Archiv für die Kategorie „Carla“

Vor einigenTagen gingen wir abends im Dunkeln mit Carla spazieren.
In der Gegend, in der wir wohnen, sind Autos nicht erlaubt, und wir wunderten uns, dass hinter uns ein Auto herfuhr. Es war ein Kleinlaster eines Haushaltsgerätehandels.
Wir konnten, um ihn vorbeizulassen, nicht an die Seite gehen, weil die Wege zwischen den Häusern sehr schmal waren.
Irgendwann kam aber eine Quergasse und wir machten Platz.
Der Kleinlaster hielt an und der Fahrer fragte uns nach der Hausnummer 10.
Da er relativ falsch war, erklärten wir ihm, wie er fahren musste.
Nachdem er sich bedankt hatte, fragte Glühwürmchen schelmisch-provokant mit einem Lächeln: „Und was bekommen wir nun für die Auskunft?“
Der türkische Mitbürger verstand es ebenfalls als Spaß, sagte aber: „Ich habe etwas für Euch.“ und kramte im Fahrerhäuschen herum.
Er drückte uns eine Flasche Sekt mit den Worten: „Den dürfen wir Moslems sowieso nicht trinken.“ in die Hand.
Wir lehnten zwar ab, aber er behaarte darauf, dass wir sie nahmen.
Wir werden den Sekt weiterverschenken, weil wir beide keinen Alkohol trinken, aber es war eine nette Geste.

… gesellte sich Carla zu uns.
Was wären wir ohne Dich?
Was wäre aus Dir ohne uns geworden?
Wärest Du Deiner Krankheit vielleicht schon erlegen?
Nichts geschieht ohne Grund…
Über Nacht hat das Wetter wieder das Land mit einer dünnen Puderzuckerschicht überzogen …

Vom Balkon aus Richtung „Ei“, dem Park
Carla und Syntronica sind erstmal Gassi gegangen.
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Seit ein paar Minuten sind unsere neuen Bilder online.
Sie können unter http://aktuelle-fotos.syntronica.com/ angeschaut werden.

Die Wiesen weiß, die Kälte kracht.
Es hat geschneit über Nacht.
Auf dem Balkon weiße Tupfen.
Glühwürmchen sagt: „Wir haben Schnupfen.“
Ihr Herzallerallerliebster kann sich kaum erheben.
Denn Rückenschmerzen hat Herzbeben.
Carla spielt wie alle Wochen
total verzückt mit einem Knochen.
Heute hat es geschneit, Winter 2009⁄2010.
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| „Es hat ja geschneit!“ |
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| „Ja, das ist Schnee.“ |
![]() Efeu mit Schnee bedeckt |
![]() Eingeschneite Hecke |
![]() Vor der Wohnung/dem Haus |
![]() Im „Ei“ |
![]() Im „Ei“ |
Es ist nicht wirklich kalt… knapp zwei Grad Celsius über dem Nullpunkt

Es begann damit, dass Carla ein paar Pusteln am Ohr hatte, die uns aber nicht wirlkich störten, ebensowenig wie die kaputten Stellen an den Gelenken, da wir wissen, dass Carla beim Spielen ab und zu gegen die Heizung, den Tisch, den Stühlen etc. knallt, wenn sie nicht aufpasst und mal wieder zu viel Energie mit ins Spiel bringt.
Carla begann irgendwann zu humpeln.
Weil es schlimmer wurde, besuchten wir den Tierarzt und Carla bekam Medikamente, weil der Verdacht bestand, dass irgendetwas am Gelenk nicht in Ordnung sei.
Carla hatte auch Durchfall.
Irgendwann erkannte dann der Tierarzt den kausalen Zusammenhang, dass Carla aus Kalabrien/Italien stammt, Pusteln an den Ohren hatte, unter Gelenkschmerzen litt und Durchfall an der Tagesordnung stand.
Ein Anfangsverdacht war da.
Der Durchfall ging wieder weg, wie er gekommen war.
Wir dachten, es sei eine Allergie gegen Lebensmittel gewesen. Wir hatten ein anderes Hundefutter gekauft und anscheinend hörte der Durchfall auf.
Nach mehreren Blutuntersuchungen war die erschreckende Diagnose gestellt.
Leishmaniose!
Eine bei Menschen heilbare Krankheit, bei Hunden jedoch nur behandelbar, nicht heilbar!
Leishmaniose ist so heimtückisch, dass die Erreger nicht vom Immunsystem angegriffen werden können, sondern diese wuchern dort, wo es nicht hinkommt.
Allupurinol – bei Menschen gegen Gicht eingesetzt – hilft Carla, jedoch kann die Krankheit immer wieder ausbrechen, zwar nicht so stark wie unbehandelt, aber sie macht sich stellenweise arg bemerkbar.
An Leishmaniose erkrankte Hunde können allerdings sehr alt werden.
Unser Mäuschen sehr krank!
Wir gaben nicht auf, obwohl es einen Moment gab, in dem wir uns sagten: „Wenn sie weiter so leiden muss, sollten wir ihr Leiden verkürzen.“
Das war an dem Tag, an dem Herzbeben mit Carla Gassi gegangen war und Carla kraftlos von der Treppe gerutscht und in sich zusammengesackt war.
Herzbeben trug Carla in die Wohnung hinein und streichelte sie liebevoll. Carla zitterte und hatte Angst.
Unser Mäuschen erholte sich wieder etwas.
Als Glühwürmchen nach Hause kam, wollte Carla zu ihr und brach wieder zusammen, bekam den Popo nicht hoch, so sehr sie sich auch bemühte.
Ein Bild des Elends!
Uns standen die Tränen in den Augen.
In diesem Moment hatten wir den Gedanken, aber zum Wohl von Carla!
Doch wir gaben nicht auf!
Carla spürte dies und fasste neuen Mut und neue Kraft.
Solange sie noch so schlapp war, trugen wir sie nach draußen, damit sie ihrer Notdurft nachgehen konnte.
Carla spürt(e) die endlose Liebe, die wir ihr entgegen brachten und bringen und schöpft(e) neuen Mut.
Es ging und geht ihr stetig besser und besser.
Sie tobt wieder herum, als wäre nie etwas gewesen.
Ab und zu hängt sie daneben, aber wir sind bei ihr und stehen ihr zur Seite, zeigen ihr, dass sie nicht alleine ist.
Wir geben nie auf.

