Kreatives

Kreatives, eigene Geschichten, Abhandlungen, etc.

Kreatves Schreiben

Syntronica: „Was ist trauriger als ein Zug im Regen, der nicht fährt?“

Einsamkeit beschleicht mich, wenn ich alleine durch die Welt gehe.
Schauend nach links und rechts sehe ich viele Leute, doch niemand berührt mich wirklich.
Ich sehe schöne Dinge, doch sie machen mich nicht im Entferntesten glücklich. Sie heben meine Stimmung nicht.
Mein körperliches Befinden ist gut, doch meine seelische Komponente ist immer noch gefangen in Traurigkeit. an meine Nutzlosigkeit befallen mich und lähmen mein Empfinden.
Weiter gehe ich und schaue in Gesichter, erhasche manchmal, eher selten, einen freundlichen Blick, freue mich dieses Augenblicks, doch nach und nach verfällt dies wieder in endlose Traurigkeit.
Einsam unter vielen.
Ich spüre Fernweh nach einer Insel, die ich mehrmals kurz besuchen durfte.
Doch ich blieb an diesem Ort einsam und traurig zurück.
Der Ozean der Tränen schwemmte mich irgendwo an und es ging irgendwie weiter.
Fröhlichkeit wird erstickt durch die Nutzlosigkeit.
Regen geht auf mich hernieder, obwohl die Sonne scheint, und frisst an meinem vernarbten Herz, das einsam in meiner Brust pocht, pocht für niemanden und niemand hört den stummen, lautlosen Schrei in meiner Brust.
Sprengstoff und Feuer zirkulierten einst durch meine Adern, doch Regen ist ein Feuerlöscher.
Es gibt keinen Sonnenstrahl, der meine Welt erhellt, kein Sonnenstrahl zerstobt die Regenwolken, die über mir stehen und ihren Inhalt auf mich ausschütteln.
Und mir wird kalt.
Traurigkeit frisst weiter an mir und dies ist schlimmer als ein Zug im Regen, der nicht fährt.

Bin ich der Zug im Regen, der nicht fährt?

