labrador-traurig

Da sitzt er nun ganz alleine, der kleine, fünf Wochen alte Labrador-Mischling und winselt auf dem Balkon.
Und niemand hört und will ihn im Dunkeln hören.
Vor allem nicht seine (sein neues Rudel).

Der Welpe hatte zusammen mit seinen Geschwistern und der Mutter in einem Erdmulde gelebt.
Weil es so eng war, sind schon vier seiner Geschwister gestorben bzw. von der Mutter totgetreten worden.
Dann nahm sich ein Tierschutzverein der Hunde an.
Diese entschieden, der Mutter die zwei noch lebenden Welpen wegzunehmen, weil zu befürchten war, dass diese auch stürben.
So kam der Welpe von Griechenland nach , weil sich Adoptiveltern fanden.

Sein neues Rudel – seine Familie – wollte schon seit längerem einen Hund und war auf diesen Welpen gestoßen.

Nun lebt der kleine Hund bei „seinen“ Menschen in Deutschland.
Diese haben sich aber etwas ganz anderes vorgestellt, wie wir hörten. Sie wollten einen Wachhund haben, der nachts in einen Zwinger gesperrt werden sollte. 
Und so behandeln sie den kleinen Hund nun.

Tagsüber darf er in die Wohnung, ist bei „seinen“ Menschen, seinem Rudel, doch wenn die Menschen ins Bett wollen, wird der Hund ausgesperrt. Er kommt mit etwas Wasser und Futter auf den Balkon. Die Tür wird verriegelt, die Rollade geschlossen.
So ist der Hund in einem Zustand der Verstoßenheit.

Diese „Hundebesitzer“ haben kein bißchen recherchiert, wie Hunde ticken und wie man sie behandeln muss.

Der kleine Labrador-Mischling ist gerade von seiner Mutter weg, dazu noch in der Fremde, bei fremden Leuten.

Er weiß nachts nicht mehr, was ihm gechieht.

Wenn es nach uns ginge, würde man den neuen „Besitzern“ den Welpen wegnehmen!


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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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