Klarsicht

Kreatves Schreiben

Syntronica: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

In Bistro war das Licht so dunkel, dass es nicht störte, aber auch so, dass man noch alles sehen konnte.
Während ich dort allein in einer ledernen Sitzecke saß, schaute ich wie zufällig zu zwei Frauen herüber, die am Tresen ein Getränk einnahmen.
Die eine von ihnen nahm ein Papiertaschentuch aus der Jeans. Die andere hielt ihr deren Zigarette hin, die diese in ihre Hand nahm. Die ohne Zigarette marschierte Richtung der Toilette.
„Hm!“, dachte ich, „alleine?“
Die, die jetzt die Zigarette hatte, war ungefähr in meinem Alter, suchte nach irgendetwas, steckte sich die Zigarette nach dem Hin‑ und Herschauen in den Mundwinkel und faltete dann das Papiertaschentuch auseinander. Sie schnäuzte hinein.
Sie trug blauen Lippenstift, der mir aber schon vorher aufgefallen war.
Ich schaute noch einige Sekunden auf ihre Lippen und dachte mir: „Was für eine Zicke ist das denn? Blauer Lippenstift!“
Was für eine komische Farbe!
Dann kam die Freundin nach ein, zwei Minuten zurück. Sie bekam wieder ihre Zigarette zurück und dann redeten sie wieder miteinander.
„Blauer Lippenstift! Was für eine Zicke!“, dachte ich wieder.
Stunden später.
Die, die in das Papiertaschentuch geschnupft hatte, während ihre Freundin auf der Toilette war, schaute mich verträumt an und nahm einen Schluck von ihrem Getränk.
Wir saßen immer noch in dem Bistro, uns gegenüber.
Ihre Freundin war schon längs gegangen.
Danach hatte sie mich gefragt, ob sie sich zu mir setzen dürfte, was ich aus einem nicht nachvollziehbaren Grund nicht verneinte.
So kamen wir ins Gespräch und lernten uns kennen.
Irgendwann war sie kurz auf der Toilette gewesen und hatte sich, ohne dass wir darüber ein Wort verloren hätten, den blauen Lippenstift entfernt.
Das war aber schon einige Stunden her.
„Sag mal“, sagte sie, „als du mich mit dem blauen Lippenstift gesehen hast …“
„Ja?“ fragte ich.
„… da hast du doch bestimmt gedacht: ‚Was für eine Zicke ist das denn?‘.“

Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich schätze doch Leute nicht nach der Farbe des Lippenstifts ein. Was denkst du denn von mir?“

Superfliege: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

Es war wieder einmal Wochenende, und sie wollte wie jedes Wochenende wieder auf die Suche nach einem Mann gehen! So lange war sie schon allein, und sie sehnte sich nach Zweisamkeit! Aber diesmal sollte es nicht wie immer Ablaufen, keine kurze Bekanntschaft mehr! Diesmal sollte es etwas anderes besonderes sein! Sie wollte nicht nach dem Wochenende erneut feststellen, das sie aufs falsche Pferd gesetzt hat, und ihre Bekanntschaft entpuppte sich als Familienvater, der sich für zwei Tage eine Auszeit von seinem Spießbürger leben gönnte!
Sie dachte sich an jenem Samstagabend, wenn ich aussehe wie eine Exotin, werde ich auch nur für die Männer interessant sein, die nicht nur eine kurze Bekanntschaft suchen!
Mit blauen Lippen und einer Zigarette im Mundwinkel stand sie nun an der Bar, und wartete auf ihren Traumprinzen! Nach einiger Zeit gesellte sich auch ein paradiesvogelähnlicher Mann neben sie! Schnell kam man ins Gespräch, und sie dachte, dieses Mal ist alles anders! Jetzt glaube ich habe ich das gefunden, was ich immer gesucht habe! Was nicht so ein Lippenstift ausmacht, dachte sie innerlich triumphierend!
Man verbrachte das Wochenende miteinander, und es lief wieder nach demselben Schema ab!
Enttäuscht stellte sie am Montag fest, dass ihr Paradiesvogel doch nur eine Ente war, und er glücklicher Familienvater sei!
Sie gestand sich ein, man kann zwar die Fassade ändern, aber solang man seine Einstellung nicht ändert, wird es immer auf dasselbe Ergebnis hinauslaufen!
Die Frau wird noch viele Frösche mit blau, gelb, rot oder pink gefärbten Lippen küssen, bis es soweit ist, das sie sich geändert hat!
Aber die Hoffnung gebe ich nicht auf, denkt die Frau, mit einer Zigarette im Mundwinkel!

