Archiv für die Kategorie „Gesellschaft u. Politik“

Wenn man keine intrinsische Motivation besitzt, gibt man dies natürlich – auch vor sich selbst – nicht zu.
Veränderungen proklamiert man zwar, aber macht ja nichts, um sie einzuleiten.
Wo nichts ist, kann nichts werden.
Wild und auslandend vor allem für Außenstehende gestikuliert man, wenn jemand auch nur im Entferntesten daran kratzen könnte, dass man seine Pläne nicht ernst genug verfolgt.
Irgendwann zieht es aber nicht mehr und man muss sich dann – wegen seiner eigenen Rechtfertigung auch vor anderen – fadenscheinige Gründe einfallen lassen, warum es nicht geklappt hat.
- Es hat nicht sollen sein.
- Man steckt nicht drin.
- Es ist so, wie es ist.
- Das hat noch nie jemand geschafft.
Dass ich es nicht geschafft habe, war abzusehen. - Die Zeit war noch nicht reif.
- Am Schicksal kann man eben nicht drehen.
- Hätte nicht andere gestört, hätte es geklappt.
- Andere hätten es auch nicht geschafft.
- Bei der vielen Arbeit, die ich habe, schafft man sonst nichts.
- Ich habe mein Bestes gegeben, aber … (andere Ausrede dieser Liste)
Alkohol benebelt.
Kinder gehören zu ihrer Mutter.

„Nein, nein, nein!“, hörte man irgendwann von der FDP – und von der SPD auch –, als es um Verhandlungen bezüglich einer sog. Ampel-Koalition – SPD (rot), FDP (gelb) und Grüne – in Nordrhein-Westfalen ging.
Das war auch heftigst durch die Medien gegangen.
FDP und SPD wollten auf keinen Fall koalieren, vor allem die FDP nicht mit den Grünen.
Deswegen dauert die Regierungsbildung in NRW ja schon solange an.
Man kann sich nicht einigen – will vielleicht auch gar nicht.
Wir erinnern uns kurz.
Die SPD hat zig Jahre NRW heruntergewirtschaftet.
2005 konnte dann die CDU die Wähler überzeugen, sie holte NRW aus der Krise, mit dem Versprechen sofort.
So kam die CDU 2005 an die Regierung.
Zu erwarten war, dass eine CDU-geführte Regierung NRW auch nicht aus dem Schlamassel holen konnte, zumindest nicht innerhalb einer Legislaturperiode (von fünf Jahren).
Dies nutzte die neue SPD-Kandidatin Kraft aus, indem sie entgegen jedes Realitätsdenken die Wähler dazu brachte, zu glauben, die CDU habe die ganze Misere verursacht.
Da es sich ja mit leerem Kopf so gut nickt, nickte das nordrhein-westfälische Wahlvolk in Richtung der SPD und so wurde die SPD wieder stärkste Kraft.
Seitdem geht es rund im Koalitionspoker.
Die FDP heult hier, die Grünen kreischen dort, die SPD schüttet ihren Sermon gegen alle aus.
Für die Grünen und die SPD war es wichtiger mit den Linken während eines Koalitionsspitzengesprächs über die DDR zu reden als über NRW-Landespolitik.
Irgendwann hatte dann die SPD genug von ihrem eigenen Gequake und haute erstmal auf alle – insbesondere den Linken – ein und erwägte schon eine „große Koalition“ mit der verhassten CDU, die natürlich bereitwillig „Ja!“ signalisierte.
Nun meldet sich die FDP wieder zu Wort, allen voran „Et Guido“ Westerwelle. Er gab grünes Licht für eine Ampel-Koalition, und alle toten Fische der FDP schwimmen schön mit dem Strom.
Das Verhalten der FDP hat nichts mit Politik zu tun, sondern es sind reine Machtspielchen.
Hauptsache ein Pöstchen hier, ein Pöstchen da …

