In Gedenken

Werner Kleber, der Vater von Glühwürmchen

Ein Grab, ein Kreuz, eine Zahl,
das einzige, was noch an Dich erinnert!

Du warst mein Held, mein Hero aus den Kindertagen,
doch was wusste ich von Dir?

Lass ich alles Revue passieren,
so muss ich eingestehen, es ist nicht viel,
was ich über Dich schreiben kann.

Nie hast Du geschimpft,
nie ein böses Wort verloren,
egal, was wir angestellt haben.

Doch was wusstest Du über uns,
nicht viel!

Weißt Du, wie sehr ich Dich für Deinen unerschrockenen Optimismus bewundert habe?
Für Dich gab es immer einen Morgen danach,
egal, was für ein Schicksalsschlag kam.

Warum hast Du mir nicht ein klein wenig davon beigebracht,
und ihn mir auf meinen Lebensweg mitgegeben?

Du warst mit Mama verheiratet,
doch lebtet Ihr beiden Euer eigenes Leben!

Warst Du zufrieden mit Deiner Ehe?
Diese Frage hätte ich Dir noch so gerne gestellt!

Doch wie ich Dich kenne, hättest Du das bejaht!

Manchmal denke ich bei mir,
Du hast in Deiner Traumwelt gelebt,
eine, die es nie gab!

Die wüsten Beschimpfungen Deiner Frau,
uns gegenüber, hast Du es gewusst?

Warum hast Du immer geschwiegen?
Warum hast Du die Augen verschlossen?

Was war es, was Dich so sehr an diese Frau band,
welches Geheimnis gibt es?

Wenn Du glücklich mit ihr gewesen wärest,
warum die vielen Freundinnen nebenbei?

Fragen, die Du mir nicht mehr beantworten kannst!

Was ist in unserer Kindheit nur geschehen,
dass alle Deine Töchtern es nicht schaffen,
ihr Leben zu meistern?

Sowie Mama immer betonte, hast Du uns über alles geliebt,
doch gezeigt hast Du es uns nie!

Als ich damals rausgeflogen bin,
warst Du damit einverstanden?

Warum hast Du nichts unternommen?
All die Jahre, die wir kein Kontakt haben durften, wegen Mama, warum?

Du hast immer so geduckt, warum?
Was war bei Dir passiert?

Warum bist Du so geworden?
Wie war Deine Kindheit, war sie glücklich?

Nie haben wir darüber sprechen können,
und nie hast Du etwas erzählt!

Warum …

Warum wurde es totgeschwiegen,
dass Dein Vater noch ein zweites Mal geheiratet hat,
warum wurde uns erzählt, er sei tot,
obwohl er noch lebte?

Papa, was war so schlimm daran …

Manches Mal denke ich mir,
Du warst ein sehr einsamer kleiner Mann,
der in seiner Traumwelt lebte!

Wo immer Du auch nun bist,
von wo aus Du immer mich siehst,
ich wünsche mir so sehr,
dass Du nun das gefunden hast,
was Du Dir hier immer erträumt hast!

Papa, ich behalte Dich lieb,
auch wenn ich über meinen Erzeuger,
einen kleinen sympathischen, liebenswerten Mann, gar nichts weiß!

Doch das Geheimnis, der Grund, warum Du ein Leben lang mit Mama zusammengeblieben bist, werde ich nie erfahren!

Das ist etwas, was Du am 22.02.08 mit auf auf Deine Reise genommen hast.

Du wärest heute 81 Jahre alt geworden.


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