Nachdenklich

Papst Benedikt XVI. wird Mitte Dezember Italien besuchen.

Entgegen der Beteuerung wird der Papst den Dalai Lama doch nicht am 13. Dezember treffen.

Ist das Treffen abgesagt worden, weil China Druck ausgeübt hat?

Dies meinen italienische Zeitungen.

Ansonsten macht sich der Papst doch auch für Menschenrechte stark.

Er hätte ein Zeichen setzen können.

knoten3d-gauss

In der deutschen Sprache ist im Prinzip alles geregelt.
Für die Syntax und für die gibt es bestimmte Regeln.
Und wenn die nicht greifen, gibt es Ausnahmen, also „Ausnahmeregeln“.

Adjektive werden abhängig vom Casus des Substantivs dekliniert, d.h., dass ein Eigenschaftswort nach dem grammatikalischen Geschlecht des Hauptwortes gebeugt wird, z.B.: ein roter Stein (der Stein), eine rote Rose (die Rose), ein rotes Auto (das Auto).

Bei Farbadjektiven gibt es wieder Ausnahmen.
Farbadjektive, die nicht dem Deutschen entspringen und sich von einem Substantiv herleiten – Besonders bei Blumen gilt dies. – lassen, werden nicht dekliniert.
Der schöne Satz: „Er kaufte sich einen orangen Pullover.“ enthält also einen Fehler.
Es muss heißen: „Er kaufte sich einen orange Pullover.“
Das ist gewöhnungsbedürftig, aber grammatikalisch einwandfrei.

Das Farbadjektiv „orange“ ist nicht deutschem Ursprungs und leitet sich von „Orange“ (franz. für „Apfelsine“) ab. Es wird also nicht gebeugt.

Leute, denen das zu seltsam klingt, können eine besondere „Regel“ benutzen.
Wer sagt schon gerne: „Ich trug gestern eine umbra Hose mit einem orange Hemd, und meine Frau trug violett Schuhe und ein rosé Kleid dazu.“ ?

Man kann den Suffix „farben“ anfügen, wenn man meint, dass man sich irgendwie durch die „unbeugsamen Farbwörter“ durchkämpfen müsste, ohne dass es seltsam klingt.

„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose mit einem orangefarbenen Hemd, und meine Frau trug violettfarbene Schuhe und ein roséfarbenes Kleid dazu.“

Das hört sich zwar überladen an, aber wann benötigt man schon so einen Satz?
In einem Satz steht vielleicht ein „unbeugsames Farbadjektiv“.
Es gibt aber noch eine Möglichkeit des Kompromisses:

„Ich trug gestern eine Hose in Umbra mit einem Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein Kleid in Rosé dazu.“

Stilistisch ausgereift ist das auch nicht, aber man kann ja beide Varianten mischen.

„Ich trug gestern eine umbrafarbene Hose und ein Hemd in Orange, und meine Frau trug Schuhe in Violett und ein roséfarbenes Kleid dazu.“

Einige „unbeugsame“ bzw. „unveränderbare“ Farbadjektive:

  • rosé/rosa
  • violett
  • lila
  • oliv
  • khaki
  • umbra
  • terracotta
  • orange
  • apricot

kruzifix-bw

In den Nachrichten auf der Webseite der katholischen habe ich die Überschrift „Schutz für gefährdete Kinder in Kindertagesstätten“ gelesen.
Sofort ging mir durch den Kopf, ob die katholische Kirche wohl endlich etwas gegen pädophile Priester mache, doch in dem Artikel ging es um Armut und verwahrloste Kinder.

Auch ein wichtiges Thema!

Was ist eigentlich aus dem „vormals pädophilen“ Priester geworden?

Es war herausgekommen, dass der regensburger Bischof Müller einen Priester in Riekhofen in der Seelsorge eingesetzt, obwohl es dem Bischof bekannt, dass dieser Priester wegen Kinderschändung verurteilt worden war.
Angeblich war der Preister als geheilt aus der Psychiatrie entlassen worden.