Google, die Daten-Krake im Internet, ist weit bekannt geworden durch „Google-Street-View“, einem Dienst, bei dem man online ganze Straßenzüge „fotorealistisch“ in drei Dimensionen anschauen kann.
Die Google-Kamera-Autos fahren dazu permanent herum und fotografieren alles und jeden.
Laut einem Rechtsgutachten ist dies rechtlich sehr bedenklich.
Irgendwann kam heraus, dass die Street-View-Autos auch WLAN-Punkte gescannt haben und deren sog. MAC-Adressen und Identifikationsnummern mitgeschnitten haben bei ihren Fototouren.
Google fand das nicht schlimm, schließlich machten das „Andere“ – die man natürlich nicht näher nannte – auch und alles habe „datenschutzrechlichtlich gesehen“ schon seine Richtigkeit.
Es wurde von einem Googlesprecher verteidigt, irgendwas geplappert, was sich wie juristische Statements anhörte, aber doch nur Wischiwaschi war.
Nun kam heraus, dass Google auch E-Mail-Fragmente beim Fotografieren gescannt und gespeichert hat.
Google hat reagiert und meinte dazu, es habe sich ein Teil einer anderen Software aus Versehen in die Foto-Software geschlichen, die ein anderes Projektteam programmiert habe und die überhaupt nichts mit Street-View zu tun habe.
Auf einmal!
Erst war das Einsammeln von WLAN-Daten nicht schlimm, weil es „Andere“ auch tun.
Als sich dann der hamburger Landesdatenschutzbeauftragte eingeschaltet hatte, sagte Google, es tue ihnen leid, man habe nicht gewusst, dass sich Teile einer „anderen Software“ eingeschlichen hätten.
Hand aufs Herz!
Street-View-Autos sind mit Kameras, die dreidimensionale Abbilder von Häusern, Straßenzügen etc. aufnehmen, ausgestattet.
Es kann passieren, dass irgendjemand nicht aufgepasst hat und aus Versehen einen Teil einer anderen Software installiert hat. Das kann man noch „irgendwie“ glauben.
Kameras können allerdings keine WLAN-Punkte scannen, sondern bekanntermaßen nur Fotos schließen.
Also muss irgendjemand doch Scanner für das WLAN ins Auto eingebaut haben – aus Versehen?
Und as ist bis jetzt niemandem bei Google aufgefallen!
Und dass eine Software, die WLAN-Punkte und E-Mails, die über WLAN übertragen werden, scannen kann aus Versehen zufälligerweise installiert und aktiviert wurde in Autos, die nur Kameras und nichts anderes an Bord haben dürften, ist auch niemanden aufgefallen!
Es gibt schon Zufälle, die keine sind …

Die Revolverblätter berichten bekanntermaßen ständig über „Promis“.
Auch Umfragen unter „Promis“ gehören dazu.
„Promis“ wurde gefragt, ob sie einen PC benutzten.
Die „kreativste“ Antwort gab Gotthilf Fischer:
„Ich brauche sowas nicht. Mein Kopf rechnet schneller als jeder PC.“
Gott hilft Gotthilf (schon lange) nicht (mehr).

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, ist eine „Volksweisheit“.
Dies soll die Ausrede – vor allem der Lehrer – sein, mit den Schülern auch mal „unsinnigen“ Unterricht zu machen.
Wenn es allerdings so wäre, dass man in der Schule fürs Leben lerne, wieso beklagen die Arbeitgeber dann die „Unwissenheit“ der Auszubildenden in spe?
Der Ausspruch heißt im Original von Seneca: „Non vitae, sed scholae discimus.“.
Das bedeutet etwas Anderes als das, was man kennt: „Nicht fürs Leben, sondern für die Schule lernen wir.“.
Seneca kritisierte die römischen (Philosophen‑) Schulen.
Anstatt Dinge zu lernen, die im Leben nützlich sein können bzw. sind, ging es der Schule nur darum, wie Seneca sagt, Kinderspiele zu spielen, die nichtssagend seien und die die Kinder nur abstumpften. Er widersprach in ironischem Ton nicht, dass die Kinder nichts lernten, sondern bejahte dies noch, indem er allerdings schlussfolgerte, die Kinder lernten, wie man sich „gebildet“ ausdrücke, anstatt richtig zu leben.
Er philosophierte weiter, die Schule sollte einen gesunden Menschenverstand anerziehen, und nicht in dem Luxus übermäßiger philosophischer Fragen ersticken und handlungsunfähig werden. Er nannte es eine Sucht, die Sucht nach unmäßiger Gelehrsamkeit.
In knapp zweitausend Jahren haben die Schulen also kaum etwas gelernt.
Leider immer noch passiert es, dass Schüler in der Bewerbungsphase für die Ausbildung plötzlich kalte Füße bekommen, weil die Schulen ihnen nicht mal den Dreisatz beigebracht haben.
In den Augen der Lehrer und Bildungsreferenten ist es eben wichtiger, komplizierte philosophische Probleme zu wälzen oder komplizierte mathematische Figuren durchzunehmen bzw. kurz vorzustellen, anstatt Dinge durchzunehmen, die die Schüler auf den Beruf vorbereiten.
Sie reden sich dann mit dem verdrehten Zitat Senecas – „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ – aus und phantasieren dann weiter über „wichtige“ Dinge des Lebens.
So werden Schüler erzogen, die möglicherweise viel gelernt haben, aber an der Realität scheitern.

