
Gestern wurde eine „Kinderstudie“ veröffentlicht.
In dieser wurden Kinder u.a. über deren „Zukunftsängste“ gesprochen bzw. diesbezügliche Fragen gestellt.
Die Schlussfolgerungen sind größtenteils schlüssig, eine ist mir allerdings sehr suspekt.
Grundschüler, zwischen acht und zwölf Jahren (!!!), wurden gefragt, welche Schulbildung sie anstrebten.
Kinder aus „Akademikerfamilien“ sagte, sie wollen auf Gymnasium, um Abitur zu machen.
Kinder aus „sozial schwachen Familien“ gaben an, sie strebten den Hauptschulabschluss an.
Die Schlussfolgerungen war laut der betreuenden Wissenschaftler, dass Grundschüler sich schon ihrer schichtendeterminierten Zukunft bewusst sind.
Kinder aus „sozial schwachen Familien“ seien sich schon bewusst, dass sie in ihrem Leben nichts erreichen könnten.
Da Kindern aus „Akademikerfamilien“ klar sei, dass sie bessere Voraussetzungen hätten, z.B. wegen besserer Bildung, sähe in ihren Vorstellungen die Zukunft rosig aus.
Dies sage aus, dass Kinder schon milieukontextuell denken könnten.
Man kann es auch anders sehen.
Kinder beziehen sich gerne auf Vorbilder.
In allen Familien gibt es Idole, denen die Kinder folgen.
„Akademikerkinder“ kennen größtenteils nur Familienmitglieder, die Akademiker sind.
Kinder aus „sozial schwachen Familien“ kennen größtenteils nur „ihresgleichen“.
„Ihresgleichen“ ist nicht abwertend gemeint.
Kinder eifern also ihren Vorbildern nach, die einmal auf dem Gymnasium waren, und andersmal auf der Hauptschule.
Mir ist noch etwas aufgefallen.
Die betreuenden Wissenschaftler gehen von der schichtenspezifischen Determinierung aus, d.h. für sie steht fest, dass Kinder aus „sozial schwachen Familien“ gesellschaftlich darauf festgelegt, also determiniert, sind, keine Akademiker zu werden.
Bekommt man für solche Schlussfolgerungen eigentlich Geld?
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