Superfliege: „Was ist trauriger als ein Zeug im Regen, der nicht fährt?“

Wir bitten um kurze Aufmerksamkeit liebe Fahrgäste! Leider kann bei diesem Regen der Zug nicht pünktlich weiterfahren, da einige Streckenabschnitte zu Zeit unpassierbar sind! Wir bitten sie Ruhe zu bewahren. Sobald das Problem beseitig ist, wird der Zug seine Fahrt wieder aufnehmen! Wir danken für ihr Verständnis!“ Ein Rauschen ging noch durch den Lautsprecher, dann war es funkenstill. Die Stille war nur von kurzer Dauer. Chaos und Hektik brach unter den Fahrgästen aus, Handys wurden aktiviert um wichtige Nachrichten und Mitteilungen weiterzugeben. Nur er blieb ganz ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Er hatte keinen der auf ihn wartete und keine Nachricht die er weiterleiten musste! Müde legte er den kopf an die Kopfstütze und starrte nach draußen in den Regen. Sein Blick folgte den Regentropfen, und so langsam, ohne das es ihm bewusst wurde, gingen seine Gedanken auf Reisen!
Er sah sich, wie er lachend mit seiner Frau über eine Lichtung im Wald ging. Beide waren jung und voller Pläne, was ihre gemeinsame Zukunft anging. Sie wollten heiraten und Kinder haben! Hand in Hand lagen sie im Gras, schauten in die Wolken und bauten sich ihre Luftschlösser. Alles war so einfach und schön, rosarot lag die Zukunft vor ihnen. Das ganze blieb für beide nicht nur ein Traum, sondern wurde Wirklichkeit. Sie heirateten und was immer sie sich in ihrer Jugend ausgemalt hatten, es wurde Wirklichkeit! Ein Wehrmutstropfen lag auf ihrem Glück, bis jetzt hatten sie noch keine Kinder, so das alles erträumte in Erfüllung gegangen währe.
Traurig ging sie eines Tages zum Arzt und erzählte ihm von ihrem Wunsch, endlich ein Kind zu bekommen. Nach gründlicher Untersuchung meinte er, das es eine kleine Fehlsteuerung ihres Körpers sei, und nach einigen Tests, könne man dem entgegenwirken. Alle Tests brachten nicht das erhoffte Ergebnis, im Gegenteil, es war eine niederschmetternde Diagnose. Sie hatte Krebs!
Nachdem sie ihrem Mann die Diagnose gesagt hatte, brach für beide eine kleine Welt zusammen. Man war noch voller Hoffnung, und wollte dem Feind den Kampf ansagen! Er unterstütze sie, wo er nur konnte. Alle Operationen, alle Bestrahlungen, jede Chemo‑ die sie über sich ergehen ließ, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Diese Krankheit, sie verfolgte heimtückisch und sinnlos ihr Ziel! Als sie nicht mehr konnte saß er an ihrem Bett, hielt ihre Hand, und ließ sie schweren Herzens in eine andere Welt gehen. Sie glitt in das Reich der Toten, nachdem er ihr das versprechen gegeben hatte, wenn es an der Zeit ist, nicht bis zu seinem Lebensende als Singel u bleiben. Das war ihr letzter Wille gewesen.
Als sie ging starb ein Stück von ihm mit ihr. Mechanisch organisierte er die Beerdigung. Nicht eine Träne der Trauer hatte seine Augen verlassen. Allen Schmerz trug er in sich, über all die Jahre.
Nun saß er in diesem Zug im Regen, der nicht fahren konnte. Und wie der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte, konnte er endlich seinen Tränen freien lauf lassen. Alles Aufgestaute in seinem Inneren kam heraus. Er merkte dass dies nicht nur die Tränen der Trauer, sondern auch der Befreiung waren. Endlich konnte er gefühlsmäßig alles verarbeiten, was so lange verschlossen und verborgen in ihm war.
Dieser zwangsmäßige Stillstand in seinem Leben. Die Gedanken die dadurch auf Wanderschaft gingen, die Auseinandersetzung mit seinem Erlebten. Alles währe nicht geschehen, hätte der Zug weiterfahren können!
„Liebe Fahrgäste, wir danken für ihr Verständnis. Der Zug nimmt seine Fahrt wieder auf!“ knarrte es nach Stunden aus dem Lautsprecher.
Was gibt es traurigeres als ein Zug im Regen der nicht fährt. Sich zwangsweise im Leben, und sei es mit Hilfe des Unterbewusstseins, durch einen Stillstand mit Dingen auseinanderzusetzen, vor denen man so lange auf der Flucht war.
Im Zielbahnhof angekommen, setzte er seinen Lebensweg fort, doch nicht mehr mit den Ketten, die auf seiner Seele lasteten. Er war befreit, wenn auch auf eine sehr schmerzliche Art und Weise, da er sich endlich mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hat!


Kreatves Schreiben
Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

an das Gebäck“

Von weitem sah ich das Gebäck.
Es sah sehr lecker aus.
Schon von dort konnte ich den Geschmack erahnen, denn so schön sah es aus.
Mein gustatorischer Sinn malte sich aus, wie es wohl wäre, wenn ich hineinbisse.
Langsam ging auch auf das Gebäck zu und kam ihm näher.
So konnte ich auch besser erkennen, wie es aussah.
Bald war es ein Leichtes, dass Gebäck zu berühren und ich tat es.
Die Struktur war schön und so gleichmäßig, so wunderschön leicht.
Es gefiel mir. In meiner Fantasie sah ich mich schon hineinbeißen.
Dann führte ich es näher an mein Gesicht und leckte mit der Zunge leicht daran.
Es schmeckte so süß wie das Paradies.
Nun schloss ich meine Augen, um endlich hineinbeißen zu können.
Aber das Gebäck war plötzlich weg.


