Klarsicht

Auf der Titelseite des Arme-Reiche-Promi-Heile-Welt-Mitleid-Story‑ und-Moralheuchel-Blättchen – politisch korrekt: „Boulevard-Blatt“ – „Neue Post“ konnte man in einem Aufmacher lesen, dass Johannes Heesters exklusiv für sie schreibe.
Auf irgendeiner Seite kann man dann lesen, was Johannes Heesters schreibt.
Er meldet sich eher zu Wort.
Es sagt, dass es ihm gut gehe. Er räumt auch mit den Gerüchten auf, er sei schwer krank.
Auch stimme es nicht, dass er einen Hörsturz erlitten habe, wie einige „Boulevard-Blätter“ behaupteten u.v.m.

Wie muss man es nun kontextuell werten, dass die „Neue Post“ auch diese Gerüchte über Wochen genährt hat, die Johannes Heesters nun entkräftet hat?
Hat sich Heesters wirklich gemeldet oder muss die „Neue Post“ eine Richtigstellung bzw. Gegendarstellung veröffentlichen, die nur anders deklariert wurde?

Nahe Guantanamo auf Cuba gibt es ungefähr seit dem von den USA angezettelten Irak-Krieg ein Gefangenenlager.
Guantanamo Cuba - Rechte Wikipedia
Dorthin werden islamistische Terroristen und Terrorverdächtige gebracht.
Das Lager ist nicht umstritten, man hört nur Negatives.

Entgegen der Menschenrechtskonvention werden die Häftlinge ohne Verlesung der Anklagepunkte festgehalten. Ein Recht auf Anwälte haben die Häftlinge ebenfalls nicht, ein Anrecht auf faire Behandlung auch nicht. Man munkelt auch, dass dort gefoltert werde.
Vor kurzem wurde der erste Guantanamo-Häftling einem Gerichtsverfahren unterzogen.
Einen Anwalt konnte er nicht frei wählen, viel mehr wurde ihm ein von der US-Armee benannter Pflichtverteidiger zur Seite gestellt.

Dass Terroristen bestraft werden müssen, ist unumstritten.

Man sollte aber über Folgendes nachdenken!
Terry Hicks, als australischer Taliban bekannt geworden, hat gestanden bzw. ihm wurde alles bewiesen, was er bis jetzt bestritten hatte.
Er wurde von den Taliban-Islamisten ausgebildet und hat in Afghanistan an deren Seite gekämpft.

Er wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, muss davon aber bedingt durch die Guantanamo-Haft nur (noch) neun Monate absitzen.
Auch ist von einer Geheimregelung mit dem Gericht die Rede.
Im Gegenzug hat Hicks alle Anzeigen gegen die USA wegen Misshandlung während seiner Haft fallen lassen.

Nicht erkannt werden ...

Nachdem sich die „Neue Post“ ein „Verhältnis“ zwischen der Sängerin Mireille Mathieu und dem „Volksmusikstar“ Florian Silbereisen zusammenhalluziniert und sich dann auch noch Beweise dafür zusammenfantasiert hatte, musste sie natürlich Farbe bekennen, weil (fast) jeder bemerkt hatte, dass es nicht stimmt(e).
Vor ein paar Wochen hatte die „Neue Post“ damit begonnen, der Wahrheit nahe zu kommen.
So tut sie so, als hätte sie die Wahrheit gepachtet und strickt sich eine interessante Geschichte, um dahin zukommen, dass alles eingerenkt ist.
Sie behauptet, Silbereisen und Mireille Mathieu hätten Beziehungsstress.
Um diesen Quatsch zu untermauern, konnte man noch eine Story über das „Liebespaar“ lesen. Diese war aber nur dazu da, sich selbst etwas zu beweisen.
So gebe es angeblich neue Beweise in der französischen Zeitschrift „France Dimanche“ dafür, dass doch ein „Verhältnis“ bestehe.
„Neue Post“ macht daraus DEN Liebesbeweis schlecht hin.
Dann folgt wieder der Sermon, dass Silbereisen immer wieder mit Frauen Schluss mache, wenn sie ihm zu nahe kämen.
Silbereisen hat sich ja bekanntlich vor kurzem von seiner langjährigen Freundin getrennt, dann soll sich laut „Neuer Post“ ein „Verhältnis“ zwischen ihm und Mireille Mathieu entwickelt haben.
Den Rest kennt man ja zur Genüge.
Schon gerissen, diese „Taktik“, um die Schuld von sich zu weisen und den beiden doch ein „Verhältnis“ andichten zu können.

