank war, was nicht ins Lächerliche gezogen werden soll, sind die „Tatsachen“ doch sehr engbegrenzt.
Es mutet eher an wie ein Science-Fiction-Film über Mutanten bzw. Superhelden, die an sich Superkräfte entdecken.
Der Comic-Held „Roter Blitz“ – im Original „Flash“ – hatte einen Unfall, bei dem er sich mit einer Chemikalie benetzte, und seitdem fast lichtschnell laufen kann.
Im Prinzip ein Schicksalsschlag, der aber dennoch gut ausging, weil man so zum „Mutant“ geworden ist.
Oder „Wild Fire“, ebenfalls ein Superheld bzw. Mutant, der einen Unfall in einem Reaktor hatte, und nun „wildes Feuer“ – „wild fire“ – aus Materie und Anti-Materie versprühen kann.
Ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem multiplen Myelom, auch monoklonale Gammopathie genannt, und der Superkraft „Heilung durch Handauflegen“ gibt, ist nicht klar genug umrissen, und lässt weiten Spielraum für Spekulationen zu wie alles bei der Esoterik.
Auch die Superkraft bzw. „seherische Fähigkeit“ bzw. „außersinnliche Wahrnehmung“, Leitungen (mit oder ohne) Kupferdraht in weiter Tiefe zu „erkennen“, birgt Staun-Potenzial.
Eine andere Frage ist, ob man lernen kann, wie man Katzen durch Handauflegen heilen kann.
Und warum funktioniert es nur bei Katzen?
Warum kann „Flash“ nur schnell laufen und nicht wie „Wild Fire“ Feuer versprühen?
Mit so einer Superkraft könnte man sich als Super-Mediziner selbstständig machen.
Wenn sich herumspräche, welchen Erfolg man hätte, wäre man Millionär oder noch mehr!
Wer weiß, vielleicht ist es wie in den Superhelden-Comics!
Sie führen ein Privatleben, dass sie von dem erfolgreichen Superhelden, „perfekt“ abschirmen. Keiner weiß, wer sie sind.
Aber zurück zu dem Kommentar!
Es gibt natürlich „Beweise“. In diesem Fall eine dreißig Jahre lange Erfahrung, auf vier Gehöften.
Warum es gerade drei Länder sind, kommt wohl daher, weil im Volksglaube alle guten Dinge drei sind.
Und natürlich ist dies alles kein Zufall, weil die Betrachterin Statistik studiert hat und dies mehr als Zufall ist.
Neu ist, dass in Statistik Zufälle definiert werden können!
Die Entwicklung geht immer weiter – „Panta rei.“ – „Alles fließt.“!
Nun kommt eine „Schlussfolgerungskette“, die für die Esoterik in allen möglichen „Diskussionen“ und „Betrachtungen“ benutzt wird.
Also nur was die Wissenschaft momentan nicht nachweisen kann muss noch lange nicht nicht existieren. Vor 1000 Jahren konnte man auch nicht berechnen wieviel Tage eine bemannte Rakete braucht bis zum Mond, und doch ist es möglich – wäre auch schon damals möglich gewesen wenn die Menschen seinerzeit mehr Wissen gehabt hätten.
Der erste Satz ist ein Freud’scher Versprecher, der, wenn man die Verneinung löscht, bedeutet, dass nur das existiert, was nachweisbar ist.
„Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit euch träumen lässt“, polterte Shakespeares Hamlet gegen den Geist der Aufklärung. Nun muss jedem Wissenschaftler klar werden, dass die Aufklärung ja gut und schön ist, aber es noch Erfindungen und Entdeckungen gibt, die man noch nicht kennt.
Jetzt kommt der Zirkelschluss der „wissenschaftlichen Betrachtung“ der Esoteriker.
Schon vor langer Zeit hätte man berechnen können, wie lange eine Rakte zum Mond gebraucht hätte.
Mit der Einschränkung, wenn man schon das Wissen dazu gehabt hätte.
Ramses II., Pharao von Ägypten, hätte vor knapp drei bis viertausend Jahren, einen Laptop haben können und damit die Geschicke seines Landes retten können.
Er hätte auch ausrechnen können, wie lange eine Rakete zum Mond gebraucht hätte.
Der Knackpunkt ist allerdings die Ursache!
Ist Ramses Laptop oder die Rakete die Ursache? Oder die Berechnung schlechthin?
Hätte Ramses mit einer Rakete zum Mond fliegen können, wenn er einen Laptop gehabt hätte?
Oder hätte er gewusst, dass er die Flugzeit der Rakete hätte berechnen können?
Welche Rolle spielt jetzt eigentlich der Laptop?
Und der Konjunktiv – die Möglichkeitsform?
Keine!
Es sind alles nur Spekulationen, nichts Handfestes!
Aufgeblasenes Vakuum, das nie existiert hat und wird – ein Widerspruch in sich selbst.
Man hat das Nicht-Existente gesehen, aber kann es eben nicht erklären.
Es ist aber vorhanden, obwohl es nicht greifbar ist.
Dann vertröstet man sich eben selber und hofft darauf, dass alles irgendwann erklärbar ist.
Das hat Ramses Ⅱ. in seinem stillen Kämmerlein bestimmt auch gedacht!
„Wenn es doch Rechenmaschinen gäbe, dann könnte ich das Land besser analysieren und besser verwalten“, dachte sich Ramses Ⅱ. bestimmt jeden Tag, „doch leider sind wir noch nicht soweit.“
Der Kommentar von Sabine Corso ein Paradebeispiel für die „esoterische Argumentation“.
Irgendwie ist alles vorhanden und auch spürbar.
Die Ursachen werden mit den Wirkungen verquirlt.
Dazu packt man ein bisschen „Noch-Nicht-Wissen“.
Hinzu kommt „Wunderglaube“ und man hat für jedes „unerklärbare Phänomen“ eine Erklärung, eine absolut abwegige zwar, aber für Naivlinge zumindest „plausibel“.
Vor allem können auch Personen mit niedrigem Bildungsstand wild argumentieren, und es passt immer!





















