Artikel-Schlagworte: „Grammatik“

„Wünsche schönen Tag!“, musste ich in einer SMS lesen.
„Gehe zum Supermarkt“, sagte eine Bekannte gestern zu mir und kam nach einer Stunde wieder.
Nachdem ich mich aus dem grammatischen Jammertal befreit hatte, setzte ich mich erstmal hin und las aus Frust mal wieder eins meiner Lieblingsbücher – „Lehr‑ und Übungsbuch der deutschen Grammatik“ von Dreyer und Schmitt.
Obwohl es auf dem neusten Stand ist, – herausgegeben am 27.6.2006 – finde ich die oben erwähnten Sprachvariationen dort nicht.
Die gePISAckte Generation hat eine deutliche Sprache – mit deutlichen Problemen.
Was z.B. im Spanischen Gang und Gebe ist, hat nun auch Einzug in die deutsche Sprache gefunden, das Weglassen der Pronomen, vornehmlich der Subjektpronomen – ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie.
In SMS ist der Platz von 160 Buchstaben eng bemessen, doch auch, wenn man dort redundant schreibt, muss man es in der gesprochenen Sprache nicht gleichtun.
Im Spanischen wird das Subjektpronom weggelassen, wenn der Satz eindeutig ist.
Aus „Ich arbeite viel.“ wird „Arbeite viel.“ – „(Yo) trabajo mucho.“
Aus „Wir sind in der Stadt.“ wird „Sind in der Stadt.“ – „(Nosotros) somos en la ciudad.”“
Ausnahmen sind, wenn nicht klar ist, wer gemeint ist, oder wenn jemand betont wird. (“Wer arbeitet viel?“ – „ICH arbeite viel.”)
Im Deutschen gibt es so etwas allerdings nicht, auch nicht in Ausnahmesituationen.
Eine zweite Variante ist das Weglassen der Präpositionen.
„Ich gehe Supermarkt.“
Ein Vorteil hat es. Es ergibt sich kein Fehler, wenn man nicht durchblickt, ob man „zum Supermarkt“ oder „nach dem Supermarkt“ geht.
Eigentlich schlau, die PISA-Generation!
Wenn es nicht die anderen eklatanten Mängel wie Rechtschreibschwäche, Unwissen über Allgemeinbildung und Probleme bei der Mathematik und den Naturwissenschaften gäbe!
Damit die Schicht, die korrektes Deutsch gelernt hat, nicht ins Hintertreffen gerät oder wohlmöglich ausgegrenzt wird, sollte man Kurse anbieten.
Entqualifizierung für alle!
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Der Deutschunterricht hatte begonnen. Der Deutschlehrer, Herr Wilhelm, rief einen Schüler auf: „Herr Ullrich, schreiben Sie bitte einen Satz im Imperfekt an!“
Der Angesprochene stand auf und schrieb an die Tafel: „Ich war gestern Abend am Fernsehgucken.“
Herr Wilhelm wartete, bis Herr Ullrich sich gesetzt hatte und fragte dann: „Wollen Sie mich verkohlen?“
„Nein“, antwortete der Schüler, „Ich war gestern Abend wirklich am Fernsehgucken.“
Der Lehrer, dessen Blutdruck leicht anstieg, fragte etwas patziger: „Was soll das sein, da an der Tafel?“
„Das ist Imperfekt“, antwortete der Schüler.
Der Lehrer lief rot und rief laut: „Das sehe ich auch, dass die Grammatik nicht perfekt ist.“

„Sie meinte, sie täten immer eine Ferienwohnung mieten“, sagte meine Bekannte zu mir.
„Ah ja“, machte ich und verabschiedete mich erstmal.
In meiner Wohnung angekommen, dachte ich noch mal über die Bemerkung nach.
„Sie meinte, sie täten immer eine Ferienwohnung mieten“, gingen mir die Worte meiner Bekannten durch den Kopf.
„Täten“ ist schon irgendwie Konjunktiv.
Den Konjunktiv benutzt man in der indirekten Rede, das ist schon richtig, aber so?
Ich rückte erstmal den Satz ins Korrekte.
„Sie meinte, sie mieteten immer eine Ferienwohnung.“
Das ist korrekt, auch wenn „mieteten“ nicht eindeutig ist, da man nicht weiß, ob „mieteten“ nun Präteritum oder Konjunktiv ist.
Oder war meine Bekannte gar nicht die Tieffliegerin, sondern diejenige, über die sie mir berichtet?
Hatten sie vielleicht am Telefon gesagt: „Wir tun immer eine Ferienwohnung mieten.“?
Hatte meine Bekannte den Satz noch in den Ohren gehabt und einfach die Regeln der indirekten Rede angewandt und den relevanten Teil in den Konjunktiv gesetzt?
So wurde aus „tun“ „täten“.
Irgendeinen Grund musste es ja haben …
Sie hätte ja auch „Sie meinte: ‚Wir tun immer eine Ferienwohnung mieten.‘“ sagen können. Damit wäre die Grammatik zwar auch nicht korrekt, aber man hätte gewusst, wer die grammatische Übeltäterin – schon wieder „täten“: „Übeltäter“ – gewesen ist.
Eine schöne Sprachvariante des Konjugierens von Verben – die Konjugation mit „tun“!
ich tue
du tust
er, sie, es tut
wir tun
ihr tut
sie tun
Da tun mir glatt die Ohren weh!
„Wir tun mieten“!
Anstatt das relevante Verb im Satz, das Prädikat zu konjugieren, nimmt man „tun“ zur Hilfe und tut der Grammatik damit Grausames an.
„Er tut gerade lesen.“
„Komm rein! Ich tue gerade telefonieren. Tut nicht mehr lange dauern.“
Halt ein „tu“ fehlt!
„Tu reinkommen!“
Was war noch mal der Konjunktiv?
Den tut man benutzen für die indirekte Rede.
Von „Tuten“ und Blasen keine Ahnung!
Es gibt ein geflügeltes Wort – „Stell Dich dumm, dann geht’s Dir gut!“.
Bei diesem Mitarbeiter ist es nicht „stellen“, sondern „sein“.

