Standpunkt

Standpunkte, Kommentare, Meinungen

Roll over Beethoven

„Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht.“

Christian Morgenstern


Gestern fand im Saarland die Landtagswahl statt.
Die CDU gewann mit 40,7 Prozent die Wahl, bei der sie noch knapp fünf Prozent dazugetwinnen konnte.

Das ganze Prozedere wurde von den Massen(mainstream)medien beobachtet, analysiert und darüber berichtet.
Wichtige Personen von , die gar nicht oder noch gar nicht im Landtag vertreten waren, wurden interviewt. Man unterhielt sich u. a. mit FDP-Vertretern, die nicht im vorigen Landtag vertreten sind und die auch diesmal nicht den Einzug schafften.
Vertreter der AfD – Alternative für – wurden kurz genannt, doch mehr auch nicht, obwohl die AfD aus dem Stand 6.2 Prozent geholt hatte und in den Landtag einzieht.
So geht dies Ränkespiel weiter. Vertreter von „Altparteien“ dürfen vor laufender Kamera in Diskussionsrunden verbal auf die AfD einprügeln, obwohl niemand von der AfD da ist, der sich wehren oder etwas richtigstellen könnte.
Ebenso durften die „Politiker“ ungeschminkt ihren Sermon von Gründen der „Gewinne“ gerade ihrer Partei heraus philosophieren. Niemand kritisierte sie oder stellte kritische Fragen, ferner hakte niemand nach oder sagte ihnen, sie sollten einfach klar auf die Fragen antworten.

Wahlberichterstattung par excellence!

Das negative Highlight war der Kommentar des ZDF-Chefredakteurs Peter Frey im „Heute Journal“.
Frey lobte den Erfolg der CDU unter Annegret Kamp-Karrenbauer und lästerte in leisen Tönen über die Verluste der SPD von knapp einem Prozent. Auch sprach er in einem Nebensatz davon, dass die „Piratenpartei“ nicht mehr in Landtag vertreten sei. Die Grünen wurden ebenso knapp wie die FDP erwähnt. Zur SED-Nachfolgerin „Die Linke“ sagte er nur, dass die SPD und sie die Regierung nicht stellen könnten.
Frey behauptete, die Wahl von Kramp-Karrenbauer sei der Beweis dafür, dass die Bürger gegen die sog. „Populisten“ seien. Das war eine sehr „interessante“ These.
Die FDP hatte knapp zwei Prozent dazu gewonnen und die CDU knapp fünf.
Dies zeige, sagte Frey, dass die Wähler sich eben gegen „Populismus“ aussprächen.
Die AfD sei ja sowieso „für ein anderes System“, behauptete er. Dass die AfD von null auf knapp sechs Prozent kam, zeige allerdings nichts, sondern die AfD habe ja verloren, weil sie selbst mit mehr gerechnet hätte.
Diese Schlussfolgerung versteht nur er selbst.
Es folgte der ewige Sermon gegen die AfD mit Fingerzeig, keiner wolle sie und so weiter.
Anscheinend hatte er irgendetwas gegessen, was ihn nicht bekommen war.
Von einem Chefredakteur des ZDFs hatte ich mehr Objektivität erwartet!

Ich halte mich an die journalistischen Grundsätze, doch der Kommentar Freys war gespickt mit unbeweisbaren Gerüchten, Unwahrheiten, Möchtegern-Belehrungen und vielem mehr.

Sehr, sehr schade, Ihr als Kommentar deklarierter Sermon, Herr Frey!


Von gestern auf heute fand die „Lange Nacht der Museen“ in Stuttgart statt.
Wir sind mit einem befreundeten Ehepaar unterwegs gewesen.

Unsere Eindrücke haben wir als Foto-Album zusammengestellt.


Roll over Beethoven

„Das Museum ist ein Ort des Gedächtnis. Es ist das Gedächtnis mithilfe von Objekten. Es ist ein Gedächtnis. Es ist die Verweigerung des Vergessens.“

Remy Zaugg


Nach langer Diskussion wurde nun die Richtline 12.1 des Deutschen Pressecodex‘ geändert.