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Syntronica: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

In Bistro war das Licht so dunkel, dass es nicht störte, aber auch so, dass man noch alles sehen konnte.
Während ich dort allein in einer ledernen Sitzecke saß, schaute ich wie zufällig zu zwei Frauen herüber, die am Tresen ein Getränk einnahmen.
Die eine von ihnen nahm ein Papiertaschentuch aus der Jeans. Die andere hielt ihr deren Zigarette hin, die diese in ihre Hand nahm. Die ohne Zigarette marschierte Richtung der Toilette.
„Hm!“, dachte ich, „alleine?“
Die, die jetzt die Zigarette hatte, war ungefähr in meinem Alter, suchte nach irgendetwas, steckte sich die Zigarette nach dem Hin‑ und Herschauen in den Mundwinkel und faltete dann das Papiertaschentuch auseinander. Sie schnäuzte hinein.
Sie trug blauen Lippenstift, der mir aber schon vorher aufgefallen war.
Ich schaute noch einige Sekunden auf ihre Lippen und dachte mir: „Was für eine Zicke ist das denn? Blauer Lippenstift!“
Was für eine komische Farbe!
Dann kam die Freundin nach ein, zwei Minuten zurück. Sie bekam wieder ihre Zigarette zurück und dann redeten sie wieder miteinander.
„Blauer Lippenstift! Was für eine Zicke!“, dachte ich wieder.
Stunden später.
Die, die in das Papiertaschentuch geschnupft hatte, während ihre Freundin auf der Toilette war, schaute mich verträumt an und nahm einen Schluck von ihrem Getränk.
Wir saßen immer noch in dem Bistro, uns gegenüber.
Ihre Freundin war schon längs gegangen.
Danach hatte sie mich gefragt, ob sie sich zu mir setzen dürfte, was ich aus einem nicht nachvollziehbaren Grund nicht verneinte.
So kamen wir ins Gespräch und lernten uns kennen.
Irgendwann war sie kurz auf der Toilette gewesen und hatte sich, ohne dass wir darüber ein Wort verloren hätten, den blauen Lippenstift entfernt.
Das war aber schon einige Stunden her.
„Sag mal“, sagte sie, „als du mich mit dem blauen Lippenstift gesehen hast …“
„Ja?“ fragte ich.
„… da hast du doch bestimmt gedacht: ‚Was für eine Zicke ist das denn?‘.“

Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich schätze doch Leute nicht nach der Farbe des Lippenstifts ein. Was denkst du denn von mir?“

Superfliege: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

Es war wieder einmal Wochenende, und sie wollte wie jedes Wochenende wieder auf die Suche nach einem Mann gehen! So lange war sie schon allein, und sie sehnte sich nach Zweisamkeit! Aber diesmal sollte es nicht wie immer Ablaufen, keine kurze Bekanntschaft mehr! Diesmal sollte es etwas anderes besonderes sein! Sie wollte nicht nach dem Wochenende erneut feststellen, das sie aufs falsche Pferd gesetzt hat, und ihre Bekanntschaft entpuppte sich als Familienvater, der sich für zwei Tage eine Auszeit von seinem Spießbürger leben gönnte!
Sie dachte sich an jenem Samstagabend, wenn ich aussehe wie eine Exotin, werde ich auch nur für die Männer interessant sein, die nicht nur eine kurze Bekanntschaft suchen!
Mit blauen Lippen und einer Zigarette im Mundwinkel stand sie nun an der Bar, und wartete auf ihren Traumprinzen! Nach einiger Zeit gesellte sich auch ein paradiesvogelähnlicher Mann neben sie! Schnell kam man ins Gespräch, und sie dachte, dieses Mal ist alles anders! Jetzt glaube ich habe ich das gefunden, was ich immer gesucht habe! Was nicht so ein Lippenstift ausmacht, dachte sie innerlich triumphierend!
Man verbrachte das Wochenende miteinander, und es lief wieder nach demselben Schema ab!
Enttäuscht stellte sie am Montag fest, dass ihr Paradiesvogel doch nur eine Ente war, und er glücklicher Familienvater sei!
Sie gestand sich ein, man kann zwar die Fassade ändern, aber solang man seine Einstellung nicht ändert, wird es immer auf dasselbe Ergebnis hinauslaufen!
Die Frau wird noch viele Frösche mit blau, gelb, rot oder pink gefärbten Lippen küssen, bis es soweit ist, das sie sich geändert hat!
Aber die Hoffnung gebe ich nicht auf, denkt die Frau, mit einer Zigarette im Mundwinkel!


