Artikel-Schlagworte: „Grammatik“

Die arme deutsche Sprache!
Wie sich viele Leute seit Jahren ausdrücken, tut schon in den Ohren weh!
Oder in den Augen!
In sozialen Internet-Netzwerken liest man sehr oft „sprachliche Höhepunkte“, die 20 000 Meilen unter dem Meer liegen.
Diese Sprachspezialitäten muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!
- „Lass mir Kuchen schmeken“
- „den sonntag genießen“
- „Beim hammer Wetter Fußball schauen und da zu ein Kühles rum hängen, nichts tun“
- „Na da bin ich ja mal gespannt auf was für Kosten ich da komm!!!“
- „Mich über meine Sonnenallergie ärgern!!!“
- „Mich abartig auf das Straßenfest freuen!!!!! Und bis jetzt macht das Wetter mit!!!!!!!!! Yuhu!!!!!!!!! Ne ganze Wocfrei huhuhuhuhuhuhuh“
- „weis gar net was ich schreiben will“
- „Ja der Artuhr hat ihn gefahren, wegen den Verbrennungen!!!“
- „Geh jetzt zu meinem Schatz mich an den Kuscheln“
- „mein handy wurde geklaut, mit alle tel.-nummern drauf.“
- „habe wieder ein handy mit der gleiche nummer.“
- „IHR SEIT SPIONE“
- „Mann mus erst auf beiden beinen stehen befornann laufen lehrnt das zitat ist von nische!“
- „tut noch ne Woche brav zu Hause verbringen.“
- He ich bin gerade in Rasche!!
- „Gesichtsfarben sagen mehr wie Worte“
- „Mensch nur analphbetiker hier“
Hier handelt es sich um schwere Verletzungen der Grammatik, Orthographie und Interpunktion.
Es geht bestimmt noch schlimmer!
Aber wie war der Dialog zwischen Verbalmassakrierern?
„Sch… auf Duden, hat doch keine ahnung… dass heißt ghanesen!!!!!!“
„genau, wir machen unsern eigenen duden!!!!!“
Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht,
bin ich um den Schlaf gebracht.

Hand aufs Herz!
Viele „ältere“ Leute haben es selbst zu spüren bekommen …
In den Schulen wurden „Erziehungsmaßnahmen“ durchgesetzt, die heute betrachtet grausam waren.
Ende der 1960-er‑, Anfang der 1970-er-Jahre, nach der 68-er-Revolution, setzte sich langsam durch, dass es nichts bringt, Schüler mit einem Stock den Po zu versohlen, ihnen Kopfnüsse zu geben, Linkshändern auf die Finger zu schlagen, die linken Hände zu verbinden und anderwaitige Gewalt anzuwenden.
Kam ein Kind nach Hause und hatte geklagt, der Lehrer habe es geschlagen, haben die Eltern abgewiegelt mit: „Du wirst es schon verdient haben.“.
Wieviele Eltern haben ihre Kinder geschlagen und schlagen sie heute noch?
Sie haben auch noch „Argumente“ dafür!
Nun behaupten „kirchliche Stellen“, es hätte sowas bei ihnen niemals gegeben.
Der Umkehrschluss wäre doch folgender:
Wenn an „kirchlichen Schulen“ o.ä. niemals Schüler geschlagen bzw. gezüchtigt wurden, weil es moralisch verwerflich gewesen wäre, warum hat die Kirche dann nicht die Familien und Lehrer permanent ermahnt, sie dürften ihre Kinder bzw. Schüler nicht (mehr) schlagen?

Der Dativ und der Akkusativ!
Man kann nur einem von beiden dienen.
Kürzlich hat jemand genau das Gegenteil versucht.
In einen Satz, in den der Akkusativ gehört, hat dieser Jemand versucht, den Dativ einzubauen.
Kann man einbauen, muss man aber nicht, darf man schon gar nicht!
Denn sonst hört es sich wieder so an:
„In Zukunft bitte mir anrufen!“

Im Gegensatz zu Waschmaschinen, die nicht starten, wenn sie nicht geschlossen sind, merken die meisten Menschen nicht, dass sie nicht ganz dicht sind.

