Journalismus

Die Nachrichten Standpunkt Mindestlohn Dietmar Syntronica

In einem Kleinunternehmen sitzen die Mitglieder der Geschäftsführung wie gelähmt vor ihren Schreibtischen und malen düstere Endzeitszenarien auf Firmenbriefbögen.

So, wie sie mit ihrer Schnappatmung da sitzen, könnte man meinen, sie machten ihre letzten Atemzüge.

Über ihnen schwebt das Damoklesschwert mit der Gravur „Mindestlohn“.

In ihren mit Diamant besetzten Kelchen befindet sich der schwarze Champagner der Agonie, und sie und der Sensenmann prosten sich mit blasser, depressiver Mine zu.

Anstatt sich aufrecht hinzusetzen, liegen sie lieber wie auf den Rückenpanzer gefallene Schildkröten im Meer der Todesangst und strampeln wild mit ihren viel zu kleinen Füßen, ohne Halt zu finden.
Sie setzen sich auch nicht aufs Gesäß.

Obwohl der Mindestlohn definitiv kommt, wehren sie sich mit Hand und Fuß dagegen.
Sie wissen, dass ihre Branche nicht zu den Ausnahmen zählt, doch sie wollen der Belegschaft gegen jeglichem Wissen weismachen, es könnte noch passieren.

Die Diskussion um den Mindestlohn ist nicht neu uund wurde seit einigen Jahren geführt, doch sie tun so, als habe sie unverhofft erst gerade eingesetzt.

Sie wissen auch nicht, was „Mindestlohn“ genau bedeutet und haben jeglichen im Vorfeld darüber weggeschoben.
Sie sehen nur, dass sie „Mehrausgaben“ haben, denn sie verstehen in ihrem (frühkapitalistischem) Egoismus nicht, dass der Mindestlohn der Ausbeutung, die sie an ihren Angestellten begehen, entgegenwirken soll.
Es darf von „Gesetz wegen“ nicht mehr sein, dass Angestellte auf „Staatsalmosen“ – z.B. in Form von sog. Hartz-IV-Aufstrockung –  angewiesen sind, um überhaupt ihr Existenzminimum zu haben.

Sie betreiben lieber apokalyptische Stimmung gegen die Politiker, weil diese ja dieses „Instrument des Todes“ initiiert haben.
Plötzlich sind sie und ihre Angestellten eine „große geschundene Familie“, doch mit dem Unterschied, dass sich die „Untergebebnen“ nur die ihres Ruins – der „Oberen“ – anhören müssen, ansonsten aber zu schweigen haben, weil diese ja keine Probleme haben !
Die Mitarbeiter sind plötzlich der Feind, der Ansprüche stellt.

Dass die „Knechte“ und „Sklaven“ – die Mitarbeiter – Vorschläge machen, wie es nun weiter geht, interessiert sie – die Gutsherren – nicht, denn nur sie sind intelligent – in ihrem Glauben.

Die Gutsherren haben aufgehört, sich zu bewegen, aber jeder weiß, dass der, der von den Beinen kommt, nie wieder aufstehen kann.

wohl-fuehl-messe

Am 1. und am 2.11.2014 fand in der Kongresshalle Böblingen die „Fühl-Dich-Wohl-Messe“ statt.
Die Messe stand unter dem Motto „Gesundheit“, „Wellness“ und „Schönheit“.

Ca. 70 Anbieter bzw. Aussteller präsentierten sich dort zu den Themen „Wohlfühlen“, „Gesundheit“, „Ernährung“ sowie „“.

Was sicherlich gut gemeint war, wirkte bei näherer Betrachtung eher konzeptlos.

Die „Gesamtheit“ bleib mehr im Dunkeln, als das Licht es positiv beschienen (können) hätte.