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Syntronica: „Wie kam der griechische Bauernsalat auf die orange Sitzecke?“

„Ups“, rief Kostas und streckte schnell seine Arme aus, um die Balance zu halten. Er ruderte mit den Armen herum und schaffte es sogar, das eine Tablett mit den zwei Gläsern Pils und das andere Tablett mit den Tellergerichten auf dem Tisch nahe der orangefarbenen Sitzecke abzustellen, ohne das etwas auf den Tisch oder den Boden verteilt worden war.
„Glück gehabt“, sagte ein junger Mann.
„Nee, nee“, meinte Kostas und grinste, „das ist langjährige Erfahrung.“
Die junge Frau lächelte.
„Entschuldigung“, sagte Kostas und wischte kurz mit seinem Tuch über den Tisch. Dann bückte er sich und schaute, warum er gestolpert war.
Eine Olive.
Der junge Grieche nahm die Olive auf und wischte kurz über den Boden, damit niemand mehr ausrutschen konnte. Er kam wieder hoch, genau in dem Moment, als seine Mutter, dem Pärchen am Tisch die Salatteller servieren wollte.
„Koooooooostaaaaaaaaas …“

Superfliege: „Wie kam der griechische Bauernsalat auf die orange Sitzecke?“

Diese Frage könnte er jedem stellen den er zu seiner Feier eingeladen hatte. Alle waren es seine Freunde, und von keinem hätte er es erwartet. Und jeder würde es auch niemals tun. Und doch, nun lag der griechische Salat auf seiner orangefarbenen Sitzecke.
So eine Ignoranz dachte er, haben sie keinen Respekt mehr vor fremdem Eigentum.
In der Gruppe war jeder stark. Man konnte sich ja hinter dem anderen Verstecken. Und mit einem Schulterzucken kam jeder fein aus der Nummer raus.
Keiner hat was gesehen, keiner hat was gehört und keiner weiß was. Wie Schade dachte er, selbst seinen Freunden kann man nicht mehr trauen. Wenn das im Kleinen schon so ist, wie verkommen sieht dann erst die Gesellschaft aus! Während seine Feier noch im vollen gang war, gingen seine auf Wanderschaft! Kritisch betrachtete er seine Gäste! Dort sein ehemaligen Klassenkameraden, hatte er nicht eben noch geprahlt, er war am Wochenende auf einer Demo gegen Pelze! Wenn er sich so für das Leben der Tiere einsetzt, warum trägt er dann Lederschuhe? Werden sie nicht auch aus Tierfellen hergestellt? Wieder begegnete ihm die Ignoranz! Seine ehemalige Studienkollegin, hatte sie damals nicht schon gegen den Missbrauch von Kindern gewettert? Hat sie sich jemals für so etwas eingesetzt? Aktiv, nicht Kollektiv bei einer Lichterkette, sondern als Einzelkämpferin? Weiß sie überhaupt wo so etwas stattfindet, der Missbrauch? Hat sie jemals eine misshandelte Kinderseele gesehen? Will sie das überhaupt? Oder einfach nur in der Gemeinschaft was „tun“ aber im Grunde ist es ihr egal ob etwas verändert wird! Ist sie dort nicht wieder die Ignoranz? Weiter schaut er sich seine Besucher an! Dort der junge Mann. Hat er nicht Nächte lang mit seinem andersgläubigen Mitmenschen diskutiert? Wie oft hatte er ihm von dem Gedankenaustausch erzählt. Es sei alles so interessant hatte er damals gesagt! So viel Unrecht sei geschehen! Wie oft hat er ihm in den Ohren gelegen, dass er nun die andere Seite besser versteht, und dass so etwas nie wieder vorkommen dürfe! Hatte er nicht eben noch laut bei einer Diskussion gesagt, das doch ein Fünkchen Wahrheit sein musste, sonst währe das Unrecht nicht geschehen. Wieder diese Ignoranz! Noch unzählige Dinge vielen ihm auf, als er jetzt jeden aus einem anderem Blickwinkel sah! War er vielleicht zu Ignorant zu Glauben, sie hätten sich geändert! War es nicht vorprogrammiert, dass der griechische Salat auf der orangefarbenen Sitzecke kam? In was für einer Gesellschaft lebe ich nur, dachte er traurig! Alle meinen im kollektiv was bewegen zu können. Doch nichts wird sich verändern. Es wir weiter Hass, Neid, Missgunst und Ignoranz geben. Solang nicht jeder einzelne sich ändert, und mal den Mut hat zu sagen, ich war es, ich habe mich Fehlverhalten, ich hab den Fehler gemacht, wird sich nie was ändern. Jeder hat Angst, wenn er sich zur Wahrheit bekennt, wird es negative Folgen für ihn haben! Doch hat man es schon versucht? Es hätte doch nur einer zugeben müssen, wer den griechischen Salat auf die orangefarbene Sitzecke gestoßen hat! Und eine kleine Welt währe schon etwas bunter und heiler gewesen!


