Kreatives

Kreatives, eigene Geschichten, Abhandlungen, etc.

Steinerner Weg

Ich bewege mich auf dem steinernen Weg, muss Balance halten, um nicht abzurutschen auf dem unwegigen Gelände.
Ab und zu falle ich hin, und es tut weh, sehr weh, wenn ich mal wieder falle. Es dauert lange, bis ich wieder aufstehen kann, doch etwas Schmerz bleibt, wenn ich weitergehe auf dem Weg, der aus Steinen ist.
Ob links oder rechts, ob vor oder zurück. Vor ist mein Schicksal, nie zurück.
Doch die Schmerzen von gestern und vorvorgestern ziehen in meinen Knochen.
Und so wandere ich weiter auf dem steinernen Weg, einfach gerade aus.
Es gibt keinen Horizont, kein Ziel, kein Ende, nur diesen unendlichen, steinernen Weg, der mir beim Gehen immer wieder Schmerzen zufügt.
Niemand stürzt mich, wenn ich abrutsche.
Niemand fängt mich auf, wenn ich falle.
Wenn es regnet, wird es noch schlimmer, dann laufen die Wassertropfen über die Steine und machen den Weg noch umbegehbarer, als er schon ist.
Doch ich muss weiter – auf dem steinernen Weg.


Kreatves Schreiben

Syntronica: „Nur ein Wimpernschlag“

Nur ein Wimpernschlag kann entscheiden, ob man sich zum Beispiel mit einem Bügeleisen den Finger verbrennt.
Ein Wimpernschlag kann alles verändern.
Am Anbeginn der Zeit ging es Schlag auf Schlag.
Energie aus dem Nichts explodierte aus dem Nichts und breitete sich aus. In diesem Moment, in dem die Zeit geboren wurde, war es fast unendlich heiß.
Quarks entstanden, und erste „Bausteine der Elemente“ wie Protonen, Elektronen und Neutrinos wirbelten wild umher.
Und das alles innerhalb einer milliardstel Sekunde.
Kürzer als ein Wimpernschlag!
Nur ein Wimpernschlag könnte über die Zukunft entscheiden.
Ein mächtiger Staatschef verliert für nur einen Wimpernschlag die Contenance, passt nicht auf, denkt nicht darüber nach, was er sagt und schon ist die Welt in Aufruhr.
Nur einen Wimpernschlag halten die Menschen, mehr als vier Milliarden an der Zahl, in ihrer Bewegung inne und denken an den Frieden und an Gerechtigkeit.
Das würde den Staatschefs den Atem verschlagen.