In der Richtlinie wurde beschrieben, wie laut Pressecodex Ziffer 12 – Diskriminierungen – verfahren werden sollte.

Die neue Version vom 22.3.2017 revidiert die Nichtnennung von Ethnien, Religionen etc. dahingehend, dass dem Redakteur bzw. Journalisten obliegt, dies zu nennen oder nicht.
Wörtlich heißt es nun:

In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Dies ist eine kleine, aber immerhin wichtige Änderung, da es sehr viel von der „Öffentlichkeit“ bezüglich des Verschweigens gab.


Roll over Beethoven

„Der Witz ist das Erdgeschoss des Humors, die Satire der erste Stock, die der zweite, der das Mansardenstübchen.“

Karl Kraus


Nachrichten Weltpolitik Welt International Internationales Politik Dietmar Syntronica Herzbeben

Die „Volkspartei für Freiheit und Demokratie“ von Mark Rutte hat bei der Wahl in den Niederlanden vor ein paar Tagen knapp ein Viertel der Stimmen und somit acht Sitze im Parlament verloren.
Geert Wilders „Partei für Freiheit“ gewann etwa 25 Prozent im Gegensatz zur vorigen Wahl dazu und bekam noch fünf Sitze mehr als beim vorigen Mal.
Die sozialdemokratische „Partei der Arbeit“ mit Spitzenkandidat Lodewijk Asscher verlor 19 Prozentpunkte, ist jetzt bei 5,7 Prozent gelandet und hat nur noch neun Sitze.
Martin Schulz, abgehalfterter EU-Parlamentspräsident, lobte den „Gewinn“ der „Partei für Arbeit“ als einen Sieg gegen den Populismus und für die Sozialdemokratie.
Vermessener geht es nicht mehr.

Die Mainstreammedien loben in vermessener Art und Weise den Gewinn von Mark Rutte und werteten, dass seine rechtsliberale Partei auf Platz Eins ist, als Überlegenheit der demokratischen Kräfte gegen Geert Wilders.

Die „Partei für Freiheit und Demokratie“ hat gegenüber der vorigen Wahl drastisch an Stimmen verloren, doch es zählt nur, dass sie oben steht. Dass die „Partei für Freiheit“ es vom dritten Platz auf den zweiten geschafft hat, spielt keine Rolle. Man erwähnt nur, dass ihr Abschneiden hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb.
Der Vergleich hinkt ohne Ende, entspricht aber der Rhetorik der Mainstreammedien.
Die Mainstreammedien geben nur weiter, was die Politiker der „Altparteien“ meinen und lassen sich von ihnen vorschreiben, was sie von sich geben bzw. .

Das ist kein , sondern nur meinungsloses Abnicken.


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„Boing bumm tschack … boing bumm tschack …“  geht es in den „poliitischen Parlamenten“ Unseres Deutschen Landes zu.

Argumente? Fehlanzeige! 

Hauptsache auf den poliitischen Feind einprügeln, ob es stimmt, was man sagt,  oder nicht.
Er kann dann mal rechtsradikal sein oder auch linksradikal.
„Geistige Brandstifter“, was auch immer!
„Eine Schande für Deutschand“ ist ebenso aussagelos wie reaiitätsverweigernd.

Es geht nur darum, dass sich sich die selbstdeklarierten „etablierten “ gegenseitig die Türen aufhalten und sich Plätze auf den Sesseln in den Plenen freihalten.
Was neu ist, ist doof, hirnlos, „gegen den gesunden Menschenverstand“ etc.
Dass man selbst seit Jahren  opportun und nichtssagend durch die politische Landschaft läuft, spielt dabei keine Rolle.
Jede „etablierte Partei“ stellt sich als Heiland dar, sagt aber rein gar nichts oder wiederholt längst bekannte, abgedroschende Phrasen, die bei den Wählern ins eine Ohr rein und durchs andere „unverarbeitet“ sofort herausströmen oder schon im Gehörgang verpuffen.
Wegducken vor den Problemen hat bei ihnen ja immer geklappt, schönreden auch! 
Immer schön „politisch korrekt“ niemanden mit seiner „eigenen (Schein‑) Meinung“ belästigen!