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„Dinge, an denen mein Herz hängt“

Es sind keine materiellen Dinge, an denen mein Herz hängt, sondern eher die immateriellen.
Es sind Erklärungen, Antworten auf Fragen wie „Warum ist die Bahn des Mondes so, wie sie ist?“ oder „Warum kann man Licht nicht fangen?“
Es sind aber nicht nur die Fragen, was etwas sei, sondern wie etwas werde, die Frage „Wie geht es besser in Zukunft oder wie lässt sich manches beim nächsten Mal verhindern?“
Dabei geht es mir nicht darum, zu interpretieren, sondern zu überlegen, wie manches im positiven Sinne zu verändern ist.
Interpretiert haben die Philosophen genug.
Mir geht es darum, zu verändern.
Nichts ist konstant, so wie es viele wollen, es geht darum, alles zu Besserem zu verändern.
An diesen Dingen hängt mein Herz.


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Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

„Als ich im Sommer den Duft der Veilchen vernahm“

„Ah!“, machte es neben mir und ich schaute mich um.
„Na, Patience?“ fragte ich uns lächelte die braunhaarige Frau an, „Habe ich dir zu viel versprochen?“
„Non, mon amour“ antwortete sie und streichelte meinen Arm, „hier ist es sehr schön.“
Sie küsste mich auf die Lippen. Bald blieb mir der Atem weg.
Ich ruderte mit den Armen und begann zu schielen, doch Patience hatte die Augen geschlossen und genoss den Kuss mit jeder Sehne ihres Körpers.
Ich schaffte es schließlich, meine Lippen vor ihren zu lösen und atmete erstmal durch.
Wahrlich eine Frau, die einem den Atem nahm.
Arm in Arm saßen wir einige Zeit auf der Terrasse und bewunderten die wunderschöne Landschaft.Patience war begeistert und konnte ihre Augen kaum von ihr lösen.
Obwohl wir unter einem Sonnenschirm saßen, lief mir bald der Schweiß über die Stirn. Sie bemerkte dies und grinste schelmig.
„Sollen wir etwas spazieren gehen?“ fragte ich.
„Oui, naturalement“, antwortete sie wieder auf Französisch. Dies tat sie sehr oft, um mich zu motivieren, meine französischen Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie konnte aber auch hartnäckig sein, wenn ich partout nicht reagieren wollte. Dies konnte in eine Kissenschlacht ausarten.
Sie stand auf, nahm mich bei der Hand und führte mich hinaus.
Wir wanderten durch die sonnendurchtränkten Felder und genossen den langem Urlaub, der noch drei Wochen dauern sollte. Endlich unser wohlverdiente Urlaub, wie hatten wir uns gefreut.
Endlich machte uns niemand einen Strich durch die Rechnung.
Sie trug ihren Strohhut, ich meinen Lederhut. So konnte uns die Sonne nichts anhaben.
Nach einigen Kilometern Marsch kamen wir an ein Feld, das einer Gärtnerei gehörte und der Geruch der Veilchen zog uns in die Nase.
„Merveilleuse, des violettes“, bemerkte Patience, wieder mal auf Französisch und beugte hinunter, um den Duft besser genießen zu können.
Eine Frau um die Fünfzig kam uns entgegen und schaute uns an, während wir mal wieder im Küssen vertieft waren und sie erstmal nicht bemerkten.
Irgendwann lösten wir uns und bemerkten die Frau, die in unserer Nähe stand, jedoch irgendwo anders hin schaute.
„Ein schöner Tag“, sagte ich verlegen und fragte mich, seit wann die Frau hier stand.
„Ja, ein schöner Tag“, kam die Antwort, dann drehte sie sich um, und hielt uns einen Veilchenstrauß entgegen.
Wir zögerten, doch sie lächelte sehr freundlich und meinte: „Keine Angst, nehmen Sie ruhig. Mir gehört die Anbaufläche.“
„Ähm, ähm, ja, ähm, danke, vielen Dank“, sagte ich berührt und – das passiert mir nicht oft – nach Worten ringend.
Die Frau lächelte uns freundlich an und sagte: „Ich habe sie gerade gesehen, als ich die Bewässerungsanlage kontrollieren wollte. Ihre Augen strahlten so vor Liebe, da musste ich Ihnen einfach ein Geschenk machen.“
Patience, eigentlich auch nicht auf den Mund gefallen, war sprachlos und zog es vor, rot anzulaufen.
Sie berichtete nachher, mir wäre es auch so ergangen.
Der Duft der Veilchen.

