Artikel-Schlagworte: „Grammatik“

Hand aufs Herz!
Viele „ältere“ Leute haben es selbst zu spüren bekommen …
In den Schulen wurden „Erziehungsmaßnahmen“ durchgesetzt, die heute betrachtet grausam waren.
Ende der 1960-er‑, Anfang der 1970-er-Jahre, nach der 68-er-Revolution, setzte sich langsam durch, dass es nichts bringt, Schüler mit einem Stock den Po zu versohlen, ihnen Kopfnüsse zu geben, Linkshändern auf die Finger zu schlagen, die linken Hände zu verbinden und anderwaitige Gewalt anzuwenden.
Kam ein Kind nach Hause und hatte geklagt, der Lehrer habe es geschlagen, haben die Eltern abgewiegelt mit: „Du wirst es schon verdient haben.“.
Wieviele Eltern haben ihre Kinder geschlagen und schlagen sie heute noch?
Sie haben auch noch „Argumente“ dafür!
Nun behaupten „kirchliche Stellen“, es hätte sowas bei ihnen niemals gegeben.
Der Umkehrschluss wäre doch folgender:
Wenn an „kirchlichen Schulen“ o.ä. niemals Schüler geschlagen bzw. gezüchtigt wurden, weil es moralisch verwerflich gewesen wäre, warum hat die Kirche dann nicht die Familien und Lehrer permanent ermahnt, sie dürften ihre Kinder bzw. Schüler nicht (mehr) schlagen?

Der Dativ und der Akkusativ!
Man kann nur einem von beiden dienen.
Kürzlich hat jemand genau das Gegenteil versucht.
In einen Satz, in den der Akkusativ gehört, hat dieser Jemand versucht, den Dativ einzubauen.
Kann man einbauen, muss man aber nicht, darf man schon gar nicht!
Denn sonst hört es sich wieder so an:
„In Zukunft bitte mir anrufen!“

Im Gegensatz zu Waschmaschinen, die nicht starten, wenn sie nicht geschlossen sind, merken die meisten Menschen nicht, dass sie nicht ganz dicht sind.

Der Apostroph
Der Apostroph zeigt an, dass in einem Wort ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen worden sind (vgl. aber K 16). In vielen Fällen können die Schreibenden selbst entscheiden, ob sie einen Apostroph setzen wollen oder nicht (vgl. K 14).
aus: Duden – Die deutsche Rechtschreibung, 24. Aufl.
Der Apostroph wird auch benutzt, wenn der Genitiv in einem Wort nicht bzw. schwer ersichtlich ist, wenn dieses mit einem S, einem Z oder einem ß endet.
Die Katze von Familie Schmitz → Schmitz‘ Katze
Der Hund von Lars → Lars‘ Hund
Das Haus von Familie Maß → Maß‘ Haus
Neuerdings darf man den Apostroph aber auch wie im Englischen benutzen, um Besitz anzuzeigen.
Das Auto von Otto → Otto’s Auto (besser: Ottos Auto)
Das Auto von Martin → Martin’s Auto (besser: Martins Auto)
Was sich aber auch eingebürgert hat – vor allem im restringierten Sprachkode – ist die Benutzung des Apostrophs als „Ausschmückung“, und das nicht nur, wenn ein Wort mit S endet.
Schlemmer-Imbiss‘ (richtig: Schlemmer-Imbiss)
Zwei Spiele-Sets‘ (richtig: Zwei Spiele-Sets)
Aber auch mitten im Wort kann man sowas finden, wobei aber auch nicht immer ein S, ein Z oder ein ß daran beteiligt sein muss.
Anscheinend will man sich einen pseudoenglischen bzw. pseudointernationalen „Anstrich“ geben.
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Ja, die Schule …
Und die Schüler, die aaarrrmen Schüler …
Im Radio war eine Diskussion über die Schulen. Im Vorspann wurden einige Schüler auf die Schule angesprochen.
Einer sagte etwas, was mir doch sehr zu denken gab:
„Das Schlimmste sind die Diktate. Da muss man immer sooo denken. Und dann kommt schon das nächste Wort.“
Muss man dazu noch etwas sagen?

