Archiv für die Kategorie „Dichtkunst“

Die Wiesen weiß, die Kälte kracht.
Es hat geschneit über Nacht.

Auf dem Balkon weiße Tupfen.
Glühwürmchen sagt: „Wir haben Schnupfen.“

Ihr Herzallerallerliebster kann sich kaum erheben.
Denn Rückenschmerzen hat Herzbeben.

Carla spielt wie alle Wochen
total verzückt mit einem Knochen.

Noten by Lizzy-Tewordt pixelio

In einer katholischen Grundschule nahe Aachen.
Die vierte Klasse singt zur Entlassung folgendes Lied:

Danke für diese schöne Schulzeit
Danke, wir haben viel gelernt
Danke für all die guten Freunde
hier an diesen ort

Alle aus uns’rer ganzen Klasse
Alle hatten ‚ne schöne Zeit
wissen, der weg zum neuen Start
Ja, der ist nicht mehr weit

Danke für all die schönen Jahre
Danke, so sagt die Kinderschar
Danke, wir müssen leider gehen
Sagen Auf Wiederseh’n

Schön wäre es gewesen, wenn die Kinder bzw. deren Eltern sich überlegt hätten, dass die Ex-Schüler dieses Lied singen. Vielleicht hätten die Kinder bzw. Eltern den Text erfunden und die Kinder hätten es den Lehrern zur Freude vorgetragen …

So war es nicht!

Die Lehrer haben den Kindern dieses Lied beigebracht, damit sie es auf der von den Lehrern inszenierten Abschlussfeier singen.
„So, nun singen die Kinder ein extra für diesen Tag einstudiertes Lied“, sagte die Moderatorin der Abschlussfeier, eine der Lehrerinnen.

„Danke für diese schöne Schulzeit …“

Nachdem das Abschieds‑ und Dankeslied beendet war, gab es großen Beifall.
Den Lehrern wurde es warm uns Herz, wie schön die Kinder sich bedankt hatten. Die Eltern freuten sich, dass die Kinder sich bei den Lehren so wunderschön bedankt hatten.

Also musste die Schulzeit ja wunderschön gewesen sein, wenn die Kinder es schon singen.

Doch war das Lied nur eine Inszenierung der Lehrer, die sich selber damit feierten!

Der Himmel ist blau
Und der Rest deines Lebens liegt vor dir
Vielleicht wär es schlau
Dich ein letztes Mal umzusehen
Du weisst nicht genau – warum
Aber irgendwie packt dich die Neugier
Der Himmel ist blau
Und der Rest deines Lebens wird schön

Du hast ein gutes Gefühl
Du denskt an all die schönen Zeiten
Es ist fast zu viel
Jetzt im Moment neben dir zu stehen
Du hast kein klares Ziel
Aber millionen Möglichkeiten
Ein gutes Gefühl
Und du weisst es wird gut für dich ausgeh’n

Der Himmel ist blau

Der Himmel ist blau

Die Welt gehört Dir
Was wirst du mit ihr machen
Verrat es mir
Spürst du wie die Zeit verrinnt
Jetzt stehst du hier
Und du hörst nicht auf zu lachen
Die Welt gehört Dir
Und der Rest deines Lebens beginnt


Der Himmelist blau …

Mon oxygene n'est plus là.

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren
laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Dream on – Traurige Augen, die einen Song singen

Dream on
Though it’s hard to tell
Though you’re fooling yourself
Dream on

Dream on
You can hide away
There is nothing to say
Dream on
Though it’s hard to tell
Though you’re fooling yourself
Dream on

You can laugh at me because I’m crying
You can tell your friends how much
Ⅰ begged you to stay
You can live your fantasy without me
But you’ll never know how much Ⅰ needed you

Dream on
It’s so easy for you
Though I’m broken in two
Dream on
You can never see
What you’re doing to me
Dream on

You can cross your heart and still be lying
You can count the reasons why you’ve thrown me away
You can dream your life away without me
But you’ll never know how much Ⅰ needed you