Seit dem Publikwerden wurde erstmal geschwiegen, nachdem man kategorisch alle Schuld von sich gewiesen hatte.
Der Priester ist inzwischen nicht mehr in Riekhofen eingesetzt.
Bischof Müller ging sogar so weit zu sagen, dass sogar Jesus habe auch Fehler begangen, denn er habe Judas zum Jünger gemacht, obwohl der ihn später verraten habe.
Die katholische Kirche hat eine halbseidene Minimalstellungnahme zu „missbrauchten Kindern durch pädophile Priester“ herausgebracht, die aber nichts anderes war, als die Rechtfertigung Müllers.

Was ist seit dem passiert? Hat die katholische Kirche etwas unternommen?

Die Antwort wird niemanden wundern.

Nein!

Es hat sich keiner bei den Eltern der Messdiener des riekhofener Priesters entschuldigt.

Diese ist pure Menschenverachtung!

Vielleicht meint die Kirche ja, dass es für den Priester eine Strafe gewesen sein mag, als er in Riekhofen in der Nähe von Kindern eingesetzt war, so ähnlich wie Bankräuber, die Goldmünzen polieren müssen im Knast, aber keine einstecken dürfen.

Kreatves Schreiben

„Freunde und Fallen“

„Nicht wahr, Kleiner?“, meinte der Mann und tätschelte seinen Freund, der ihn noch nie enttäuscht hatte und der immer zu ihm gehalten hatte, was immer auch passiert war.
Der Kleine lächelte – oder was man „Lächeln“ nennen konnte – dem Mann zu und schaute ihm in die Augen.
Der Mann schaute zurück und strich ihm über das dichte Fell. Das gefiel dem Kleinen und er zeigte seine Zunge. Er hatte die Schnauze leicht geöffnet.
Der Mann verfiel in die jüngste Vergangenheit.
In der Firma war er einer derjenigen gewesen, die zuletzt eingestellt worden waren. Seine freundliche Art motivierte die anderen Kollegen und er stieg ohne Absprache zum Teamleiter auf.
Er partizipierte mit seinen Kollegen und ließ ihre Meinung weiter zu, doch verlangte von ihnen, dass nach außen alle die gleiche vertraten. Intern konnten sie sich zoffen, wie sie wollten, aber vor den Kunden gab es nur eine Meinung.
Er war der neue Emporkömmling, der ohne andere auszubooten, aufgestiegen war.
Das sahen auch die „hohen Chefs“.
Manch einer von ihnen war jedoch auf seinem Posten befördert worden und war so hoch gestiegen, dass seine Fähigkeiten nicht mehr ausreichten, diesen Posten auszufüllen. Dies nennt man auch das „Peter-Prinzip“. Irgendwann haben die Beförderungen eine Person auf einen Posten manövriert, dass er auf dieser Stufe inkompetent ist. So geht es vielen.
Der Emporkömmling mit seiner natürlichen Art war ihnen natürlich ein Dorn im Auge, denn sie hatten Angst, ihren Posten zu verlieren.
In einem Team war der Emporkömmling angesehen. Sie gingen auch ab und zu aus.
Alles war gut.
Dann jedoch war im Gespräch, dass der Emporkömmling zu den „hohen Chefs“ aufrücken sollte und die nach dem Peter-Prinzip agierenden hatten Angst.
So partizipierten sie nicht, zumindest vordergründig taten sie dies, legten ihm aber Steine in den Weg, wo sie nur konnten.
So kam der Emporkömmling zwischen ihre perfiden Mühlsteine, die aus Vorurteilen, Missgunst und Gerüchten gefertigt waren.
Er musste die Firma verlassen, weil er sich nicht wehren, konnte gegen diese „Spielchen“.
So war er ganz alleine, seitdem er die Firma verlassen hatte. Die Freunde, mit denen er um die Häuser gezogen waren, meldeten sich nicht mehr oder hatten Termine.
In seinem Herzen stach es ob diesen Verrats.
Der Mann spürte plötzlich etwas Feuchtes auf seiner Wange.
Der Kleine leckte mit seiner Zunge durch sein Gesicht und strahlte ihn danach an.
„Je mehr Menschen ich kennenlerne“, sagte der Mann und streichelte sein Gegenüber liebevoll, „desto mehr gefallen mir die Hunde.“

