Dietmar Glühbirne Lampchen Licht im Oberstübchen

Als meine Herzallerliebste mich von der Arbeit abholte, erzählte sie mir, sie habe einen Mann mit zwei Hunden getroffen, der ihr gesagt habe, einer seiner Hunde sei durch einen „Chiropraktiker“ geheilt worden. Der Hund hätte einen Wirbel ausgerenkt gehabt, und man wäre von Tierarzt zu Tierarzt gelaufen, bis eben dieser „Chiropraktiker“ als Einziger erkannt hätte, was dem Hund gefehlt habe, und dies behoben habe.
Meine Herzallerliebste sagte, dass der geheilte Hund allerdings zittere, was der Mann aber wegwischte mit dem Argument, dass es bald verschwinden würde.
Er schimpfte auch auf die „Pfuscher“. So nannte er die Tierärzte.

Ein paar Wochen später traf ich den Mann beim Gassigehen mit Cora auch.
Unaufgefordert vermittelte er mir seine Geschichte von dem „Chiropraktiker“ und den „Pfuschern“. Ich hörte mir seine Geschichte erst mal an, während ich sah, dass der „geheilte Hund“ zitterte.
Als er fertig war, fragte ich neugierig: „Warum zittert Ihr Hund denn, wenn er geheilt ist?“.
Er meinte, dies käme davon, dass der Hund jahrelang nicht richtig von den „Pfuschern“ (alias Tierärzten) therapiert worden wäre, und es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis sich dies gelegt habe.
Ich konterte, dass ich nicht beurteilen könne, wie es dem Hund vorher gegangen sei, doch ich sähe, dass der Hund litte. Der Hundebesitzer winkte lapidar ab, dass dies schnell verschwände.
„Ihr Hund leidet aber“, intervenierte ich, doch ich erntete Widerspruch, dass es seinem Hund besser ginge, seitdem er bei dem „Knochenbrecher“ gewesen sei, und dass die „Pfuscher“ es nicht hinbekommen hätten.

Mir tat nur der Hund leid, der zitterte und auch den Schwanz zwischen den Beinen verschränkt hatte, und ich ging fassungslos weiter.

Meine Herzallerliebste bestätigte mir, dass der Hund schon bei ihrer ersten Begegnung mit dem Mann gezittert hatte.

Einige Wochen später traf ich den Mann und den Hund wieder. Und man sollte es nicht meinen, er erzählte mir wieder (unaufgefordert) „seine Geschichte“.
Ich hörte sie mir an, um vielleicht Einzelheiten zu erhaschen.

Ich hatte mich, weil mir der arme Hund nicht aus dem Sinn ging, erkundigt, worum es bei dieser Methode ging. Mir klang nämlich „Man nennt ihn auch Knochenbrecher“ nach.
Es ging wohl um den Fernseh-Tier-Guru Tamme Hanken, der medienwirksam bzw. fernsehwirksam Pferde von ihren Leiden befreite. Dieser Mann nennt sich „Knochenbrecher“, was der ostfriesische Ausdruck für „alternativer Heiler“ ist.
Hanken hatte anfangs seine „Methoden“ auf Menschen angewandt, hatte dies aber aufgegeben, weil er keine Erlaubnis bzw. Approbation hatte. Nun wendet er seine unter Medizinern sehr umstrittene Methoden an Pferde an.
Wissenschaftlich und empirisch ist seine Methode nicht belegt; auch Langzeitbeobachtungen, die die Heilerfolge bestätigen könnten, gibt es nicht.