Superfliege: „Nur ein Wimpernschlag“

Es war einer dieser unzähligen Abende, in der es sie wie immer in ihr Stammbistro zog. Es war für sie nicht nur ein Ort, in dem man essen konnte, mittlerweile war es für sie mehr geworden. Hier hatte sie viele nette Menschen kennen gelernt, und oft kamen Arbeitskollegen auf ein Schwätzchen vorbei.
Sie saß an einem Tisch, und beobachtete die anderen Gäste. Einige kannte sie vom sehen her, und mit manchen war sie auch schon ins Gespräch gekommen.
Sie wollte grade aufbrechen und gehen, als die Tür aufging und ein neuer Gast das Bistro betrat. Vom sehen her kannte sie ihn. Er arbeite in der gleichen Firma und nur durch die unterschiedlichen Abteilungen kam man vorher noch nie ins Gespräch. Wie durch einen Zufall steuerte er auf ihren Tisch zu, und setzte sich zu ihr. Schnell war man in eine lustige Unterhaltung vertieft. Beide konnten über die selben Witze lachen, und manches Mal gab ein Wort das andere, als könne der gegenüber sitzende ahnen, was man sagen wollte. Es war alles nur oberflächlich, denn keiner von beiden wollte ein tiefgründiges Gespräch führen. Man wollte sich nur amüsieren, und nicht irgendwelcher Probleme erörtern. Einfach nur Spaß an der Unterhaltung.
Dann tat sie, was sie schon so oft getan hat, wenn sie sich mit jemand unterhielt, sie knuffte ihn an der Hand, als sie etwas sagte. Sie hatte sich nichts dabei gedacht, doch mit der Reaktion die sie bei ihm auslöste hatte sie nicht gerechnet! Nur ein Wimpernschlag, und die Situation änderte sich von einer Minute zur anderen. Er hielt ihre Hand, doch wie er sie hielt, das sprach Bände. Sie verstand mit der Geste sofort, in welche Richtung das ganze skalieren würde, wenn sie dem nicht Einhalt gebot.
Ihre überschlugen sich, wie käme sie nun wieder aus der verfahrenen Situation heraus, ohne den anderen zu verletzen. Wollte sie es überhaupt, alles ging auf einmal so schnell. Verlegen versuchte sie einwenig Zeit zum Nachdenken zu gewinnen, indem sie bemerkte, sie wisse noch nicht mal wie er hieße. Doch die Frage war schnell geklärt, und sie war wieder an dem Punkt, wo sie noch vor einer Minute stand. Noch konnte sie aufstehen und gehen, oder wollte sie doch das Spiel mit dem Feuer? Hin und her sprangen ihre , die er sich nicht zu machen schien, denn er hatte den Platz neben ihr eingenommen, wo er doch noch vor einem Wimpernschlag ihr gegenüber gesessen hat. Jetzt wurde es eng, es wurde verdammt eng für sie. Doch warum eigentlich nicht das Spiel mit dem Feuer wagen. Warum immer der Moral und dem Anstand entsprechen, warum mal nicht alle Regel sprengen? Was hatte sie schon zu verlieren, und was konnte sie gewinnen. Dieser Abend verlief nun mal nicht so, wie es sein sollte. Immer näher rückte er auf sie zu, denn er schien gespürt zu haben, in welchem Dilemma sie sich befand. Jetzt musste sie eine Entscheidung treffen, und egal wie sie sein würde, ein Wehrmutstropfen war bei jeder. Sie entschied sich nach dem Bauchgefühl, zum Teufel mit Moral und Anstand. Warum darf man nicht mal das tun was nicht sein darf. Sie ging keine Verpflichtungen ein, sondern wollte genauso ihren Spaß wie er. Morgen hat sie wieder der Alltag eingeholt, und sie würde das Nachtrauern was nicht geschehen war. Sie gab ihm deutlich zu verstehen, wofür sie sich entschieden hat. Gemeinsam verließen sie das Bistro, und beide gaben sich der Leidenschaft hin. Nur diesen Augenblick genossen sie. Keiner fragte nach dem Morgen danach, was sein wird. Keiner übernahm irgendwelche Verpflichtungen dem anderen gegenüber, und am morgen trennte man sich, ohne zu wissen, wann und ob man den anderen wieder sehen wird.
Es  war nur ein Wimpernschlag dachte sie, wo sich von jetzt auf gleich die Situation verändert hat, und doch hat sie es nie bereut auf ihr Bauchgefühl bei diesem Mann gehört zu haben. Der Abend und was beide daraus gemacht haben, blieb nicht einzigartig.


Die Nacht bricht herein

Vor zwei Stunden war es noch warm und hell.
Die Sonne wärmte mit ihren goldenen Strahlen gerade noch die Erde und die Wesen, die auf ihr leben.
Es ist dunkel und kalt. Weißes Mondlicht strahlt Wolken fahlweiß an und lässt sie schaurig glühen.
Die kältegebende Dunkelheit kriecht in die Fingerspitzen, durch die Arme in den Körper derer, die noch unterwegs sind oder noch arbeiten müssen.
Es ist Samstagnacht.
Durch die Straßen ziehen grell geschminkte Frauen, die auf ihren Weg ins Vergnügen sind, Discotheken, Kneipen, Restaurants.
Langsam verteilen sich die Nachtmenschen über die Stadt und bevölkern die Häuser, in denen die Lichter angehen.
Neue Lebendigkeit in der Stadt.


