Standpunkt Die Nachrichten Motorradfahrer

Ein Motorradfahrer fuhr von Stuttgart-Mitte über die Weinsteige Richtung Stuttgart-Degerloch.
Neben ihm auf der rechten Spur fuhr ein Polizist mit Dienstmotorrad – ein sog. „Motorrad-Polizist“. Ebenso wie der Motorrad-Polizist stand der zivile Motorradfahrer hinter einem Auto vor der roten Ampel.
Der Motorrad-Polizist bog ab und der zivile Motorradfahrer fuhr weiterhin gerade aus.
An der nächsten Ampel musste der Motorradfahrer wieder stoppen, doch fuhr eng an der Autoreihe vorbei und stellte sich vor das erste Auto, das an der roten Ampel stand. Als die Ampel grün wurde, gab der Motorradfahrer Gas und fuhr sehr schnell weiter.

Diese Geschichte erzählte uns unser Bekannter Frank Selle.

Dieses oben beschriebene Verhalten ist anscheinend das Verhalten der meisten Motorradfahrer.
Es ist besonders in Staus auf Autobahnen zu beobachten. Die langsam fahrenden Autos quälen sich mehr oder weniger im Stop-and-go über die Autobahn. Zwischen den Fahrstreifen drängeln sich die Motorradfahrer, obwohl dies laut StVO nicht erlaubt ist, da jeder Verkehrsteilnehmer, der sich im Stau befindet, auf seiner Position bleiben muss und bereit zu sein hat, zu fahren, wenn der Verkehrsfluss es zulässt.
Die Polizei ignoriert dieses verkehrswidrige Drängeln bzw. Durchfahren mehr oder weniger.

Die Motorradfahrer versuchen aber auch, sich durchzuschummeln, wenn kaum noch Platz zwischen zwei Autos besteht. Sie nehmen Beschädigungen in Kauf. Dabei wird wild gestikuliert und geschimpft und auch oft herumgepöbelt. Wenn es dann gar nicht geht, fährt man auch schon mal über den Standstreifen, was laut StVO auch verboten ist.

Wir – selbst Motorradfahrer – wurden auch schon beschimpft, wenn wir Auto fuhren.

In Trier konnten wir eine Motorradkolonne aus Platzgründen nicht durchlassen. Das erste sich in der Kolonne befindliche, wuchtige und breite Motorrad, dessen Fahrer sich sehr lautstark über die „bescheuerten Autofahrer“ aufregte, klopfte sogar mehrmals auf unser Autodach. Jeder halbwegs normale Mensch konnte sehen, dass zwischen uns und dem Auto neben uns kaum Platz war. Ausweichen konnte niemand.
Irgendwann schaffte der pöbelnde Egoist es irgendwie, neben uns herzufahren, obwohl nicht mal eine Handbreit zwischen beiden Autos und der großen „Maschine“ Platz war.
Als „Strafe“ nötigte er uns und den Autofahrer neben uns mit niedriger Geschwindigkeit.
Auf der abschüssigen Straße bremste er uns permanent aus, um sein kindliches Machtgehabe auszuleben.
Hinter uns hupten die anderen Motorradfahrer, aber nicht um ihren Unmut über den Blockierer kundzutun, sondern ihn zu unterstützen in seinem „Wahn“.

Solche „Manöver“ von Motorradfahrern dürften jedem bekannt sein und jeder war bestimmt schon mal in sowas involviert.

Wir haben unseren Unmut kundgetan, als wir unterwegs mal wieder im Stau steckten und Motorradfahrer wieder sehr eng zwischen den Autoreihen herfuhren. Motorradfahrer antworteten ziemlich erbost und aggressiv auf unsere Stellungnahme, dass wir keine Rücksicht mehr auf sie nähmen. Sie nannten uns „Egoisten“, die nur an sich dächten und auf niemanden Rücksicht nähmen. Es interessierte niemanden die Situation, die passiert war und weswegen wir im Internetforum den „Appell“ veröffentlicht hatten.

Es machte jemand Stimmung gegen sie und den musste man „beißen“. Zwischen den Hasstiraden gegen uns kamen auch „Argumente“ ans Tageslicht.