Es sei mal dahin gestellt, ob eine Salbe nach „ayurvedischem Konzept“ wirklich hilft.
Eins wissen wir aber ganz bestimmt, dass sog. „Globuli“ definitiv nicht wirken, auch wenn sog. „Heilpraktiker“ dies immer und immer wieder behaupten. In „Globuli“ ist kein Wirkstoff enthalten. Es sind nur Zuckerkugeln.

Ebenso stießen uns die Stände mit den Möchtegern-Heilsteinen auf. Steine haben keine Heilwirkungen und bestehen als Salzen oder Metalllegierungen, mehr nicht. Auch, wenn sie beschliffen wurden und nun Ohrringe sind, die wie Engel aussehen.
Esoteriker, die sich in einem „modernen Kleid“ gaben, haben auf so einer Msse nichts zu suchen!

Die Orthopädieschuhmacher fanden wir gut, die Medizintechniker und den Stand vom Therapiezentrum des Klinikverbunds Südwest u.ä.

Was sich aber alle angewöhnen soll(t)en, ist, auf potenzielle Kunden zuzugehen.
Wir wollten bei vielen Ständen mit den Ausstellern reden, weil uns einiges zusagte, doch die Leute an den Ständen schauten lieber meilenweit weg und wollten uns wohl nicht sehen oder unterhielten sich mit sich selbst.

Am Stand der „Sindelfinger Zeituung/Böblinger “ (SZBZ) hatte man keine Pressemappe, auch wusste man nichts über Journalistenverbände.
Uns wurde dann bei der zweiten Begegnung die Messezeitung in die Hand gedrückt als „offizielles Organ“.

Wir sind gespannt, ob es noch eine weitere Messe dieser Art geben wird.

Erbrechen schlecht Würgen Kotzen Vomit Vomitieren Gübeln

Als Oberbürgermeister von Böblingen hat man es nicht so einfach …

Erschwerend kommt hinzu, dass Böblingen zu den sog. „Fair-Trade-Städten“ gehört.

Der OB (Oberbürgermeister) hatte sich vor ein paar Wochen beklagt, dass im neuen stuttgarter Einkaufszentrum „Milaneo“ ein „Primark“ zu finden sei.

Primark lässt Textilien und Accessoires vornehmlich in Bangladesch für Löhne am untersten Level der Existenz‑ und Subsistenzgrenze herstellen. So können T-Shirt stellenweise sehr billig verkauft werden.

Es kam eine Diskussion mit dem OB zustande, bei dem auch sehr geringe Stundenlöhne in zur Rede kamen.
Manche Primark-Hasser bzw. –Ablehner verzettelten sich allerdings in nicht nachvollziehbare Argumentationsketten und die Diskussion verlief irgendwann im Sande.

Der OB musste allerdings in der Diskussion zugeben, dass er sich nicht an Kollegen in gewandt habe, um gegen Primark zu agieren.

Im „Amtsblatt“ der Stadt Böblingen wurde wieder und wieder Reklame für die „Fair-Trade-Stadt Böblingen“ gemacht.

Nun wurde bekannt, dass im neuen böblinger Einkaufszentrum „Mercaden“ in Kürze ein Primark eröffnet werde.

Wie konnte es passieren, dass unter den Augen des OBs in der „Fair-Trade-Stadt Böbkingen“ ein Primark hinbekommen wird?

Hat etwa der OB geschlafen oder diese Tatsache vielleicht verdrängt?

 

polizeiauto.jpg

In wurden heute zwei Diebe verhaftet.

Diese hatten auf einer Baustelle Kupferrohre gestohlen und wollten diese bei einem Schrotthändler verkaufen.

Sie veräußerten diese auch, doch etwas später kam ihnen die Polizei auf die Schliche.

Der Verkauf des kupfernen Diebesguts hatte ca. 400 Euro eingebracht.
Der Schrotthändler kopierte sich den Personalausweis eines der Diebe, um eine Adresse für die Quittung zu haben.

So konnte die Polizei etwas später zugteifen und die Diebe dingfest machen. 

konflikt

Wir hatten bekanntermaßen am Samstag, den 25.7.2014, über die „Veranstaltung ‚Freies Palästina‘ zum Al-Kuds-Tag in Stuttgart“ berichtet.

Bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter werden die Beiträge bzw. Artikel, die wir veröffentlichen, direkt verknüpft, also auch angezeigt.
Nachdem der Artikel erschienen war, wurden wir bei verschiedenen sozialen Netzwerken hart angegangen. Wir wären Antisemiten, Unterstützer von Terroristen und so weiter…

Wir versuchten am Anfang noch klar zu machen, dass der Artikel – s. o. – keine Stellung bezöge und verwiesen darauf, dass wir über eine Veranstaltung berichtet hatten.
Man beschimpfte uns weiterhin als „Terroristen-Unterstützer“.

Kurioserweise waren es aber diejenigen, die von sich behaupteten, sie kennten den Unterschied zwischen Israel und Juden sowie Palästinensern und Moslems.
Sie denunzierten die Teilnehmer als „Kanacken“, „Terroristen“ etc.
Es wurde von einigen sogar behauptet, in wären antisemitische Parolen gefallen und es hätte Schlägereien gegeben. Auf Nachhaken erfuhren wir aber, dass die Leute dies vom Freund eines Freundes gehört hatten, der jemanden kennt, der davon gehört haben wollte.
Seltsamerweise wurde in den Medien über die Kundgebung berichtet und es wurde gelobt, dass diesmal keinerlei Provokationen stattgefunden hätten.
In den Nachrichten des SWR, ebenso beim „Heute Journal“ und den „Tagesthemen“ wurde dies bestätigt, was aber bei unseren „Spezialisten“ nicht zählte, da diese Medien sowieso „antisemitisch“ seien.

Wir wären eben Lügner, Verleugner und Antisemiten!

… weil wir dort waren!

Wir fanden es schade, dass „weltoffene“ Personen plötzlich eine nicht-nachvollziehbare Kehrtwende machten.
So veröffentlichten wir ein Bild von einem T-Shirt mit der Aufschrift „Du musst kein Moslem sein, um zu Gaza zu halten, sondern nur menschlich denken.“, was klarmachte, dass Religion keine Rolle spielte, doch dies wären Aussagen von „Terroristen“ ließ man uns wissen.

Die Ambivalenz unserer „“ wurde aber am deutlichsten, als wir hervorhoben, dass sich Israelis und Palästinenser in Sachen Aggressivität und Feindseligkeiten nichts täten.
Wir kritisierten, dass Israel während der Feuerpause Anfang dieser Woche Tunnel von der Hamas zerstört hätte und ihre Truppen sich – mit „schweigenden Waffen“ – weiterhin bewegt hätten.
Wir wurden als Antisemiten beschimpft und als „Kanacken-Freunde“ !

Wir kamen zu dem Schluss bei diesen dummen Diskussionen, dass viele, die laut aufschrien, nicht wussten, was überhaupt im Nahostkonflikt wirklich gespielt wird.
Jegliche an Israel sei antisemitisch, sagten unsere selbst ernannten „Feinde“, die aber gleichsam Andersdenkende verteufelten.
So kamen wir zu dem Schluss, dass diejenigen, die uns Antisemitismus vorwarfen, in Wirklichkeit Rassisten sind.
Wo aber der Unterschied zwischen Rassismus bezogen auf Israelis und Rasismus bezogen auf Palästinensern ist, konnte niemand sagen, wenn man hinter die einseitigen Hass-Masken schaute.

 

Nachtrag
Gerade erreichte uns eine E-Mail, in der wir aufgefordert werden, bei einer Pro-Israel-Demonstration zu erscheinen und darüber zu berichten.
Der Absender gehört auch zu denen, die uns versuchten, in eine „Terroristen-Ecke“ zu drängen.
Jeder kann sich denken, wir tun bzw. nicht tun werden.

Dietmar Syntronica Nachrichten Standpunkt WM 2018 Russland Fussball

Im Sommer 2018 soll in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft abhalten werden, im Jahre 2017 dort auch der Konföderationen-Pokal.