Seit Einsteins Entdeckung ist alles relativ.
Seit der PISA-Studie ist alles noch relativer, vorallem die Rechtschreibung …

DREIZEHN (13) Fehler in so einem kleinen Text ist rekordverdächtig oder einfach nur krank – kopfkrank.
Bei einer „Job-Plus-Maßnahme“ wird ja bekanntermaßen viel Wert auf Rechtschreibung gelegt.
Die, die sich für die Rechtschreibgurus wurden – wie bereits berichtet – entthront.
Aber das hätte nicht sein müssen, sie haben es auch selbst getan.
Dieses Foto wurde auf der Herrentoilette geschossen und zeigt, wie gut die selbst ernannten Rechtschreibgurus die Rechtschreibung beherrschen.


Laut des Deutschen Philologenverbands gäbe es Nachhilfe-Institutionen, die von der Scientology betrieben würden.
Dreißig solcher Institution sein bekannt.
Die Dunkelziffer, bei Nachhilfe-Institutionen, die von der Scientology unterwandert würden, sei wohl noch höher, wird befürchtet.
Das Perfide an den scientology-geführten Nachhilfe-Institutionen sei, dass diese ausnützten, dass sich viele Nachhilfeschüler in einem psychischen Dilemma befänden.
Viele von ihnen befinden sich in einer Identitätskrise und nicht wenige haben Minderwertigkeitskomplexe.
Kinder, die an sich zweifeln, sind ein idealer Nähboden für Manipulationen, wie die Scientology sie durchführt.
Scientology zielt aber nicht nur darauf ab, die Nachhilfeschüler in dessen Einflussbereich zu bekommen, sondern über die Verbreitung von „weiterführenden Seminaren“ würden auch so die Angeln in Richtung der Eltern ausgelegt.
In den Seminaren wird den Kindern die „Philosophie von Scientology“ nahegebracht.
Schwerpunkt dieser Rekrutierungsmaßnahmen ist Hamburg und Umgebung.
Laut WDR gibt es aber auch solche „Maßnahmen“ in Nordrhein-Westfalen.

Auf meinen Reisen durch das Internet fallen mir immer und immer wieder Kuriositäten auf.
Eine Kuriosität hat mich sehr ergriffen, obwohl ich nicht begriffen habe, wie sie zustande kommt.
So las ich folgenden Satz.
„Deshalb hatte ich mich seinerseits auch nur für einen T-DSL1000-Anschluss entschieden gehabt.“
Ich kam ins Grübeln und erinnerte mich, dass ich so etwas Ähnliches schon öfter gesehen hatte.
- „ … ein Gedicht, das wo der Lehrer gemacht gehabt hat … “
- „ … er hat zwar schluss gemacht gehabt … “
- „ … ich habe eine Startsequenz und ein Paar Kommentatoren gemacht gehabt, als ich noch Hoffnung hatte … “
- „ … vorher hatte das der phönix gemacht gehabt … “
- „ … dank erstmal für deine nette hilfe, habe soweit auch nen fehler gemacht gehabt … “
- „ … Spanien hat es doch tatsächlich erwischt, deshalb hatte ich ihre Fahne auch gehisst gehabt, denn ich wollte doch nicht das Frankreich verliert …“
Mal abgesehen davon, dass in den oben zitierten Satzfragmenten noch einige „Varianten“ der deutschen Sprache zu finden sind, scheint „gehabt gehabt“ ein Phänomen zu sein.
Wenn man in Internet-Suchmaschinen „gemacht gehabt“ eingibt, werden viele solcher Ergebnisse angezeigt.
Man kann es auch mit „gelesen gehabt“ ausprobieren.
„Ich hatte den Zettel gelesen gehabt“.
Das Plusquamperfekt („Ich hatte den Zettel gelesen.“) wird zum Doppelpartiziplusquamperfekt.
Einigen Leute scheint es nicht „perfekt“ genug gewesen zu sein.
Seltsam ist aber, dass diese Konstellation nur mit intransitiven Verben existiert.
„Ich bin gelaufen gewesen“ gibt es nicht.
Na gut, vielleicht in Bayern : „ Ⅰ bin fei kimma g’wes’n“
Aber das ist eine andere Geschichte …
Das Doppelpartizipplusquamperfekt ist aber noch nicht das Nonplusultra (oder war es das Nullplusultra?).
«Er sagte : „Ich hatte dich gesehen gehabt.“ » wird in der indirekten Rede wohl nach der neuen unheimlichen Art zu einem Super-Plus-Ungut-Ungetüm, wie es (nicht mal) im Buche steht.
«Er sagte, er hätte mich gesehen gehabt gehäbtert.»
Was passiert aber, wenn jemand sagte, dass ER gesagt habe, dass ER jemand Anderen gesehen gehabt hatte?
In verwirrtem Sprachcode hieße dies wohl:
«Er sagte, der Andere hätte gesagt gehabt, dass er jemand Anderen gesehen gehäbtert hätte.»
Vielleicht kommt ja noch der wohlbekannte „Tuter“ hinzu.
«Er tut sagen, der Andere hätte gesagt getan gehabt haben, dass er jemand Anderen gesehen gehäbtert getan hätte.»

























