Artikel-Schlagworte: „Deutsch“
Englische Ausdrücke zu benutzen hat sich eingebürgert und regt kaum noch wirklich – außer Sprachpuristen und Sprachpfleger – auf.
Eine kuriose englisch-deutsche Bezeichnung habe ich an der Flasche eines Geschirrspülmittels gesehen.
Es handelt sich um das Wort „Pull-and-Push-Verschluss“.

Gemeint ist damit der Verschluss der Flasche.
Diesen kann man bekanntlich noch oben schieben (englisch: „pull”).
Nun kann man das Spülmittel herausdrücken.
Danach drückt man den Verschluss zurück (englisch: „push”).
Eigentlich könnte man die Tätigkeit des Geschirrspülmittel-ins-Wasser-geben auch noch beschreiben:
Pull-Squeeze-Push-Mechanismus

„Ich sage Euch eins …“, sagte ich, „wenn Ihr Euch nicht ein bisschen mehr anstrengt …“
Ich schaute während der Ermahnung über meine faulen Auszubildenden hinweg durch das Fenster und sah die Maurer, die auf dem Abdach Sand in Eimer schaufelten.
„… werdet ihr gleich zu den Maurern gehen.“
Ich atmete heftig, und es war Zufall, dass ich an jenem Tag die Brille mit den verbleiten Gläsern trug. Mein Blick wäre sonst tödlich gewesen.
„Dann werdet Ihr Sand schleppen …“, begann ich. Meine Auszubildenden wussten ja nicht, dass ich ein so guter Schauspieler bin, dass ich unermesslichen Hass als grenzenlose Tierliebe maskieren kann. Ich grinste verächtlich, stets meiner Devise „immer lässig und gehässig“ folgend.
„… die Männer fünf Kilo Zement und die Frauen fünf Kilo Federn, weil sie ja nicht so stark sind.“
Und es musste kommen, wie man vermutet hat, eine Frau fühlte sich angegriffen und rief wutentbrannt: „Wir können genauso viel schleppen wie Ihr Männers. Ich würde mal nicht von mich auf andere schließen.“
Obwohl ich keine Vorurteile bediene, möchte ich trotzdem sagen, dass die Frau blonde Haare hat.

Für Leute, die kein Englisch beherrschen …
For piepel hu du not nauh Inglisch …


Ja, die Schule …
Und die Schüler, die aaarrrmen Schüler …
Im Radio war eine Diskussion über die Schulen. Im Vorspann wurden einige Schüler auf die Schule angesprochen.
Einer sagte etwas, was mir doch sehr zu denken gab:
„Das Schlimmste sind die Diktate. Da muss man immer sooo denken. Und dann kommt schon das nächste Wort.“
Muss man dazu noch etwas sagen?

- „Heute sind die Teiche gefroren, weil es ist sehr kalt.“
- „Ich muss dreißig Euro bezahlen, weil ich bin zu schnell gefahren.“
- „Ich schreibe nicht korrekt, weil der Kausalsatz ist invertiert.“
Ein Kausalsatz ist ein Nebensatz des Grundes, d.h. er ergänzt den Hauptsatz um eine nähere Beschreibung, warum etwas so ist.
Zwischen Haupt‑ und Nebensatz steht ein Komma.
Der Kausalsatz ist, wie viele andere Nebensätze auch, in der Regel invertiert. Die Reihenfolge von Subjekt und Prädikat ist vertauscht.
„Heute sind die Teiche gefroren, weil es sehr kalt ist.“ ist ein Satz mit korrekter Reihenfolge der Glieder des kausalen Nebensatzes.
Der Satz: „Heute sind die Teiche gefroren, weil es ist sehr kalt.“ ist von der Reihenfolge der Glieder des kausalen Nebensatzes nicht korrekt.
Im Englischen (und im Spanischen) ist die Reihenfolge im Gegensatz zum Deutschen invertiert.
„The lakes are frozen, because it is very cold.“ ist ein Satz mit korrekter Reihenfolge der Satzglieder in der englischen Sprache.
„Ich schreibe nicht korrekt, weil der Kausalsatz invertiert ist.“ ist von der Satzstellung korrekt, aber die Aussage ist unlogisch, denn wenn der Kausalsatz nicht invertiert ist, der Hauptsatz aber aussagt, dass der ganze Satz nicht korrekt ist, dann kann etwas nicht stimmen …
Vorige Woche war ich bekanntlich in Bad Saulgau und habe in einem Hotel übernachtet.
Wenn man saubere Handtücher benötigt, braucht man die schmutzigen nur in die Dusche zu legen, und nach dem Reinemachen hat man neue.
Derjenige, der die Aufkleber, die in der Dusche/Bad zu finden sind (waren), hat mit der deutschen Sprache ein paar Problemchen.



Ich wünsche mir besseres Deutsch …

In der deutschen Sprache ist im Prinzip alles geregelt.
Für die Syntax und für die Grammatik gibt es bestimmte Regeln.
Und wenn die nicht greifen, gibt es Ausnahmen, also „Ausnahmeregeln“.
Adjektive werden abhängig vom Casus des Substantivs dekliniert, d.h., dass ein Eigenschaftswort nach dem grammatikalischen Geschlecht des Hauptwortes gebeugt wird, z.B.: ein roter Stein (der Stein), eine rote Rose (die Rose), ein rotes Auto (das Auto).
Bei Farbadjektiven gibt es wieder Ausnahmen.
Farbadjektive, die nicht dem Deutschen entspringen und sich von einem Substantiv herleiten – Besonders bei Blumen gilt dies. – lassen, werden nicht dekliniert.
Der schöne Satz: „Er kaufte sich einen orangen Pullover.“ enthält also einen Fehler.
Es muss heißen: „Er kaufte sich einen orange Pullover.“
Das ist gewöhnungsbedürftig, aber grammatikalisch einwandfrei.
Das Farbadjektiv „orange“ ist nicht deutschem Ursprungs und leitet sich von „Orange“ (franz. für „Apfelsine”) ab. Es wird also nicht gebeugt.
Leute, denen das zu seltsam klingt, können eine besondere „Regel“ benutzen.
Wer sagt schon gerne: „Ich trug gestern eine umbra Hose mit einem orange Hemd, und meine Frau trug violett Schuhe und ein rosé Kleid dazu.“ ?
Man kann den Suffix „farben“ anfügen, wenn man meint, dass man sich irgendwie durch die „unbeugsamen Farbwörter“ durchkämpfen müsste, ohne dass es seltsam klingt.
„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose mit einem orangefarbenen Hemd, und meine Frau trug violettfarbene Schuhe und ein roséfarbenes Kleid dazu.“
Das hört sich zwar überladen an, aber wann benötigt man schon so einen Satz?
In einem Satz steht vielleicht ein „unbeugsames Farbadjektiv“.
Es gibt aber noch eine Möglichkeit des Kompromisses:
„Ich trug gestern eine Hose in Umbra mit einem Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein Kleid in Rosé dazu.“
Stilistisch ausgereift ist das auch nicht, aber man kann ja beide Varianten mischen.
„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose und ein Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein roséfarbenes Kleid dazu.“
Einige „unbeugsame“ bzw. „unveränderbare“ Farbadjektive:
- rosé/rosa
- violett
- lila
- oliv
- khaki
- umbra
- terracotta
- orange
- apricot
Auf der Webseite des Vatikans kann man Folgendes sehen:

Kann das vielleicht die Abkürzung für Scheinheilige sein?
Anmerkung:
Der Schreibfehler wurde auf der Webseite des Vatikans getilgt.