Nun sitze ich hier auf der sonnenreichsten Insel Deutschlands und schaue auf die Rapsfelder.
Die Frau im Nachbarhaus hat von ihrem Mann einen Strauß Veilchen geschenkt bekommen und tat ihrer Freude allen Nachbarn kund.
Der Duft der Veilchen in meiner Nase, die Blumen in meiner Nähe, doch Patience war schon lange fort.


Wolf alias Syntronica

Ⅰ always see the same scenes in my night mares
And Ⅰ asked the shadows surrounding my mind
How does it feel to see me crying in the sun shine?
How does it feel to see me crying in the rain?
How does it feel to laugh when Ⅰ cry?
Sweating Ⅰ wake up, my eyes are wet and red.

Early in the morning after showering
Ⅰ am alone with all my tears and sorrows
The strong coffee does not cause anything
It can not vanquist my creeping sleep
Peaces of bread can not satisfy my hunger
Another bad and blue day has begun

How am Ⅰ supposed to be the bad man?
Why does not it stop raining on me?
What is the cause to always be in superstition?
My heart grows colder and the river grows larger.
Flames of eternal bad luck poison everything Ⅰ do.
When will there be the light of hope anymore?

Ⅰ sit between many people that Ⅰ know for a long time
And fI eel so poor, poor of success and poor of depth
Ⅰ hear what they say but Ⅰ do not understand
My mind keeps spinning me around another fright night
Ⅰ walk upon the lonely street of shattered dreams
Ⅰ sing the melody of a broken-hearted lonesome wolf


Kreatves Schreiben

Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

„Als Besucher in der Heimat“

Lange war es her, seitdem er hier gewesen war, in dem kleinen Örtchen in Sachsen-Anhalt.
Über fünfunddreißig Jahre war es her, als seine sich Eltern entschlossen hatten, aus der sich formierenden DDR zu flüchten.
Der große Bauernhof mit den vielen, großen Feldern sollten zwangskollektiviert – so hieß der Diebstahl bei den Kommunisten – werden.
Der Pascha, wie man seinen Vater wegen der vielen Ländereien nannte, und seine Frau packten das Nötigste zusammen.
Der Pascha, seine Frau und die drei Söhne flüchteten während der Nacht in den Westen.
Sie kamen ins Auffanglager und dann irgendwann in einen kleinen Ort im Westmünsterland, im Zollgrenzbezirk nahe der niederländischen Grenze.
Ihnen wurde nichts geschenkt, sie arbeiteten schwer, und nach ein paar Jahren konnten sie sich ein kleines zweistöckiges Haus bauen.
Er ging von zu Hause weg und suchte sich erst im Ruhrgebiet, dann im östlichen Teil des Münsterlandes Arbeit.
Dort lernte er auch seine spätere Gattin kennen.
Seine Gattin und sein Sohn kannten alle Verwandten, aber nicht die, die im Osten geblieben waren, also nicht „rüber gemacht“ hatten, doch das sollte sich ändern, als einer der Cousin aus dem Osten seine Silberhochzeit beging.
Anfang der 1980er-Jahre begab er sich mit seiner Frau und seinem volljährigen Sohn zur Silberhochzeit seines Cousin nach Sachsen-Anhalt.
Es war eine schöne Feier und Freundschaften begannen, die bis heutzutage noch hielten.
Nun stand der Sohn des Paschas nach knapp fünfunddreißig Jahren wieder vor seinem Elternhaus, dem ehemaligen Bauernhof und vor Freude liefen ihm die Tränen über das Gesicht.
Heimat!