Mann am Boden, schaut ins Wasser sein Anlitz nicht erkennend

Keine Erfüllung von Sehnsüchten, sondern nur Betäubung dergleichen und Verdrängung und Ablenken.
Visionen der Zukunft in meinen Träumen und nichts davon wird verwirklicht.
Die Nichterfüllung meiner Wünsche und Träume sowie die Enttäuschung meiner Liebe und Glückseligkeit nagt in starkem Maße an meiner Seele und tut mir sehr weh. Heiße ätzende Tränen zersetzen alles, wohin ich greifen will.
Meine Träume lösen sich durch schmerzende Säuretränen auf und mein Hoffen auf eine strahlende Zukunft versiegt in meinem Tränenmeer der absoluten Traurigkeit.
Verzweifelt sage ich mir, dass ich doch nur glücklich sein wolle, doch im gleichen Moment sehe ich nur den schmerzhaften Schleier das, was mir immer wieder angetan wurde und was mir widerfahren ist.
Ich weiß nicht, warum ich überhaupt noch sage, dass ich glücklich sein wolle, denn ich sehe nichts, was sein könnte oder wer sein könnte, mich glücklich zu machen.
Ich lebe in einem viel zu kleinen Zimmer und betrachte, wie meine Welt vor mir zugrunde geht.
Nichts erinnert mich mehr an den Stolzen, Hochmotivierten, der ich mal war.


licht-in-dunkelheit

Zarte Hand greift behutsam
neben dem Po neben sich
Zärtliches Streicheln spricht
von Liebe, die es bereit ist zu geben
Große geöffnete Augen strahlen
glücklich in die des anderen
Glücklich sind sie
Bereit alles aufzunehmen
was sie sehen
Wippender leichter Schritt berichtet
von der Leichtigkeit, sich fallenzulassen
Bereitschaft, überall hinzugehen
Zuckersüße Küsse auf die Lippen gedrückt
mit Wünschen, nie damit aufzuhören


crying-man

Alleine in der Stadt
Niemand, der mich grüßt
Und ich gehe durch die Straßen
einsam unter vielen
Einsam und allein
Musik klingt durch Kabel geleitet
an meine Ohren
Ich kenne sie auswendig
die Rhythmen und die Texte
Ich weiß, wann der Gesang
einsetzt und aufhört
Wann ein Solo eines Instruments
kommt und wielange es dauert
Mein Herz bewegt sich nicht mehr zur Musik
Meine Seele tanzt nicht mehr
Alles ist anders, oberflächlicher
seitdem ein weiteres Mal
eine dicke Narbe mein Herz durchzog
Als ein Teil von mir starb
Flammen sind versiegt
Ich sehe andere Menschen
doch erfasse nicht
was sie tun
Ich marschiere mehr, als das ich gehe
marschiere ohne Freude
ohne irgendeine Motivation
Gehen des Gehen willens
nicht mehr weil ich Freude verspüre
Gehen nur noch
weil ich es früher auch tat
bevor ein Teil von mir starb
Ich sehe Leute, die Händchen halten
doch empfinde nichts
nicht mal Trauer
weil niemand mehr meine Hand hält
Auch keine Freude
weil sie so glücklich sind
Keine
Seitdem ein Teil von mir starb


Kreatves Schreiben

Zum Thema von voriger Woche viel mir beim Lesen spontan noch etwas ein.

„Wer schrie vor Freude, als das Blau erfunden wurde?“

„Hm, Rot ist das Gegenteil von Grün“, sagte der Maler zu sich selbst, „und Grün das Gegenteil von Rot. Gelb ist das Gegenteil von Violett, Schwarz das Gegenteil von Weiß und umgekehrt.“
Er seufzte und schüttelte den Kopf.
In seiner Hand hielt er den Pinsel, dessen Borsten in Orange getaucht waren.
„Orange“, hauchte der Maler und dachte nach.
„Pflaumen sind violett, Erdbeeren sind rot, Apfelsinen sind orange, Zitronen sind gelb, Blätter sind Grün …“
Er schaute auf das Bild, das er soeben gemalt hatte, was aber mit sich und der Welt nicht wirklich zufrieden, denn etwas fehlte.
„‚Alle Farben und Komplementärfarben sind Elemente auf dem Farbenkreis‘ hat mein Kunstprofessor immer gesagt“, sinnierte er weiter, „‚Komplementärfarben sind das, was übrig bleibt, wenn man eine Farbe herauspickt und die anderen mischt. Von Rot bleibt Grün übrig, weil Grün auf der gegenüberliegenden Seite des Farbkreises liegt.‘“
Er zog die Augenbraunen zusammen und dachte nach.
Es gab viele Farben im Spektrum. Violett, Rot, Orange, Gelb, Grün.
Alle diese Farben hatten eine Gegenfarbe, eine komplementäre, doch was lag gegenüber von Orange? Kopfschütteln.
„Orange ist Rot mit Gelb“, dachte der Künstler, „Grün … Ist Grün nur Grün? Violett nur Violett.?“
Er begutachtete sein Kunstwerk von dem Obstgarten.
Er nahm den Farbkreis in seine Hand.
Etwas fehlte zwischen Grün und Violett, aber was war es?
Orange teilte sich in Rot und Gelb. Zieht man Gelb von Orange ab, bleibt Rot übrig. Was aber musste man von Grün abziehen, damit Gelb übrigblieb? Was musste man von Violett abziehen, damit Rot übrig blieb?
„Himmel, hilf mir!“ sagte er und schaute nach oben.
Dann schrie er jubelnd auf …