Doch der Wind dreht sich.
Es gibt nämlich welche, die ihre Ziele und Forderungen formulieren und damit anecken, weil die „Etablierten“ es nicht gewohnt sind, sich mit Klartext auseinander zu setzen.
Und geht sowieso nicht!

Die „Etablierten“ tönen laut, sie würden innerhalb kürzester Zeit die Argumente zerstoben, doch bei „Diskussionsrunden“ wartet man vergeblich noch nach Sendeschluss darauf.
Nichts verpuffte, allerhöchsten die aalglatte Rhetorik a la „Ich habe zwar keine Meinung und keine Ahnung, aber ich rede die Zuschauer mit Stumpfsinn voll.“

Das interessiert aber niemanden mehr!

Das Zeigen mit den Fingern auf die „Neuen“ und das Igitt-Schreien ist das einzige Argument, doch dass alte Schema funktioniert nicht mehr.
Anstatt dies selbstkritisch zu hinterfragen, redet man lieber über Hassbotschaften, beleidigt die „Neuen“ als hirnlos, dumm und schwachsinnig, was aber in dem Kontext eben der „Etablierten“ keine Hassbotschaften sind, sondern „Argumente, um wachzurütteln“.

Wachrütteln sollte man eher die Schnarchnasen bzw. „Etablierten“.

Die Wähler – das „Stimmvieh“ – sind wach und beobachten mit offenen Augen, wie sich die „Etablierten“ weiter ihr eigenes Grab schaufeln, ohne es zu merken.

 



„Joeline heißt jetzt Joe“, erzählte mir das achtzehnjährige Mädchen aus dem Fußballverein.
Auf mein Nachfragen erklärte es mir, dass Joeline zwar biologisch ein Mädchen sei, sich aber in ihrem Körper nicht wohlfühle und sich nun „umoperieren“ lassen wolle.
„Aber die Sache ist doch schon lange aktuell“, antwortete ich, „Ich wusste eben nicht, wer Joe ist. Aber Joe ist doch erst 17 und kann beziehungsweise darf das gar nicht entscheiden – noch nicht!“
Ich durfte mir anhören, dass Joe alias Joeline sich absolut sicher sei, ein Junge zu werden und die Eltern ihn oder sie unterstützten in der Sache.
So weit so gut.

Transsexuelle wie Joeline bzw. Joe gibt es einige, um mal nicht „viel“ zu benutzten. Umwandlungen Frau zum Mann gibt es wesentlich mehr als vom Mann zur Frau.

Transsexuelle, die sich einer „anpassenden Operation“ unterziehen wollen, müssen allerdings durch einen Psychologen begleitet werden, der u. a. auch beobachtet, ob Transsexuelle das Bewährungsjahr einhalten. Eine Frau, wie zum Beispiel Joeline, die ein Mann – Joe – werden will, muss sich mindestens ein Jahr in der neuen Rolle bewähren. Joeline muss dann mindestens ein Jahr lang als Junge durch die Welt gehen, sich so kleiden, auf Make-up verzichten und darf logischerweise nicht mehr bei der Damenfußballlmannschaft mitspielen.
Auf sowas und noch mehr wird geachtet. Die Krankenkassen übernehmen, wenn dann in der Regel die Operation, bei der der Körper „angepasst“ wird. Aus einem Teil des Oberarms von Joeline wird u. a. ein Penis für Joe geformt und „angenäht“. Die Brüste werden entfernt etc. Dazu kommt auch noch die Hormonbehandlung.
Dies lief mir durch den Kopf als ich mit dem Mädchen über „Joeline“ bzw. „Joe“ sprach.
Ich sprach kurz das Bewährungsjahr an, aber Joeline sah ja irgendwie immer aus wie ein Junge aus und zog sich auch so an.

„Was mir prekär erscheint, ist, dass Joeline in ihrem Bewährungsjahr bei Euch in der Mannschaft spielt“, sagte ich kritisch, bekam aber als Antwort: „Das ist nicht schlimm, weil wir sonst nicht die Mannschaft vollbekommen.“


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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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