Angesichts der Krise in der (Ost‑) Ukraine und insbesondere wegen des Abschusses eines Passagierflugzeugs, bei dem fast 200 Niederländer starben, wird von manchen gefordert, die FIFA – der Welt-Fußball-Verband – solle Russland die WM entziehen, da Russland DER Provokateur in der Ukraine sei. Auch soll dies „Druck“ ausüben, dass Russland sich in Sachen Menschenrechte nach vorne bewegt.

Uns Journalisten liegt eine schriftliche Stellungnahme der FIFA zu dieser Thematik vor.

Die FIFA spricht darin den Hinterbliebenen, Freunden und Verwandten des Abschusses ihr Mitleid und Mitgefühl aus. Gleichzeitig sagt sie aber auch, dass keine Diskussionen stattfänden bezüglich eines Entzugs der WM 2018 Russlands.

Die FIFA sieht keine Notwendigkeit, wegen Russlands Ausrichtung der WM zu agieren.

Die Frage ist sowieso, ob und Politik verquickt werden sollten, um politischen Druck auszuüben oder nicht.

Bis jetzt hat es nicht funktioniert und ob Russland oder ein anderer Staat sich dazu „überreden“ lässt, sich zu ändern, ist mehr als fraglich.

Als die Winterspiele in Sotschi stattfanden, gsb es ebenfalls diese Diskussionen, die zu nichts führten.

Russland zog sein „Ding“ durch.

ist immer an erster Front dabei, sich für (mehr) Menschenrechte einzusetzen, doch man muss sich fragen, ob ein „Sport-Event“ der richtige Weg ist, „Druck“ auf ein Land auszuüben.
Wenn man es in diesem Kontext sieht, dürften kommunistische Staaten und andere Staaten, in denen Diktaturen herrschen, keine internationalen „Sport-Events“ abhalten.
Die Realität sieht anders aus.

free-palestine

Heute waren wir (beruflich, als Journalistren) bei einer Veranstaltung mit anschließender Demonstration mit dem Thema „Freies Palästina“.
Wir werden hier keine Argumente pro Palästina oder pro Israel abgeben.

Wir sind für eine Lösung 50⁄50 und werden uns auf keine Seite schlagen, denn Israeliten und Palästinenser nehmen sich in Aggressivität und daraus resultierenden Querelen gegeneinander nichts. Wir werden hier auch nichts zu Antisemitismus, Israel-, Moslemhass, Palästina- und Ähnliches sagen, außer am Rande vielleicht.

Es ging darum, dass Israel mit seiner „Politik“ weiterhin die Menschen im Gazastreifen bedroht, nötigt etc.
Am Beginn der Veranstaltung riefen die Organisatoren dazu auf, dass niemand provozieren solle, dass sich niemand provozieren lassen möge. Ebenfalls riefen sie dazu auf, dass jegliche „antisemitische Propaganda“ zu unterlassen sei. Sie sagten, dass die Religion überhaupt nicht relevant sei.
Wir verfolgten die Veranstaltung und unterhielten uns mit vielen sehr weltoffenen Menschen. Wir erfuhren ihre Sorgen und Ängste. Sie wollten in Frieden leben und verurteilten Gewalt gegeneinander.

Die Ordner waren sehr gut organisiert. Wir bekamen mehrmals mit, dass die Ordner von der Polizei für deren positive gelobt wurden.

Es fielen in der ganzen Zeit keine antisemitischen Sprüche, es wurde auch nicht provoziert.
Die „ganze Sache“ ging um „Freies Palästina“ , nicht mehr, nicht weniger, insbesondere, dass die Okkupation des Gazastreifens aufhören müsse.
Der Demonstrationszug war sehr gesittet und ruhig. Es wurde „Free Palestine“ skandiert, aber es passierte nichts.
Es wurde auch nichts – wie bei anderen sog. „Montagsdemos“ – blockiert.

wir-fussball-kommentar-haende

Wir sagen der Deutschen Fußball-National-Mannschaft „Herzlichen Glückwunsch“ zum Weltmeistertitel.