Man hätte auch Rückgrat beweisen können und sagen können, man hätte sich geirrt.

Fernseher

„K11“ ist eine „Krimi-Doku-Serie“ bei sat.1.
Schauspieler stellen reale Kriminalfälle nach.

In einem Fall ging es darum, dass eine Internatsschülerin mit einem Seil erdrosselt wurde. Die Ermittlung verläuft schleppend, weil viele Schülerinnen verdächtig sind, doch dann will eine Mitschülerin der Ermordeten deren Ex-Freund unter Druck setzen, weil sie einen Verdacht hat.
Die Ermittler – eine blonde, kurzhaarige Kommissarin und ein glatzköpfiger Kommissar – sind zur Stelle und können den Täter und dessen Helfer stellen und verhaften.
Schnitt!
Während einer kurzen Einspielung sagte eine Stimme: „Wie kommt das Mädchen mit der Todesangst zurecht? Nach der Werbung erfahren Sie es.“
Nach knapp fünf Minuten Werbung geht es weiter mit K11, eine satte Minute.
Die Gesichter der Täter erscheinen und eine Stimme erklärt, welche Strafen sie bekamen. Auch kann man das Strafmaß in einer Auflistung ablesen.
Dann einige Sekunden vor dem Abspann sagt die Stimme noch: „Das Mädchen hat zusammen mit ihren Mitschülerinnen den Verlust der Freundin und die damit zusammenhängende Gewalttat nach eine schweren Zeit verarbeitet.“
Abspann!
Ende!

Man fragt sich, welchen Zweck die Ankündigung hatte.
Wohl nur einen – dass man Werbung schaut und „dran“ bleibt, um den (vermeintlichen) Rest von K11 nicht zu verpassen.

Wer ist Superfliege (Glühwürmchen)?

Sie ist wie eine Fliege.
Mal hier und mal dort und immer offen für neue Facetten des Lebens.
Sie kann für manche lästig werden, gibt aber nie auf, um an ihr Ziel zu gelangen.
So mancher Fliegenklatsche ist sie schon entkommen.

Manchmal ist sie gefangen hinter einer Fassade, doch wenn sie bröckelt, fliegt sie weiter in neue Bereiche und Dimensionen.
Eben eine Superfliege … oder eine Bi(e)ne?

Wer ist Syntronica (Herzbeben)?

Er hat auch die Aliase „Le Cerveau Travailleur“ und „Der Wolf“.
Sein fleißiges Gehirn ist auch ein Fluch, denn es analysiert permanent alles, was es sieht und hört.
Doch Glühwürmchen ist diejenige, die es geschafft hat, dass die Gedankenmaschine ruhig geworden ist, ohne dass die Leistung nachlässt.
Er ist ein angenehmer Zeitgenosse, kann aber auch zum Wolf werden, wenn man seiner Herzallerliebsten oder ihm Unrecht tut. Dann ist er nicht mehr zu stoppen.

 Glühwürmchen und Herzbeben

Glühwürmchen und Herzbeben sind immer in Bewegung, unterwegs zur nächsten Herausforderung, die sie beide brauchen.
Sie sind keine toten Fische, denn nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
Beide haben ihre eigenen Köpfe, ziehen aber immer an ihren gemeinsamen Strang und sind stolz darauf, nicht zur Masse zu gehören.

Der siebte Himmel war früher, heute stehen beide auf den acht Säulen des Himmels.

 

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Sabine und Dietmar Schneidewind

Furtwanger Str. 12
71034 Böblingen

 

 

Joker

Man muss nicht unbedingt auf dem Laufenden sein, wenn man mal rein zufällig die ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ anschaut. Man muss aber auch nicht unbedingt sehr erfahren in Emotionen sein …
Ich wollte vor ein paar Tagen die Krimi-Serie „Der Kriminalist“ im ZDF anschauen, und es war noch nicht so spät. So schaltete ich schonmal das ZDF ein, um nichts zu verfassen.
Es lief noch „Forsthaus Falkenau“.
Die Szene stellte sich wie folgt dar.
Der Förster sitzt mit Familie am Tisch und grübelt ziemlich verdrießlich vor sich hin.
Ein Sohn kommt herein und danach strahlen erstmal alle Anwesenden.
Er will wie viele an diesem Tag der Tochter des Försters zum ihrem Examensabschluss, dem „Doktor-Titel“ (!!!), gratulieren.
Es wird sich umarmt, gekuschelt, Familienidylle pur.
„Und wie geht es sonst?“ will der Sohn wissen.