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„Freunde und Fallen“

„Nicht wahr, Kleiner?“, meinte der Mann und tätschelte seinen Freund, der ihn noch nie enttäuscht hatte und der immer zu ihm gehalten hatte, was immer auch passiert war.
Der Kleine lächelte – oder was man „Lächeln“ nennen konnte – dem Mann zu und schaute ihm in die Augen.
Der Mann schaute zurück und strich ihm über das dichte Fell. Das gefiel dem Kleinen und er zeigte seine Zunge. Er hatte die Schnauze leicht geöffnet.
Der Mann verfiel in die jüngste Vergangenheit.
In der Firma war er einer derjenigen gewesen, die zuletzt eingestellt worden waren. Seine freundliche Art motivierte die anderen Kollegen und er stieg ohne Absprache zum Teamleiter auf.
Er partizipierte mit seinen Kollegen und ließ ihre Meinung weiter zu, doch verlangte von ihnen, dass nach außen alle die gleiche vertraten. Intern konnten sie sich zoffen, wie sie wollten, aber vor den Kunden gab es nur eine Meinung.
Er war der neue Emporkömmling, der ohne andere auszubooten, aufgestiegen war.
Das sahen auch die „hohen Chefs“.
Manch einer von ihnen war jedoch auf seinem Posten befördert worden und war so hoch gestiegen, dass seine Fähigkeiten nicht mehr ausreichten, diesen Posten auszufüllen. Dies nennt man auch das „Peter-Prinzip“. Irgendwann haben die Beförderungen eine Person auf einen Posten manövriert, dass er auf dieser Stufe inkompetent ist. So geht es vielen.
Der Emporkömmling mit seiner natürlichen Art war ihnen natürlich ein Dorn im Auge, denn sie hatten Angst, ihren Posten zu verlieren.
In einem Team war der Emporkömmling angesehen. Sie gingen auch ab und zu aus.
Alles war gut.
Dann jedoch war im Gespräch, dass der Emporkömmling zu den „hohen Chefs“ aufrücken sollte und die nach dem Peter-Prinzip agierenden hatten Angst.
So partizipierten sie nicht, zumindest vordergründig taten sie dies, legten ihm aber Steine in den Weg, wo sie nur konnten.
So kam der Emporkömmling zwischen ihre perfiden Mühlsteine, die aus Vorurteilen, Missgunst und Gerüchten gefertigt waren.
Er musste die Firma verlassen, weil er sich nicht wehren, konnte gegen diese „Spielchen“.
So war er ganz alleine, seitdem er die Firma verlassen hatte. Die Freunde, mit denen er um die Häuser gezogen waren, meldeten sich nicht mehr oder hatten Termine.
In seinem Herzen stach es ob diesen Verrats.
Der Mann spürte plötzlich etwas Feuchtes auf seiner Wange.
Der Kleine leckte mit seiner Zunge durch sein Gesicht und strahlte ihn danach an.
„Je mehr Menschen ich kennenlerne“, sagte der Mann und streichelte sein Gegenüber liebevoll, „desto mehr gefallen mir die Hunde.“