Das Deutsche Team hat alles gegeben und sich verdient den VIERTEN STERN geholt.

Wir als Patrioten haben immer zur Deutschen Elf gehalten.

Was uns sehr gestört hat, waren die typisch (???) deutschen Anbahnungen der sog. „Profis“ bzw. Journalisten(-Kollegen).

Es wurde sich erstmal irgendwelche – hanebüchenen – „Argumente“ zurecht gelegt, warum nicht gewinnen kann.

„Kann“ – wohl gemerkt, nicht „Könnte“! 

Das heiße Wetter war immer ein Argument, weswegen die Deutschen „gerade diesmal“ nicht siegen könnten.

Ebenso fehlten den Deutschen im Gegensatz zu der gegnerischen Mannschaft der Schneid, die Schnelligkeit, die „Erfahrung“ etc. pp.

Als Deutschland gegen Brasilien eine Tor-Artillerie abfeuerte und innerhalb von sechs Minuten vier Tore schoss und die brasilianische Motivation sprichwörtlich in ein schwarzes Loch versenkte, war dies auch nicht mal ein Beweis, dass Deutschland Fussballweltmeister würde.

Patriotismus und positives Denken geht anders!

Den „goldenen geistigen Absturz“ hatte Franz Beckenbauer nach dem Finalspiel.

Er sagte, Deutschland habe zwar so gut wie alles gegeben, doch man müsse berücksichtigen, dass Deutschland einen Tag mehr zum Ausruhen hatte und Argentinien im Vorfeld schon eine Verlängerung mehr als Deutschland auf dem Buckel hatte.

Deutschland, Deine Depression! 

 


Zu dem Artikel „Willkürlich verurteilt“ möchte ich noch etwas schreiben.

Als der Richter und ich nach der „Verhandlung“ noch miteinander „kumpelhaft“ redeten, sagte er mir – er meinte wohl eher, mir dies ans Herz legen zu wollen – im Gesetz stehe, Handys in der Hand zu halten beim Fahren sei verboten, doch wenn sich das Handy in einer Halterung fest arretiert befinde, könne ich dies tun, weil es eben nicht verboten sei, das Handy zu benutzen in der Halterung. Ich könne auch SMS schreiben etc., weil laut Gesetz „nur“ strafbar sei, das Handy in der Hand zu benutzen.

Dies sollte wohl ein „gut gemeinter Ratschlag“ sein, doch nach dem Verlauf des Gerichtstermins kam es mir eher vor wie eine „Rechtfertigung“ seinerseits mit einem Touch „Kumpelhaftigkeit“, oder vemeintlicher „Ehrenrettung“, um sein längst verlorenes Gesicht noch irgendwie ein klein bisschen zu retten..

Ich stellte dann etwas dar, womit er nicht gerechnet hatte und was er nicht wahrhaben wollte.

Wir haben in die drei Säulen der (Staats‑) Gewaltenteilung – Legislative (gesetzgebende Gewalt), Judikative (richterliche Gewalt) und Exekutive (ausführende Gewalt).
Wenn man nun bedenkt, dass – wie eben erwähnt – die Legislative in Sachen „Handybenutzung während der Autofahrt“ Fehler gemacht habe (Benutzen in der Hand), stellten sich die anderen Staatsgewalten in einem anderen Licht dar, da die Legislative die Erste Gewalt ist.
Man kennt ja auch Fälle, dass die Exekutive wie z. B. die Polizei auch Fehler machte und auch macht.
Die Exekutive ist die Dritte Gewalt. Zwischen der Ersten und Dritten, steht nun die Zweite Gewalt: Judikative (manchmal auch Judispudenz genannt).
Warum sollten die Legislative und die Exekutive Fehler machen und die Gewalt in der Mitte – Richter bzw. Gerichte –  nicht?