- „Heute sind die Teiche gefroren, weil es ist sehr kalt.“
- „Ich muss dreißig Euro bezahlen, weil ich bin zu schnell gefahren.“
- „Ich schreibe nicht korrekt, weil der Kausalsatz ist invertiert.“
Ein Kausalsatz ist ein Nebensatz des Grundes, d.h. er ergänzt den Hauptsatz um eine nähere Beschreibung, warum etwas so ist.
Zwischen Haupt‑ und Nebensatz steht ein Komma.
Der Kausalsatz ist, wie viele andere Nebensätze auch, in der Regel invertiert. Die Reihenfolge von Subjekt und Prädikat ist vertauscht.
„Heute sind die Teiche gefroren, weil es sehr kalt ist.“ ist ein Satz mit korrekter Reihenfolge der Glieder des kausalen Nebensatzes.
Der Satz: „Heute sind die Teiche gefroren, weil es ist sehr kalt.“ ist von der Reihenfolge der Glieder des kausalen Nebensatzes nicht korrekt.
Im Englischen (und im Spanischen) ist die Reihenfolge im Gegensatz zum Deutschen invertiert.
„The lakes are frozen, because it is very cold.“ ist ein Satz mit korrekter Reihenfolge der Satzglieder in der englischen Sprache.
„Ich schreibe nicht korrekt, weil der Kausalsatz invertiert ist.“ ist von der Satzstellung korrekt, aber die Aussage ist unlogisch, denn wenn der Kausalsatz nicht invertiert ist, der Hauptsatz aber aussagt, dass der ganze Satz nicht korrekt ist, dann kann etwas nicht stimmen …

High Tech ist Technik auf hohem Niveau.
Heute lag ein Werbeblättchen eines Mobilfunkpartners der Tageszeitung bei.
Dass „High Tech“ im Firmennamen „HaiTeq“ geschrieben ist, will ich mal als Kreativität durchgehen lassen.
Kreativität ist aber auch bei der grammatischen und orthografischen Gestaltung der Angebote sowie bei der Interpunktion angesagt.

In der deutschen Sprache ist im Prinzip alles geregelt.
Für die Syntax und für die Grammatik gibt es bestimmte Regeln.
Und wenn die nicht greifen, gibt es Ausnahmen, also „Ausnahmeregeln“.
Adjektive werden abhängig vom Casus des Substantivs dekliniert, d.h., dass ein Eigenschaftswort nach dem grammatikalischen Geschlecht des Hauptwortes gebeugt wird, z.B.: ein roter Stein (der Stein), eine rote Rose (die Rose), ein rotes Auto (das Auto).
Bei Farbadjektiven gibt es wieder Ausnahmen.
Farbadjektive, die nicht dem Deutschen entspringen und sich von einem Substantiv herleiten – Besonders bei Blumen gilt dies. – lassen, werden nicht dekliniert.
Der schöne Satz: „Er kaufte sich einen orangen Pullover.“ enthält also einen Fehler.
Es muss heißen: „Er kaufte sich einen orange Pullover.“
Das ist gewöhnungsbedürftig, aber grammatikalisch einwandfrei.
Das Farbadjektiv „orange“ ist nicht deutschem Ursprungs und leitet sich von „Orange“ (franz. für „Apfelsine”) ab. Es wird also nicht gebeugt.
Leute, denen das zu seltsam klingt, können eine besondere „Regel“ benutzen.
Wer sagt schon gerne: „Ich trug gestern eine umbra Hose mit einem orange Hemd, und meine Frau trug violett Schuhe und ein rosé Kleid dazu.“ ?
Man kann den Suffix „farben“ anfügen, wenn man meint, dass man sich irgendwie durch die „unbeugsamen Farbwörter“ durchkämpfen müsste, ohne dass es seltsam klingt.
„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose mit einem orangefarbenen Hemd, und meine Frau trug violettfarbene Schuhe und ein roséfarbenes Kleid dazu.“
Das hört sich zwar überladen an, aber wann benötigt man schon so einen Satz?
In einem Satz steht vielleicht ein „unbeugsames Farbadjektiv“.
Es gibt aber noch eine Möglichkeit des Kompromisses:
„Ich trug gestern eine Hose in Umbra mit einem Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein Kleid in Rosé dazu.“
Stilistisch ausgereift ist das auch nicht, aber man kann ja beide Varianten mischen.
„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose und einem Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein roséfarbenes Kleid dazu.“
Einige „unbeugsame“ bzw. „unveränderbare“ Farbadjektive:
- rosé/rosa
- violett
- lila
- oliv
- khaki
- umbra
- terracotta
- orange
- apricot