Kreatves Schreiben

Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

„Wer schrie vor Freude, als das Blau erfunden wurde?“

Es war die Taube am Ende des Regens.
Lange hatte sie am Boden gestanden und ließ sich seit Anbeginn der Tage den Körper und vor allem die Federn nass regnen.
Sie wusste, dass sie geboren wurde zu fliegen, doch in der Regen gebärenden Dunkelheit machte es ihr keinen Spaß, ihre klitschenassen Flügel zu heben, da diese Unmengen von Wasser aufgesogen hatte, was sie schwerer und schwerer machte.
So gebar sich just an diesem Tag das Blau aus sich selbst und der Himmel war plötzlich da, der blaue Himmel.
In dem schönsten Blau erstrahlte die Welt und die Taube schrie vor Freude.
Der Regen hörte auf und Federn konnten trocknen.
Nach einiger Zeit konnte die Taube sich empor schwingen und sah die Sonne, denn mit dem Blau wurde auch sie geboren.

Superfliege: „Wer schrie vor Freude, als das Blau erfunden wurde?“

Vor sehr langer Zeit, beschloss die Erde nicht länger als farblose Kugel durch die Galaxie zu gleiten! Sie wollte auffallen und auf sich aufmerksam machen! Schnell waren grün, gelb und rot verteilt gewesen, in sämtlichen Abarten und Abwandlungen! Jeder wollte damit die Aufmerksamkeit auf sich lenken! Das Meer, und der Himmel hatten wenig Interesse daran! Sie hassten es, wie sich Fauna und Flora in den Vordergrund drängten, nur um das größte und schönste Stück zu bekommen! Sie wollten keine Mitläufer sein! Sie wollten einzigartig sein, sowie sie schon mit ihrer Größe einzigartig waren! Lieber blieben sie farblos, als sich selber untreu zu werden!
So steuerte die Erde weiter durch die Galaxie, jetzt farbenfroher, aber noch nicht vollständig gefärbt!
Was mach ich nur, was soll ich tun, damit meine beiden größten Areale auch Farbe bekommen! Die Erde grübelte und grübelte! Es muss etwas besonderes sein! Sie versuchte und experimentierte! Doch nicht ein Wort des Jubelns hörte sie vom Himmel und vom Wasser!
Desillusioniert malte sie die Farbe blau, mit der Gewissheit auch diesmal nicht das richtige getroffen zu haben! Als der Himmel und das Wasser die Farbe sahen, jubelten sie auf! So wollten sie aussehen! So wollten sie sich von allen anderen absetzten! Das ist genau der richtige Kontrast, so wollen wir sein! Schreiend vor Freude nahmen sie die Farbe blau an!
Seit dieser Zeit reist die Erde, auch als blauer Planet bekannt, durch die Galaxie!


Kreatves Schreiben

„Was könnte die uralte Eiche erzählen?“

„Mein Gott, hatte ich Angst, als die Schergen der Inquisition angefangen sind, hier abzuholzen“, sagte die uralte Eiche und schüttelte ihre Äste, sodass es raschelte.

„Die In-qui-si-ti-on?“, fragte der Junge lang gezogen und abgehackt.