Der Richter hatte mir kurz vorher gesagt, von 150 „solchen Fällen“ wie meinen pro Jahr, habe er keinen stattgegeben, was mir sehr zu denken gab.

Ich sagte, man könne davon ausgehen, dass auch Vertreter der Judikative, wie er es auch sei, Fehler machen könnten, aus dem Grund wie oben beschrieben.

Dies gefiel ihm überhaupt nicht, was man an seiner Mimik erkennen konnte, und er blieb mir eine Antwort schuldig, indem er mir dann einen schönen Tag wünschte und verschwand.

Bildquelle: Pixelio.de/Thorben Wengert 

Gestern, den 27.6.2014, war (endlich) der Gerichtstermin bezüglich einer Einspruchssache zur angeblichen Handybenutzung meinerseits.

Ich hatte während einer Autofahrt innerhalb Böblingens mein Portemonnaie aus der Gesäßtasche genommen und es in die Mittelkonsole abgelegt.
Ein Polizist will gesehen haben, es wäre ein Handy gewesen. Obwohl ich hätte es aufklären können und wollen vor Ort, passierte nichts. Der Polizist blieb bei der Version „Handy“.
Ich legte Einspruch ein und gestern war der Termin vor Gericht.

Alleine mit dem Richter stellte ich dar, wie es gewesen war.
Dem Richter war unverständlich, warum ich Einspruch eingelegt hatte, denn wenn ein Polizist etwas behaupte, dann sei es eben so.
Ich zeigte mein Portemonnaie – mit einem aufgedruckten Stadtplan – und sagte, man hätte dies leicht verwechseln können mit einem Handy.

Es folgte im Vier-Augen-Gespräch eine suggestive Belehrung über Falschaussagen und deren Ahndung, die jedoch an mir abperlte wie Wasser an einem heißen Stein. Was Recht ist, muss Recht bleiben.

Dann wurde der Zeuge, der Polizeibeamte – nennen wir ihn einfachhalber Herr G. – aufgerufen, hineinzukommen. Nach dem dritten Aufruf ging der Richter kurz hinaus, um zu schauen, ob er da sei.
Danach ging er in den Raum hinter dem Gerichtssaal und telefonierte mit der Dienststelle der Polizei Böblingen und wurde prompt mit Herrn G. verbunden, den er aufforderte, ins Gericht zu kommen.

Die Verhandlung wurde unterbrochen und ich saß in der hinteren Reihe.
Ich konnte einer Verhandlung beiwohnen, bei der es um einen Beinahe-Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit innerorts mit einem Zeugen ging und erfuhr, dass das Verfahren an Mangel an Beweisen vonseiten des Richters eingestellt wurde. Mir ist schleierhaft, warum dies geschah, obwohl ein Zeuge dort war und eine schriftliche Aussage einer Zeugin vorlag.

Dann ging es wieder um „meine“ Verhandlung.

Der Polizist wusste erst mal nicht, worum es sich handelte und bekam die Akte vom Richter vorgelegt.

Nach dreißig Sekunden Durchfliegens sagte er: „Ach die Sache!“, als wenn er es nur kurz vergessen hätte.

Er sagte, er habe beobachtet, wie ich ein Handy im Auto in der Hand gehabt hätte.
Auf mein Intervenieren und Vorzeigen des Portemonnaies schaute er sehr irritiert, dachte fünf Sekunden nach und kam mit: „Ich habe gesehen, wie er auf dem Telefon tippte“.
Portemonnaie“ sagte ich bestimmend.