„Wünsche schönen Tag!“, musste ich in einer SMS lesen.
„Gehe zum Supermarkt“, sagte eine Bekannte gestern zu mir und kam nach einer Stunde wieder.
Nachdem ich mich aus dem grammatischen Jammertal befreit hatte, setzte ich mich erstmal hin und las aus Frust mal wieder eins meiner Lieblingsbücher – „Lehr‑ und Übungsbuch der deutschen Grammatik“ von Dreyer und Schmitt.
Obwohl es auf dem neusten Stand ist, – herausgegeben am 27.6.2006 – finde ich die oben erwähnten Sprachvariationen dort nicht.
Die gePISAckte Generation hat eine deutliche Sprache – mit deutlichen Problemen.
Was z.B. im Spanischen Gang und Gebe ist, hat nun auch Einzug in die deutsche Sprache gefunden, das Weglassen der Pronomen, vornehmlich der Subjektpronomen – ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie.
In SMS ist der Platz von 160 Buchstaben eng bemessen, doch auch, wenn man dort redundant schreibt, muss man es in der gesprochenen Sprache nicht gleichtun.
Im Spanischen wird das Subjektpronom weggelassen, wenn der Satz eindeutig ist.
Aus „Ich arbeite viel.“ wird „Arbeite viel.“ – „(Yo) trabajo mucho.“
Aus „Wir sind in der Stadt.“ wird „Sind in der Stadt.“ – „(Nosotros) somos en la ciudad.”“
Ausnahmen sind, wenn nicht klar ist, wer gemeint ist, oder wenn jemand betont wird. (“Wer arbeitet viel?“ – „ICH arbeite viel.”)
Im Deutschen gibt es so etwas allerdings nicht, auch nicht in Ausnahmesituationen.
Eine zweite Variante ist das Weglassen der Präpositionen.
„Ich gehe Supermarkt.“
Ein Vorteil hat es. Es ergibt sich kein Fehler, wenn man nicht durchblickt, ob man „zum Supermarkt“ oder „nach dem Supermarkt“ geht.
Eigentlich schlau, die PISA-Generation!
Wenn es nicht die anderen eklatanten Mängel wie Rechtschreibschwäche, Unwissen über Allgemeinbildung und Probleme bei der Mathematik und den Naturwissenschaften gäbe!
Damit die Schicht, die korrektes Deutsch gelernt hat, nicht ins Hintertreffen gerät oder wohlmöglich ausgegrenzt wird, sollte man Kurse anbieten.
Entqualifizierung für alle!
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Der Deutschunterricht hatte begonnen. Der Deutschlehrer, Herr Wilhelm, rief einen Schüler auf: „Herr Ullrich, schreiben Sie bitte einen Satz im Imperfekt an!“
Der Angesprochene stand auf und schrieb an die Tafel: „Ich war gestern Abend am Fernsehgucken.“
Herr Wilhelm wartete, bis Herr Ullrich sich gesetzt hatte und fragte dann: „Wollen Sie mich verkohlen?“
„Nein“, antwortete der Schüler, „Ich war gestern Abend wirklich am Fernsehgucken.“
Der Lehrer, dessen Blutdruck leicht anstieg, fragte etwas patziger: „Was soll das sein, da an der Tafel?“
„Das ist Imperfekt“, antwortete der Schüler.
Der Lehrer lief rot und rief laut: „Das sehe ich auch, dass die Grammatik nicht perfekt ist.“






