365 Tage
365 Tage, für die Menschheit ein Jahr, für Glühwürmchen und Herzbeben das erste gemeinsame Jahr in Schwaben!
Unsere Wünsche die uns bewegten, und immer noch bewegen und berühren, trieben und treiben uns immer noch in manch kurz bemessener Zeit mit Menschlichkeit ans Ziel!
Viel haben wir erreicht, wir haben Carla, trotz schwerer Krankheit ein wohlbehütetes Zuhause gegeben! Wir haben ihr beigestanden, sie nicht aufgegeben, und sich nicht selbst ihrem Schicksal überlassen.
Nächtelang ging Herzbeben nachts mit ihr raus, wenn ihr Durchfall sie, als Symptom der Krankheit, ins Freie trieb!
Fing sie an zu lahmen, wurde sie von uns beiden getragen!
Selbst Fledermaus passte sich dem Krankheitsbild ihrer Fußballgegnerin an, und nahm Rücksicht auf sie!
Carla sieht in Fledermaus eine dankbare Verbündete, die ihr das Tor des geliebten Kühlschrankes öffnete!
Wir kämpfen weiter gegen mangelnde Vorbilder, die mediale Grausamkeit und Respektlosigkeit an Schwächeren auslebten!
Dass wir dafür von Außen Unterstützung bekommen, der Zahn wurde uns sehr schnell gezogen!
Lieber steckt man den Kopf in den Sand, nur nichts Verkehrtes machen, und mit der eventuellen Konsequenz leben!
Wir, Herzbeben und Glühwürmchen, stellen uns nicht blind, taub und dumm.
Wir engagieren uns weiter, damit auch die Mauern in einigen Köpfen eingerissen werden, und manch einer seinen Tellerrand sieht, und darüber hinausschauen kann!
„Wo andere Urlaub machen, dort leben wir. „
Ein sehr schöner Satz, und wir haben ihn umgesetzt!
Wir LEBEN unser Leben, so wie wir sind, und beugen uns keinen auferlegten Schablonen!
Durch unsere progressive Art und Weise haben wir manchen Schwaben aus der Reserve gelockt, und Entwicklungshilfe geleistet!
Angekommen sind wir noch lange nicht, jeder Tag bringt für Glühwürmchen und Herzbeben eine neue Herausforderung! Und das, was wir an Höhen und Tiefen in den vergangen 365 Tagen erlebt haben, erlebt manch einer sein Leben lang nicht!
Was uns zusammenschweißt, was uns verbindet, ist unsere innige Liebe und unser gemeinsames pures Glück.
Wir sind neugierig, was die nächsten 365 Tage an Überraschungen für uns bereit hält…
„Langweilig“ und „Langeweile“, das sind die einzige Wörter, die für uns mittlerweile zum Fremdwort geworden sind!

Ein wunderschönes Bild von Carla, aufgenommen auf der Wahlparty der Piratenpartei, am 27.9.2009, in Stuttgart.
Foto: © 2009, Piratenpartei – (Lizenz: CC-BY-NC-SA)

