Der Apostroph
Der Apostroph zeigt an, dass in einem Wort ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen worden sind (vgl. aber K 16). In vielen Fällen können die Schreibenden selbst entscheiden, ob sie einen Apostroph setzen wollen oder nicht (vgl. K 14).
aus: Duden – Die deutsche Rechtschreibung, 24. Aufl.
Der Apostroph wird auch benutzt, wenn der Genitiv in einem Wort nicht bzw. schwer ersichtlich ist, wenn dieses mit einem S, einem Z oder einem ß endet.
Die Katze von Familie Schmitz → Schmitz‘ Katze
Der Hund von Lars → Lars‘ Hund
Das Haus von Familie Maß → Maß‘ Haus
Neuerdings darf man den Apostroph aber auch wie im Englischen benutzen, um Besitz anzuzeigen.
Das Auto von Otto → Otto’s Auto (besser: Ottos Auto)
Das Auto von Martin → Martin’s Auto (besser: Martins Auto)
Was sich aber auch eingebürgert hat – vor allem im restringierten Sprachkode – ist die Benutzung des Apostrophs als „Ausschmückung“, und das nicht nur, wenn ein Wort mit S endet.
Schlemmer-Imbiss‘ (richtig: Schlemmer-Imbiss)
Zwei Spiele-Sets‘ (richtig: Zwei Spiele-Sets)
Aber auch mitten im Wort kann man sowas finden, wobei aber auch nicht immer ein S, ein Z oder ein ß daran beteiligt sein muss.
Anscheinend will man sich einen pseudoenglischen bzw. pseudointernationalen „Anstrich“ geben.
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Ja, die Schule …
Und die Schüler, die aaarrrmen Schüler …
Im Radio war eine Diskussion über die Schulen. Im Vorspann wurden einige Schüler auf die Schule angesprochen.
Einer sagte etwas, was mir doch sehr zu denken gab:
„Das Schlimmste sind die Diktate. Da muss man immer sooo denken. Und dann kommt schon das nächste Wort.“
Muss man dazu noch etwas sagen?

- „Heute sind die Teiche gefroren, weil es ist sehr kalt.“
- „Ich muss dreißig Euro bezahlen, weil ich bin zu schnell gefahren.“
- „Ich schreibe nicht korrekt, weil der Kausalsatz ist invertiert.“
Ein Kausalsatz ist ein Nebensatz des Grundes, d.h. er ergänzt den Hauptsatz um eine nähere Beschreibung, warum etwas so ist.
Zwischen Haupt‑ und Nebensatz steht ein Komma.
Der Kausalsatz ist, wie viele andere Nebensätze auch, in der Regel invertiert. Die Reihenfolge von Subjekt und Prädikat ist vertauscht.
„Heute sind die Teiche gefroren, weil es sehr kalt ist.“ ist ein Satz mit korrekter Reihenfolge der Glieder des kausalen Nebensatzes.
Der Satz: „Heute sind die Teiche gefroren, weil es ist sehr kalt.“ ist von der Reihenfolge der Glieder des kausalen Nebensatzes nicht korrekt.
Im Englischen (und im Spanischen) ist die Reihenfolge im Gegensatz zum Deutschen invertiert.
„The lakes are frozen, because it is very cold.“ ist ein Satz mit korrekter Reihenfolge der Satzglieder in der englischen Sprache.
„Ich schreibe nicht korrekt, weil der Kausalsatz invertiert ist.“ ist von der Satzstellung korrekt, aber die Aussage ist unlogisch, denn wenn der Kausalsatz nicht invertiert ist, der Hauptsatz aber aussagt, dass der ganze Satz nicht korrekt ist, dann kann etwas nicht stimmen …

High Tech ist Technik auf hohem Niveau.
Heute lag ein Werbeblättchen eines Mobilfunkpartners der Tageszeitung bei.
Dass „High Tech“ im Firmennamen „HaiTeq“ geschrieben ist, will ich mal als Kreativität durchgehen lassen.
Kreativität ist aber auch bei der grammatischen und orthografischen Gestaltung der Angebote sowie bei der Interpunktion angesagt.

