„Aber Ihr Hund zittert und humpelt immer noch wie vor ein paar Wochen“, wandte ich ein, doch als Erklärung bekam ich: „Die Nerven müssen sich erst beruhigen.“
Dann musste ich mir wieder anhören, dass die Tierärzte allesamt Pfuscher seien und keine Ahnung hätten. Er lobte den „Chiropraktiker“ alias „Knochenbrecher“ in den Himmel und spart natürlich nicht mit Lob für ihn.
Ich machte ihn aufmerksam, dass ich keinen Fortschritt bei seinem Hund sähe und dass meine Herzallerliebste auch davon berichtet, hätte, dass der Hund gezittert hätte.
Der Mann wiederholte noch mal, dass die Nerven sich erst erholen müssten.
„Ich mache mir eher Sorgen, dass Ihr Hund einen bleibenden Schaden hat“, erklärte ich, doch er winkte ab: „Das können Sie nicht beurteilen, weil Sie ihn ja nicht kennen.“
„Sie sagten, dass Sie bei Tamme Hanken gewesen seien“, preschte ich nach vorn, „dieser zieht an den Beinen der und lässt diese dann zurückschnellen. Die Pferde, die ich sah, waren alles Andere als begeistert. Sie humpelten danach stellenweise noch mehr und sahen nicht glücklich aus. Man konnte Schmerz in den Gesichtern sehen.“
Dies wischte der Mann mit „Papperlapapp“ weg und lobte noch mal den „Knochenbrecher“.
Ich konterte, dass ich die ganze Sache für Tierquälerei hielte und es für sehr bedenklich ansähe, wie die Tiere behandelt würden.
Ich bemerkte, dass man genauso gut den Hund hätte in Alufolie anpacken können, um ihn gegen Einflüsse von außen schützen zu können, und kniff ein Auge zu, während ich sagte: „Dann ist ihr Hund gegen Erdstrahlung geschützt und zittert vielleicht nicht mehr.“.
Der Mann warf mir vor, ich hätte keine Ahnung und wäre verbohrt.

Was ich erlebte, war ein typisches Beispiel von .
Der Mann glaubt, dass die fragwürdige Behandlung geholfen habe und ignoriert jegliche Bedenken.

Liebe Leser, lassen Sie sich nicht auf solche Praktiken ein, denn nur einer kann gewinnen.

Der Geldbeutel des „Knochenbrechers“.


Ein Kommentar zu Knochenbrechen fürs Seelenheil

  • Hierauf muß ich antworten, habe kein Forum mit aktuellen Beiträgen gefunden.
    Menschen die ihre Pferde einem solchen Lügner unter die Hände geben, sollten sich ein Holzpferd kaufen!!!!!
    Mir wird speiübel wenn ich nur den Namen Hanken höre.
    Ein krankhafter Selbstverherrlicher, keine Ahnung von Pferd oder auch Hund, ein unsensibler und brutaler Stümper stellt sich als „Wunderheiler“ dar.

    Von seinem offensichtlich krankhaften Wahn lassen sich gutgläubige Mensch irritieren, die tatsächlich glauben, dieser Mensch verfüge über eine besondere Gabe der Heilkraft.
    Wer auch nur die leiseste Ahnung von der Anatomie eines Pferdes oder Hundes hat, wird niemals die Pfuscherei des Hanken akzeptieren.
    Der Mann hat keinerlei Fachwissen, aus diesem Grund läßt er sich vor der „Behandlung“ einen Wisch unterschreiben, (so liest man) damit man ihn für Folgeschäden nicht haftbar machen kann.
    Dem müßte doch das Handwerk gelegt werden.
    Mir tun jetzt schon die Tiere leid, die ihm noch unter die Finger kommen.
    Seine Machenschaften haben nichts mit der Gesunderhaltung oder Gesundwerdung eines Pferdes zu tun, das grenzt bereits an Tierqual und wäre Angelegenheit vom Tierschutz!!
    Es ist nicht zu glauben wie blind die Menschen sind!!
    Es kann doch niemand Pferdephysiotherapeut spielen, der es nicht gelernt hat,
    Ich nenne mich auch nicht Zahnarzt, weil ich meiner Tochter irgendwann einmal einen „Milchwackelzahn „gezogen“ habe!!
    Das ist ja alles nicht zu fassen und dazu könnte man noch annehmen, dass dieser Kotzbrocken Tausende in seinem Geldbeutel am Finanzamt vorbeischleußt.
    Aber genau diese Spezies sind es , die an der Macht sind.
    Gruß Rosi

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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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