Dream on
It’s so easy for you
Though I’m broken in two
Dream on
You can never see
What you’re doing to me
Dream on

Nazareth

Nachtrag
Es wurde angeregt, den Text auf Deutsch zu übersetzen.
Dies habe ich nun (doch) getan …

(Kontextuelle Übersetzung)
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Weinende Augen

This ain’t the way Ⅰ spend my mornings
Come stai?
You’ve been with him,
And now you come back lady
What’s he like?
Ⅰ just sit, and watch the ocean
By myself, even doing my own cooking
You can’t laugh, you aren’t forgiven, but
I’m no longer frightened, to be living alone

Senza una donna
No more pain and no sorrow
Senza una donna
I’ll make it through the week
Senza una donna
Giving me torture and bliss
Without a woman, better like this

There is no way,
That you can buy me
Don’t make fun
You got to dig a little deeper
In the heart?
If you have one
Here’s my heart, feel the power
Look at me, I’m a flower
You can’t laugh, you aren’t forgiven, but
I’m no longer frightened, to be living alone

Senza una donna
No more pain and no sorrow
Senza una donna
I’ll make it through the week
Senza una donna
Giving my torture and bliss

Zucchero

Nachtrag
Nun ist der Text auch auf Deutsch übersetzt.
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Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten?
Sie fliegen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen
kein Jäger sie schießen.

Es bleibet dabei:

Die Gedanken sind frei.

Ich denke was ich will
und was mich beglücket
doch alles in der Still‘
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren.

Es bleibet dabei:

Die Gedanken sind frei.

Sperrt man mich gleich ein
im finsteren Kerker
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreissen die Schranken

und Mauern entzwei:

Die Gedanken sind frei.

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auf nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen

und denken dabei:

Die Gedanken sind frei.

Walther von der Vogelweide

Das ist mein Fenster
Eben bin ich so sanft erwacht
Ich dachte ich würde schweben
Bis wohin reicht mein Leben
Und wo beginnt die Nacht?

Ich könnte meinen alles wäre noch
Ich ringsum durchsichtig wie eines Kristalles
Tiefe verdunkelt stumm

Ich könnte auch noch die Sterne fassen in mir
So groß scheint mir mein Herz
So gerne ließ es ihn wieder los

Den ich vielleicht zu lieben
Vielleicht zu halten begann
Fremd, wie niebeschrieben
Sieht mich mein Schicksal an

Was bin ich unter diese Unendlichkeit gelegt
Duftend wie eine Wiese hin und her bewegt

Rufend zugleich und bange dass einer den Ruf vernimmt
Und zum Untergange in einem Andern bestimmt

Rainer Maria Rilke

Nachts im Traum die Städt’ und Leute,
Ungeheuer, Luftgebäude,
Alle, weißt du, alle steigen
Aus der Seele dunklem Raum,
Sind dein Bild und Werk, dein eigen,
Sind dein Traum.

Geh am Tag durch Stadt und Gassen,
Schau in Wolken, in Gesichter,
Und du wirst verwundert fassen:
Sie sind dein, du bist ihr Dichter!
Alles, was vor deinen Sinnen
Hundertfältig lebt und gaukelt,
Ist ja dein, ist in dir innen,
Traum, den deine Seele schaukelt.
Durch dich selber ewig schreitend,
Bald beschränkend dich, bald weitend,
Bist du Redender und Hörer,
Bist du Schöpfer und Zerstörer.
Zauberkräfte, längst vergeßne,
Spinnen heiligen Betrug,
Und die Welt, die unermeßne,
Lebt von deinem Atemzug.

Hermann Hesse

Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? vielleicht dein Lebensglück…
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang, die
dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast’s gefunden,
nur für Sekunden…
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück…
Vorbei, verweht, nie wieder.

Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Er sieht hinüber
und zieht vorüber …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.

(Kurt Tucholsky)

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