Das Google-Street-View-Auto, das momentan hier in Böblingen auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums auf der Freiburger Allee steht, hat ein Facelifting bekommen.
Es ist nun „schön bunt“, damit man es gut erkennen kann.
Das heißt allerdings nicht, dass Google-Street-View rechtlich unbedenklich ist, wie manche es uns, den Bürgern, weismachen wollen.
Rechtliches hierzu – Hier klicken!
By the way: Die „Google-Street-View-Arbeit“ in Böblingen/Sindelfingen ist beendet.

Der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Starbatty, Professor Schachtschneider, Prof. Wilhelm Hankel, der ehemalige Wirtschaftssenator von Hamburg, Wilhelm Nölling, und Ex-Thyssen-Vorstand Dieter Spethmann haben Verfassungsklage gegen die „Griechenland-Hilfe“ eingelegt.
Sie verstößt gegen §125 des Lissabon-Vertrags, in dem sich die Mitgliedsländer verpflichtet haben, nicht für Schulden anderer Mitgliedsländer aufzukommen, denn diese sog. Bail-Out-Regel verbietet dies.
Sie widersprechen auch dem Argument, der Euro sei in Gefahr, und deshalb müssten die anderen helfen.
Ebensowenig sei richtig, wie Finanzminister Schäuble behaupte, Deutschland dürfe freiwillig helfen.
Dies widerspreche auch §125.
Es ist abzuwarten, wie das Bundesverfassungsgesetz im Nachhinein entscheidet, denn Bundespräsident hat das Gesetz zur Unterstützung Griechenlands schon unterzeichnet.

Es wird ja viel geschwafelt heutzutage …
So meinen viele Kinder bzw. Jugendliche, sie wären allwissend, weil sie schon sooo alt seien und vor allem Erfahrung ohne Ende hätten.
Einige behaupten auch, von Zeitgenossen – größtenteils den Eltern und/oder Verwandten – keine Lehre annehmen zu müssen, weil sie schon erwachsen seien. Sie weisen aber auch manchmal daraufhin, dass sie viel gelesen haben und deswegen über Erfahrung en masse verfügen.
Angelesene Erfahrung also!
Erfahrung ist allerdings etwas anderes, als sich anzulesen, wie das Leben funktioniert.
Als Erfahrung wird zweierlei bezeichnet: im Einzelfall ein bestimmtes Erlebnis eines Menschen in Form eines von ihm selbst erlebten und damit selbst wahrgenommenen Ereignisses, oder allgemein – und dann im Sinne von „Lebenserfahrung“ – die Gesamtheit aller Erlebnisse, die eine Person jemals gehabt hat
…
Im Alltag bezeichnet allgemein Lebenserfahrung das im Laufe eines Lebens gewonnene erprobte und bewährte Wissen.
Berufserfahrung bedeutet, jemand übte lange eine bestimmte Tätigkeit aus, legte sich – mit vielen verschiedenen Situationen konfrontiert, die gemeistert werden mussten – ein breitgefächertes Wissen zu.Aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebenserfahrung
Berufserfahrung wird von Schülern auch schon so deklariert, irgendwann mal einen Ferienjob gemacht oder Werbeblätter verteilt zu haben.
Von schlauen Schülern gibt es permanent peinliche Versuche, sch als erfahren zu deklarieren, indem man sagt, mein sei intelligent. Intelligenz hat nichts mit Erfahrung zu tun. Intelligente Leute können scheitern, „dumme“ Erfolg haben.
Erfahrung kann gute oder schlechte sein.
Erfahrung ist angesammelte soziale Kompetenz, geschult in Jahren des Testens, Meisterns, Scheiterns etc.
Erfahrung lässt einen wieder aufstehen. Es gibt auch Manischdepressive durch schlechte Erfahrung.
Erfahrung lässt sich nicht im stillen Kämmerlein anlesen, ebenso wenig wie Wissen.
Erfahrung ist die permanente Interaktion mit dem realen Leben auf der Straße.
Erfahrung speist sich aus dem Kennenlernen neuer Herausforderungen und neuer Perspektiven – außerhalb des stillen Kämmerleins.
Wer sich ins stille Kämmerlein zurückzieht und von da aus sein Leben managen will, wird scheitern…
… aus Mangel an Erfahrung.