Angeblich müssten Motorradfahrer weiterfahren, weil sie sonst stürben, erklärte man uns, denn in der Bekleidung sei es sehr heiß. Nur durch Fahrtwind würden sie gekühlt.
Das war uns neu.
Wir recherchierten, fanden aber keine Statistik über Motorradfahrer, die an Überhitzung gestorben waren.

Zweitens hätten wir eben keine Ahnung vom Motorradfahren, obwohl wir mehrmals darauf hinwiesen, auch Motorrad zu fahren. Einzig und allein kennt man eben das „Freiheitsgefühl“ nur als Motorradfahrer.

Wenn Motorräder sich durchmogeln, um vor dem ersten Auto an der roten Ampel zu stehen, käme das davon, dass Motorräder schneller beschleunigten und deren Fahrer an die anderen Verkehrsteilnehmer und deren schnelles Weiterkommen dächten. Ein „hehres Ziel“ sei dies, erklärte man uns.

Die Autofahrer sollten sowieso den Ball flach halten, weil Motorräder weniger Sprit verbräuchten und dies sei ja umweltschonend, klärte man uns ebenfalls auf.

Das „Highlight“ war, als sich ein Motorradfahrer beschwerte, er sei in einem stillstehenden Stau durch die „Mitte“ zweier Reihen gefahren und plötzlich habe ein Autofahrer – natürlich ein „absolut rücksichtsloser“ – die Seitentür aufgerissen. Dies sei eine „Frechheit sondergleichen“.

Jeder Autofahrer weiß, dass Motorradfahrer sich durch die Städte neben den Autos herschummeln, sich mit erhöhter Geschwindigkeit bewegen (wegen des sog. „Freiheitsdrangs“) und sich noch mehr solche Dinge herausnehmen.

Ich konnte auf Höhe der Autobahn am Flugfeld Böblingen/Sindelfingen innerhalb einer Woche zweimal beobachten, wie Motorradfahrer Unfälle bauten.

Auf der Wolfgang-Brumme-Allee, Böblingen, bzw. Rudolf-Diesel-Straße, Sindelfingen, wollte sich ein Motorradfahrer durchschlängeln. Ein Autofahrer rechnete nicht mit ihm, fuhr wieder „passend“ in die Spur. Der Motorradfahrer blieb am vorderen Kotflügel des Auto hängen und fiel hin. Der Motorrad erlitt einen imsensen Schaden.
Zwei Tage später passierte an der gleichen Stelle, allerdings in Gegenrichtung, sowas Ähnliches.
Ein Auto, das auf dem Bedarfsplatzplatz stand, wurde von einem anderen Autofahrer freundlich hineingewunken in den fließenden . Ein Motorradfahrer fuhr in der Mitte hindurch und kam zu Fall.

Tenor beider verunfallten Motorradfahrer war, dass die Autofahrer aufpassen sollten, wo sie hinführen. Als ich intervenierte, dass der (letzt genannte) gar nicht zwischen den Spuren durchfahren dürfte, war ich der Täter, denn ich bekam seinen Hass zu spüren. Die Argumentation war übrigens, dass es kein Überholverbot für Motorradfahrer gäbe, da das Überholverbotsschild zwei PKW nebeneinander – im Fachjargon „zwei‑ bzw. mehrspurige Kraftfahrzeuge“ genannt – dargestellt seien und diies nicht für Motorräder gelte, weil diese „einspurige Fahrzeuge“ seien.

Auch die Polizeibeamten, die dazu gerufen wurde, hatten laut des Verunfallten „keine Ahnung“ und waren parteiisch bzw. voreingenommen.

So ist es halt immer und immer wieder mit ihnen, den armen Motorradfahrern, die nur „Freiheit“ ausleben wollen!

Sie nehmen sich Dinge heraus, die ihnen ncht zustehen, und giften jeden, der nicht damit einverstanden ist, aggressiv an. Auch kommen „Argumente“ ans Tageslicht, die schon gegenbewiesen sind, wenn sie ausgesprochen wurden.

Die Autofahrer sind Egoisten, aber auch Fahrradfahrer, die die Motoradfahrer „behindern“.

Der Slogan der Motorradfahrer „Motorradfahrer töten nicht, sie werden getötet.“ ist der dämlichste, der jemals erfunden wurde!

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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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