Ich nahm mein Handy aus der Gürteltasche, nahm es in die Hand und tippte mit meinem Daumen etwas ein und sprach dazu: „Heute ist Freitag“,
Der Richter und der Polizist schauten mich an und der Richter fragte, was ich machte.
„Ich habe das Handy in der Hand, wie Herr G. es beschrieb und habe ‚Heute ist Freitag‘ eingetippt. Sie sahen und hörten, dass ich bedingt durch meinen langen Daumennagel auf dem Touchdisplay nicht alle Buchstaben eintippen konnte, da das Touchdisplay nur auf Berührung der Haut reagiert.“
Seltsame Gesichter.
Dann nahm ich das Handy in die linke Hand und tippte mit meinen Mittelfinger der rechten Hand wieder das gleiche ein. Diesmal klappte es, weil der Mittelfinger, den ich immer zum Tippen benutze, immer das Display berührt hatte.

Der Polizist erwiderte, er habe auch die Glasfläche gesehen, wobei ich dies abstritt, da das Portemonnaie eine matte Oberfläche habe.

Der Polizist kam auch darauf zu sprechen, dass er immer ganz genau bei seiner Arbeit sei und nur seinem Kollegen bescheid sagte, wenn er sich ganz sicher sei. Wenn irgendetwas nicht klar sei, würde der Kollege sich rückversichern oder er nichts Unternehmen.

„Dann hat der Kollege noch gesagt, der Fahrer würde Widerspruch einlegen.“, sagte er, doch ich intervenierte wieder: „Ich bin Journalist und man lernt, dass man seine Ziel oder Aktionen nie vorher bekannt gibt. Stellen Sie sich vor, das Team Wallraff würde Burger King mitteilen, dass sie Hygienetests machen. Dann ergriffe Burger King direkt Maßnahmen im Vorfeld, entweder dies zu verhindern, oder es würden extra Reinungskolonnen beauftragt, damit alles sauber ist. Ich habe dies dem anderen Polizisten definitiv nicht mitgeteilt.“

Kurze Ruhe im Saal …

Der Richter wollte beschwichtigen, es können mir durchaus rausgerutscht sein, doch ich sagte dominant: „Niemals!“

Anderes Thema!

Es folgte eine Rechtfertigung des Polizisten, dass er von dort, wo er gestanden habe, alles gesehen habe und er wohl keinen Nutzen hätte, etwas zu tun, was nicht stimme.

Ich warf das Wort „Anzeigen-Bingo“ laut in den Raum.

Der Richter machte verkrampft ein Poker-Face, der Polizist versuchte, ruhig zu sein, doch seine Augen zuckten wild.

„Ich kann dies, was ich jetzt sage unter Eid genauso wiederholen, wenn sie wollen“, begann ich, „oder ich kann jemanden benennen, der dies an Eides statt bezeugen kann. Die Polizisten spielen ein Spiel, bei dem derjenige der Gewinner ist, der pro Tag, pro Woche oder pro Monat bzw. in einen bestimmten Zeitraum die meisten Anzeigen verteilt hat bzw. die meisten Ordnungsverfahren eingeleitet hatten. Wie gesagt, kann ich dies auch unter Eid bezeugen.“

Wieder Ruhe im Saal …

Es gab keinen Kommentar dazu, weder vom Richter, noch vom Polizisten.

Der „Zeuge“, Herr G., durfte dann gehen.
Ich war wieder mit dem Richter alleine, der komischerweise „kumpelhaft“ mit mir redete, aber klarmachte, es gäbe an der Aussage des Polizisten nichts zu rütteln und schlug mir vor, ich solle den Einspruch zurückziehen, den er würde dem Einspruch nicht stattgeben. Ansonsten würde es teurer für mich, da das Verlesen eines Urteils zur Zahlung des „Verwarngeldes“ kostenpflichtig sei.

Ich gab zu Protokoll, ich würde den Einspruch zurückziehen, allerdings forderte ich den Richter auf, mit aufzunehmen, dass ich nicht einverstanden sei mit der Aussage des Polizisten, da es an den Haaren herbeigezogen sei und auch Fehler aufgetreten seien. 
Dies geschah.

Ob ich etwas unternehmen werde oder nicht, werde ich hier nicht sagen, denn ich bin Journalist und sage nicht, ob ich etwas unternehme oder recherchiere.

Bildquelle: Pixelio.de/Thorben Wengert 

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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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