Gefühlsumschwung!

Der Förster setzt sich schwerfällig – oder fällt bedingt durch die Sorgen, die auf seinen Schultern lasten, – auf die Bank zurück und verfällt in tiefe Depressionen.
Eine „Die Welt ist grausam und ungerecht“-Stimmung herrscht und alle schweigen.
Theatralik strömt durch Wälder und Auen. Das Waldsterben ist dagegen nur eine klitzekleine Erkältung eines missgestalteten Tannenbaums.
Der Förster schaut seine Herzallerliebste sehr sehr traurig an, und der Zuschauer befürchtet, dass der Förster im nächsten Moment ein geladenes Gewehr unter den Tisch hervorholt und sich damit erschießt.

Vonwegen!

Kameraschwenk wieder zur Herzallerliebsten des depressiven Försters, in dessen Mimik elende Sorgen zu sehen sind.
Im nächsten Augenblick Kameraschwenk auf einen überglücklichen Förster, dessen Gesicht vor Freude strahlt.
„Ist egal“ verkündet der Förster in Geberlaune noch freudestrahlender als je zuvorund springt auf, „jetzt wird gefeiert.“

Was für eine dramaturgische Meisterleistung!

Heile Welt im deutschen Vorabendprogramm.
„Volksmusik ist Volksverdummung“ heißt es.
Für „Forsthaus Falkenau“ gibt dies in besonderem Maße.

Bundespräsident Horst Köhler

Bundespräsident Köhler hat in Richtung der Regierung eindringlich betont, dass die Bekämpfung der die wichtigste innenpolitische Aufgabe sei.
Die Arbeitslosigkeit müsse entschlossen und ehrgeizig bekämpft werden.
Er lobte, dass sich das Land in den letzten Jahren auf den richtigen Weg gemacht habe.
Es geht also auch anders.
Man muss nicht immer auf die Arbeitslosen herumhacken und ihnen vorwerfen, sie seien zu faul, um sich Arbeit zu suchen oder aufzunehmen.

Dietmar - Squizzle

Langsam schleichend und von vielen nicht bemerkt ist aus der Fernsehunterhaltung das geworden, was man früher als Schlagwort benutzt hat.

ist Volksverblödung.“

Wenn ich mir die meisten alltäglichen Serien anschaue, läuft mir die Galle über.
Gefühle sind nur noch dazu da, um die Zuschauer vor die Glotze zu locken.
Logische Schlussfolgerungen werden vermischt mit Unwahrheiten und stumpfsinnigen Zufälligkeiten, die jeder Realität trotzen.
Wahrheiten werden absichtlich verwischt, damit man das nächte Mal zuschaut, da man meinen könnte, die Lösung käme dann.

Ich denke hier besonders an die Serien, die zum größten Teil nachmittags auf den Kanälen der privaten Sender laufen.
Normale Leute können das nicht sein, die dort agieren.
Stumpfsinnig werfen sie mit „Argumenten“ , die ein Niveau von 20 000 Meilen unter dem Meer erreichen, herum und kommen sich vor wie die einzigen, die wissen, wie das Leben wirklich in voller Länge und Breite läuft.

Bis jetzt habe ich noch nicht die Sinnmäßigkeit der Themen, die dort verkaspert werden, verstanden.

„Verkaspert“ als Anspielung auf „sich zum Kasper der Nation machen“!

Aber auch „Realityserien“ wie „ein Tag bei der Polizei“ (wie immer die auch heißen) !

Klischee‑ und Emotionalisierungsgeseifere in Anwalts‑ und Gerichtsserien wie die Serien zwischen 18 und 20 Uhr!

Krimiserien am Abend werden durch emotionale Schieflagen verwaschen und im Niveau denen angepasst, die am Nachmittag die Pöbelsendung als Realität angesehen haben.

Wenn ich die – Achtung Zynismus! –“supertollen“, „geistreichen“, „genialen“, „sozialkritischen“, „aus dem wirklichen Leben gegriffenen“ Pöbel-Talkshows sehe, in denen sich Personen gegenseitig „verbal“ (verbal kann man eigentlich bei dem restringierten Sprachcode, denen sich die Akteure bedienen, nicht sagen) anmachen, fällt mir immer ein:

„KEINE MACHT DEN DOOFEN!“

Falls dies die Zukunft des Fernsehens ist …

Gute Nacht, Deutschland!

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