„Ja, die Inquisition“, antwortete die Eiche, „üble Gesellen!“

„Was haben die denn gemacht?“, wollte der Junge wissen, „wollten die dich fällen?“

„Bestimmt“, machte die Eiche, „ich hatte wohl Glück.“

„Erzähl mal von der Inquisition, oder wie die hieß“, forderte der Junge die Eiche auf.

„Ich kann zwar nicht lesen, aber in Eurer Bibel steht, dass man faule Zweige, die sich im Weinberg des Herrn befinden, verbrennen soll“, begann die Eiche, „und das haben die üblen Gesellen getan.“

„Dann hast du also Glück gehabt, weil du eine Eiche bist“, sagte der Junge.

„Nein, nein. Sie meinten mit faulen Zweigen die Abtrünnigen. Wer nicht genau das machte, was der Vatikan vorschrieb, war ein Abtrünniger. Und die wurden bestraft.“

„Wenn einer nicht sonntags zur Kirche ging, war er ein Abtrünniger“, fragte der Junge neugierig und dachte sich, dass er wohl auch ein Abtrünniger wäre.

„So schlimm war es nicht“, beschwichtigte die Eiche, „man musste schon einiges verbrechen. Wer nicht genau das glaubte, was der Vatikan sagte, wurde erstmal befragt. Wenn er dann schuldig im Sinne des Vatikans war, wurde er verurteilt. Die Strafe konnte Fasten sein, Auspeitschen, Einweisung in ein Kloster und in schlimmen Fällen auch das Verbrennen sein.“

„Das war ja schlimm“, hakte der Junge nach, „nur weil ich nicht glaube, was der Pfarrer sagt, werde ich bestraft?“

„Jetzt nicht mehr, aber früher. Du kannst dir nicht vorstellen, was die Inquisitoren getan haben, um Leute zu überführen. Sie haben ganze Familien gegeneinander aufgehetzt. Und wenn das nicht half, dann haben sie gefoltert.“

„Ich bekomme eine Gänsehaut“, sagt der Junge und schüttelte sich, „ich dachte, man darf nicht töten.“

„Das haben sie ja auch nicht. Sie haben die Todgeweihten einem weltlichen Gericht übergeben. Die haben dann die Abtrünnigen bestraft. So war der Vatikan schön raus.“

„Das ist ja verlogen“, empörte sich der Junge, „im Unterricht in der Schule haben wir gelernt, dass dies Beihilfe zum Mord ist.“

„Was ist Beihilfe zum Mord?“, hörte der Junge eine Stimme neben sich.

„Was die Kirche gemacht hat.“

„Natürlich“, sagte Stimme wieder. Der Junge schlug die Augen auf und schaute auf das Buch, das er neben sich liegen hatte, ein Geschichtsbuch über die Inquisition.

Er gähnte.

„Ich muss wohl eingeschlafen sein“, meinte er grinsend und dachte an die uralte Eiche, die ihm im Traum erschienen war.

„Stimmt“, sagte sein Vater, „du hast einiges gemurmelt.“


Kreatves Schreiben

Grafik „Angst blockiert“: (ⅽ) Deborah Rosen (mit freundlicher Genehmigung)
Grafik : © Deborah Rosen (freundlich lizensiert für Syntronica.net)