Georg Funke wurde im Herbst 2008 als Manager der Hypo Real Estate gefeuert.
Vorher hatte er den „Immobilienfinanzierer“ 20000 Meilen unter das Meer gewirtschaftet.
Im Verlauf der Beinahepleite der HRE wurde diese verstaatlicht.
So konnte die Pleite noch verhindert werden.
Da Funke „Geschäfte“ mangelhaft vorbereitet hatte und so zu der Pleite mit beigetragen hatte, wurde ihm gekündigt bzw. mit sofortiger Wirkung das Arbeitsverhältnis beendigt.
Nun wolle Funke ca. 3.5 Millionen Euro von der HRE haben, weil sein Arbeitsvertrag schließlich bis 2013 laufe und Arbeitsverträge eingehalten werden müssten, ließ er verlautbaren.
Funke war seit Anfang der HRE deren Manager und ist auch für die Riesenpleite verantwortlich.
Die Aktionäre werfen Funke vor, sie viel zu spät benachrichtigt zu haben.
Erst als alle bemerkt hatten, dass das Kind in den Brunnen gefallen war, hatte Funke dies zögerlich zugegeben.
Die Aktionäre kann man allerdings auch nicht so wirklich ernst nehmen.
Zur Klage von Funke meinten sie, er dürfe das Geld nicht bekommen, sondern dieses solle mit den Verlusten der Aktionäre verrechnet werden.
Den Wichtigtuer geht es also ebenfalls nur um Geld.
Ebenso hoffen die Aktionäre, dass Funke das Hartz-IV-Leben kennenlernt.
Scheuklappen können schon aufs Gehirn drücken!
Elternhaus
aus Kamelopedia, der freien Wissensdatenbank
Das Elternhaus ist ein Gebäude, in dem lebende und erwachsene Kamele aufbewahrt werden. Wenn sie nicht mehr leben, nennt man das ein Totenhaus. Aber das ist ein anderes Thema.
Eltern ist die Mehrzahl von Elter. Zwei oder mehrere Elter sind dann also Eltern. Elter wurde bei einer Schlechtschreibreform korrigiert. Ursprünglich hies es Älter und bezeichnete ein an Jahren bereits vorangeschrittenes Kamel, das irgendwie natürlich älter war als seine Kamelwelpen.
Eltern produzieren Kamelwelpen, indem sie sehr dicht beieinander liegen – so dicht, dass keine Kamera dazwischen passt, um zu beobachten, was da genau geschieht. Ein wissenschaftliches Geheimnis also.
In einem Elternhaus befindet sich also eine Kamelfamilie. Werden die Welpen älter oder selbst ein Elter, dann verlassen sie ihr Elternhaus, um selbst so eines zu gründen. Im Laufe der Jahre wird es also ziemlich langweilig in einem Elternhaus.
Elternhäuser haben meist einen quadratischen Grundriss, auf dem die Mauersteine innenläufig aufgesetzt wurden, damit sie nicht außen runterfallen und womöglich ein Welpe treffen und töten. Durch diese Bauform konnten sich die Eltern das Dach sparen, weil die Mauersteine auf wundersame Weise zu einer Spitze sich aufgereiht hatten, auf der gerade noch Platz für die Sat-Schüssel war.
Die Innenarchitektur des Elternhauses ist verwirrend angelegt – man muss die Welpen ja beschäftigt halten! Besucher bekommen am Eingang einen Plan ausgehuft, den sie sich einprägen und dann auffressen müssen, denn die Welpen sollen ja bis zur Zeit ihrer Vollelterkeit im Unklaren gelassen werden, dass die Welt außerhalb des Elternhauses noch weiter geht.
Der Text ist unter der „Creative Commons Attribution/Share-Alike“-Lizenz verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Bild-Lizenzen können abweichen.
Alkohol benebelt.
Kinder gehören zu ihrer Mutter.