Superfliege: „Freunde und Fallen“

„Das ist kein Umgang für dich, Kind. Das sind keine Freunde, die nutzen dich nur aus, weil wir was Besseres sind als sie! Sie wollen sich nur auf deine Kosten mit dir schmücken!“ Diese Worte hörten die Kinder immer wieder. In ihrer Kinderwelt konnten sie nicht verstehen, was ihre Mutter damit meinte! Jedes Kind ging mit der aussage der Mutter verschieden um, doch meistens ging es an einem Ohr rein, und am anderen wieder raus! So richtig nachgedacht haben sie nie darüber!
Bei einem Kind fingen nachts die Träume an. Immer wieder häuften sie sich, und es konnte, genau wie mit der aussage der Mutter, sie nicht richtig einordnen. Das Kind träumte davon, entweder von einem Hochhaus oder einem Berg zu fallen. Doch nie kam es unten an, es viel und viel, und durch dieses unangenehme Gefühl wurde es wach! Über Jahre wurde das Kind immer wieder mit den Träumen konfrontiert. Doch keinem hat es seine Träume erzählt. Irgendwann hörten die Träume auf, und auch die Ermahnungen der Mutter wurden immer weniger!
Das Kind wuchs heran zum Teenager. Oftmals glaubte es in einem Menschen einen Freund gefunden zu haben, aber mit der Zeit sah es ein, dass es keine wahren Freunde sind! Irgendwas passierte immer, das die Meinung revidierte. Da sich Körper und Geist noch im Wandel befanden, machte es ihm nichts aus, das der Freundeskreis ständig wechselte! Der Teenager war sehr beliebt, und so suchten viele den losen Kontakt zu ihm. Wirklich allein war er nie. Nur einmal merkte er vorübergehend, dass sich alle bis zur Klärung der Sache von ihm distanziert hatten! Es gab ihm einen kleinen Denkanstoß, aber nach der Klärung der Sache, war alles schnell vergessen.
Der Teenager wurde Erwachsen, und stand mit beiden Beinen fest im Leben. Er übte einen Beruf aus, der ihm Spaß macht, und hatte einen großen Bekanntenkreis. Er war in dem Glauben, all seine Bekannten seien auch seine Freunde. Lange brauchte er, um festzustellen, dass er für viele seiner Freunde nur Mittel zum Zweck war. Sie benutzten ihn schamlos, um an ihr Ziel zu kommen. Jedes Mal wenn er merkte, dass dies wieder geschah, hatte er das Gefühl, den Boden unter den Füßen weggezogen zu bekommen, und zu fallen wie in seinen Kinderträumen. Er fiel und fiel und kam nie unten an!
Je mehr Erfahrung er damit machte, umso vorsichtiger wurde er seinen Mitmenschen gegenüber. Längst titulierte er nicht jeden Bekannten mehr als Freund. Immer mehr zog er sich zurück. Die äußere Fassade stimmte immer noch, er war Liebeswert und freundlich. Bei allen gerne gesehen. Näher ließ er keinen mehr an sich ran. Er wollte nicht mehr Enttäuscht werden. Das Wort „Freund“ hatte er schon längst aus seinem Wortschatz gestrichen.
„Schade“ dachte er irgendwann! In deiner Kindheit sollst du dir Freunde suchen, aber nur die Richtigen. Aber wer und wie sind die Richtigen, das hat man ihm nie beigebracht. „Freunde das ist so ein komplexes Wort, das beinhaltet so viel. Ehe er noch mal jemanden in seinem Leben als Freund bezeichnete, musste er durch viel gute und schlechte Lebenssituationen gehen. Freund das ist mehr als nur ein Partner, mit dem man gemeinsam durch das Leben geht. Freund ist jemand dem man blind vertrauen kann, der einen Zuhört, mit dem man weinen und lachen kann! Mit einem Freund streitet man sich, und versöhnt sich wieder. Mit einem Freund kann man über alles Reden, und doch weiß man, dass jedes gesagte Wort bei ihm sicher aufgehoben ist.
Es klingt wie eine Liebeserklärung aber es ist eine der ganz anderen Art!
Ein Freund ist eine einzige Seele die in zwei Körpern wohnt! (Zitat von Aristoteles)


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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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