Syntronica: „Angst blockiert“

Tausendmal hatte sie davon geträumt. Es waren Albträume der übelsten Sorte gewesen, die sich ihrer bemächtigten, nachdem sie vor Jahren den Reitunfall gehabt hatte.
Sie war mit ihrem Pferd ausgeritten, und alles war prima. Das Wetter war schön, die Sonne strahlte. Richtiges Wetter zum Ausreiten!
Sie war auf dem Rücken des Pferdes um das Haus geritten und wollte in Richtung der Koppel weiter, als das Pferd plötzlich ausrastete, sich hin und herwandte, sich aufrichtet und wild um sich trat. Bei diesem Manöver flog sie mit hohem Bogen aus den Sattel und schlug Sekundenbruchteile später auf den Boden auf. Das Pferd galoppiert wie verrückt davon und ließ sie allein liegen.
Da das Pferd so aufgeregt um den Reitstall galoppierte, vermutete man Arges und hatte leider recht behalten. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellte sich schnell heraus, warum das Pferd ausgerastet war. Das Mädchen meinte während der Untersuchung meinte, dass ihr Arm wehtue, und dass sie Atemnot habe. Ein pfiffiger Arzt hatte auf ihren Arm geschaut und ihm waren zwei kleine blutende Pünktchen aufgefallen. Er erkannte einen Schlangenbiss, der sich später als der einer Kreuzotter herausstellte. Deswegen hatte das Pferd gescheut.
Das war über zehn Jahre her und das Mädchen hatte nie wieder den Reiterhof betreten und war auch nicht mehr geritten. Sie fuhr langsam mit ihrem Auto die Landstraße entlang. Ihre Cousine begleitete sie mit dem Pferd. Plötzlich knallt es und das Auto hatte einen Plattfuß. Das Pferd hatte sich erschrocken und galoppierte los. Die Cousine war ins Gras gefallen, allerdings war nichts passiert.
Das Pferd raste auf einen Ausflugswagen, in dem Kinder saßen zu.
„Halt das Pferd auf“, rief die Cousine, „ich kann nicht, mein Knöchel.“
Die Albträume kamen wieder hoch, doch sie sah die lachenden Kinder in dem Planwagen und das Pferd, das daraufzuhielt. Sie hatte richtig erkannt. Wenn das Pferd auf den Planwagen … nicht auszudenken!
Sie rannte los und erreichte keuchend das Pferd und hielt die Zügel fest. Kurz darauf kamen beide zu stehen. Sie weinte und hielt sich am Pferd fest.
Der Planwagen fuhr weiter seines Weges. Niemand hatte etwas bemerkt.

Superfliege: „Angst blockiert“

Während der Evolution wurden Gestalten und Körper entwickelt. Nicht nur die Hülle, sondern auch deren Inhalt. Vieles lässt sich logisch erklären, wieso weshalb was entstanden ist. Nur bei manchen Dingen fehlen diese Erklärungen.
Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze wurde mit Empfindungen ausgerüstet. In der Fauna und Flora kann unser Verstand uns erklären, wieso sie sich was so verhält. Bei weiter entwickelten Spezies wird es schwer, besonders bei gleichen Artgenossen.
Alle Menschen kommen mit der neutralen „Infozentrum“ auf die Welt. In den ersten Monaten sind nur Urinstinkte, die das kleine Wesen zum überleben braucht. Dann beginnen sich die Sinne zu schärfen und entwickeln. Dabei gibt es noch kein Gut und Böse. Je mehr Dinge das kleine Individuum ausprobiert, umso stärker werden sie in die Kategorie Gut und Böse eingestuft. Eine Situation, die gut ausgeht, wird erst mal mit positiven belegt, sowie andersherum im negativen Sinne.
Kein Mensch hatte große Bedenken in ein Flugzeug einer sicheren Airline zu steigen, bis der 11. September 2002 kam. Dieses Ereignis erschütterte die Welt. Viele Dinge , die man bis dahin positiv eingeschätzt hatte, waren auf einmal negativ. Jeder Flug wurde unmittelbar danach zu einem negativen Ereignis, obwohl nie wieder ein Flugzeug in ein Gebäude flog.
Jeder anders Gläubige wurde missbilligend betrachtet, obwohl er nicht die gleiche Gesinnung wie die Attentäter hat. Angst blockiert, Angst kann eine ganze Welt aus den Fugen heben.
Wird uns nicht immer noch unsere Geschichte vor Augen geführt, obwohl wir nichts dafür können? Blockiert aus Angst unsere heutige Generation nicht dasselbe? Gehen wir auf die Straße, wenn ein Unrecht im Stillen wächst? Halten viele nicht den Mund, wenn ein Unrecht geschieht, aus Angst ihre soziale Stellung zu verlieren, ihren Job? Ist es nicht genauso wie vor Generationen? Meinen wir, wir sind besser? Nein, und weiterhin blockiert uns die Angst. Beweggründe gibt es dafür viele, Ändern werden wir uns nie, solange man immer noch mit Fingern auf uns zeigt. Im Zeitalter von Computer, Fernseher….warum werden Menschen nicht offener und ehrlicher aufgeklärt? Nein, man benutzt das Werkzeug „Angst blockiert“ um die breite Bevölkerung weiter gefügig zu halten.


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