Standpunkt Die Nachrichten Motorradfahrer

Jetzt fängt sie wieder an, die sog. „Motorrad-Saison“!

Und mit ihr überall in den sozialen (internet‑) Netzwerken die Appelle, man möge doch bitte auf die Motorradfahrer Rücksicht nehmen!

Nein!

Wir haben immer Rücksicht auf die Motorradfahrer gekommen, doch wir mussten feststellen, dass sie sich den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber respektlos und rücksichtslos benehmen.

Wenn man vor einer roten Ampel steht, setzt sich mindestens ein Motorradfahrer vor einen.

Im zäh fließenden (innerörtlichen) oder im Stau (bis zum Stillstand) zwängen sich die Motorradfahrer durch die Autokolonnen hindurch, meistens sind nur wenige Zentimeter zwischen Auto und Motorrad Platz.

Wenn es nicht möglich ist oder man kein Platz hat, wird man von den „freiheitsliebenden“ Motorradfahrern oft beschimpft, angemault und dergleichen mehr. Es wird auch schon mal aufs Autodach geklopft, um den in ihren Augen egoistischen Autofahrer daran zu erinnern, dass er an die Seite fahren soll.

Wir erinnern uns an eine Situation in Trier.

Als wir in Trier hineinfuhren, zog sich der Verkehr sehr langsam über mehrere parallele Spuren in die Innenstadt hinein. Dazu kam noch, dass ein Gespann noch einen Unfall verursacht hatte, wodurch eine Spur auch noch ausfiel.
Einige Motorradfahrer mit großen, wuchtigen Maschinen versuchten, sich mehr oder minder erfolgreich durchzuschlängeln, obwohl zwischen zwei Spuren maximal eine Motorradbreite Platz war, was diese aber nicht davon abhielt, das Geschehen zu beobachten und dann eine PKW-Länge vorzupreschen. Sie nahmen in Kauf, Autos zu beschädigen.
Irgendwann waren sie dann hinter uns. Sie versuchten, zwischen uns und unserem Nachbarn durchzufahren, was aber aufgrund der Enge nicht möglich war. Sie machten ihren Ärger auf Fäkalniveau Luft und hupten.
Irgendwann gelang es einen von ihnen, an uns vorbeizufahren. Wir hupten, um zu signalisieren, dass er aufpassen solle, was aber durch lautes Schimpfen und dem sog. „Stinkefinger“ honoriert wurde.
Als er endlich vor uns war, nötige er uns mit langsamen Fahren und durch großes Platz-Lassen zum Vordermann.
Das war die „Bestrafung“ dafür, dass sie nicht an uns vorbeikamen, was in ihrer Version aber daran lag, dass wir sie nicht vorbei ließen.
Nach einigen Minuten gab er dann Gas und fuhr „großzügig“ weiter mit der Haltung, es uns „richtig gezeigt“ zu haben.

Es sind keine Einzelbeispiele, sondern dies ist „Normalität“. Ein Kleinteil der Motorradfahrer fährt bedacht und rücksichtslos, die anderen drängeln sich durch, auch Beschädigungen in Kauf nehmend.

Die verkehrsrechtliche Sache gestaltet sich allerdings anders.

Motorradfahrer müssen beim Überholen zwischen sich und dem Zuüberholenden mindestens anderthalb Meter Platz lassen, was aber bei parallelen Spuren nicht möglich ist, weil der Abstand zum rechten Nachbarn und zum linken insgesamt drei Meter sein muss. Dazu kommt noch die Breite der Maschine.

Das Hindurchfahren durch zwei Spuren verstößt auch noch gegen das „Rechts‑Überholverbot“, denn man hat ja einen rechten Nachbarn, den man von links überholt, und einen linken, an dem man von rechts vorbeifährt.

Nun hat man sich – Motorradfahrer (!) – einige Dinge zurechtgelegt, weswegen man doch (!) durchfahren darf!

Bei sonnigem, heißen Wetter brennt die Sonne auf der Lederkombi. Wenn der Motorradfahrer nicht permanent (schnell) fährt, überhitzt er in seinem Schutzanzug. Nur, wenn er fahren kann, kann er vom Fahrtwind gekühlt werden, um nicht einen tödlichen Hitzschlag zu bekommen.

Ebenso tut er etwas Gutes für die Entzerrung des Straßenverkehrs, denn er macht Platz, indem er sich vor das erste Auto an der Roten Ampel setzt. Er kann nämlich schneller Beschleunigen als ein Auto (!) und den Verkehr so entzerren, denn wo er war, kann sich ein Auto hinsetzen (hinfahren).

Dieses „Entzerren“ zieht sich durch jede Argumentation.

Die Motorradfahrer behindern und nötigen andere Verkehrsteilnehmer durch Drängeln, Beschimpfen etc., stellen sich jedoch in die Opferrolle.
Sie sind dann plötzlich die geschassten, schwachen Verkehrsteilnehmer, die von den Autofahrern übersehen werden.

Wir fuhren mit unserem Auto von Böblingen über die B14 durch zäh fließenden Stau Richtung Stuttgart, als ein Motorradfahrer mal wieder meinte, er wäre gleicher als andere, und dürfe sich auf dem Markierungsstreifen zwischen erstem und zweitem Fahrstreifen durchschlängeln. Wir fuhren angepasst, was implizierte, dass der Motorradfahrer nicht hindurchkam.
Anstatt das zu erwarten, was man von den anderen erwartet – Rücksicht – begann er zu hupen und setzte sich dann rechts neben uns. Er schrie irgendwas, was wir trotz geöffneten Fenstern nicht verstanden, erntete nicht das, was er sich von uns erhofft hatte und fuhr weiter.

So sind generell die Motorradfahrer!

Rechtliches:


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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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