Superfliege: „Freunde und Fallen“

„Das ist kein Umgang für dich, Kind. Das sind keine Freunde, die nutzen dich nur aus, weil wir was Besseres sind als sie! Sie wollen sich nur auf deine Kosten mit dir schmücken!“ Diese Worte hörten die Kinder immer wieder. In ihrer Kinderwelt konnten sie nicht verstehen, was ihre Mutter damit meinte! Jedes Kind ging mit der aussage der Mutter verschieden um, doch meistens ging es an einem Ohr rein, und am anderen wieder raus! So richtig nachgedacht haben sie nie darüber!
Bei einem Kind fingen nachts die Träume an. Immer wieder häuften sie sich, und es konnte, genau wie mit der aussage der Mutter, sie nicht richtig einordnen. Das Kind träumte davon, entweder von einem Hochhaus oder einem Berg zu fallen. Doch nie kam es unten an, es viel und viel, und durch dieses unangenehme Gefühl wurde es wach! Über Jahre wurde das Kind immer wieder mit den Träumen konfrontiert. Doch keinem hat es seine Träume erzählt. Irgendwann hörten die Träume auf, und auch die Ermahnungen der Mutter wurden immer weniger!
Das Kind wuchs heran zum Teenager. Oftmals glaubte es in einem Menschen einen Freund gefunden zu haben, aber mit der Zeit sah es ein, dass es keine wahren Freunde sind! Irgendwas passierte immer, das die Meinung revidierte. Da sich Körper und Geist noch im Wandel befanden, machte es ihm nichts aus, das der Freundeskreis ständig wechselte! Der Teenager war sehr beliebt, und so suchten viele den losen Kontakt zu ihm. Wirklich allein war er nie. Nur einmal merkte er vorübergehend, dass sich alle bis zur Klärung der Sache von ihm distanziert hatten! Es gab ihm einen kleinen Denkanstoß, aber nach der Klärung der Sache, war alles schnell vergessen.
Der Teenager wurde Erwachsen, und stand mit beiden Beinen fest im Leben. Er übte einen Beruf aus, der ihm Spaß macht, und hatte einen großen Bekanntenkreis. Er war in dem Glauben, all seine Bekannten seien auch seine Freunde. Lange brauchte er, um festzustellen, dass er für viele seiner Freunde nur Mittel zum Zweck war. Sie benutzten ihn schamlos, um an ihr Ziel zu kommen. Jedes Mal wenn er merkte, dass dies wieder geschah, hatte er das Gefühl, den Boden unter den Füßen weggezogen zu bekommen, und zu fallen wie in seinen Kinderträumen. Er fiel und fiel und kam nie unten an!
Je mehr Erfahrung er damit machte, umso vorsichtiger wurde er seinen Mitmenschen gegenüber. Längst titulierte er nicht jeden Bekannten mehr als Freund. Immer mehr zog er sich zurück. Die äußere Fassade stimmte immer noch, er war Liebeswert und freundlich. Bei allen gerne gesehen. Näher ließ er keinen mehr an sich ran. Er wollte nicht mehr Enttäuscht werden. Das Wort „Freund“ hatte er schon längst aus seinem Wortschatz gestrichen.
„Schade“ dachte er irgendwann! In deiner Kindheit sollst du dir Freunde suchen, aber nur die Richtigen. Aber wer und wie sind die Richtigen, das hat man ihm nie beigebracht. „Freunde das ist so ein komplexes Wort, das beinhaltet so viel. Ehe er noch mal jemanden in seinem Leben als Freund bezeichnete, musste er durch viel gute und schlechte Lebenssituationen gehen. Freund das ist mehr als nur ein Partner, mit dem man gemeinsam durch das Leben geht. Freund ist jemand dem man blind vertrauen kann, der einen Zuhört, mit dem man weinen und lachen kann! Mit einem Freund streitet man sich, und versöhnt sich wieder. Mit einem Freund kann man über alles Reden, und doch weiß man, dass jedes gesagte Wort bei ihm sicher aufgehoben ist.
Es klingt wie eine Liebeserklärung aber es ist eine der ganz anderen Art!
Ein Freund ist eine einzige Seele die in zwei Körpern wohnt! (Zitat von Aristoteles)

Kreatves Schreiben

Syntronica: „Wenn das Laub fällt“

Wenn das Laub fällt, fließt auch der Regen als großer Fluss durch die Seelen, der einsamen Menschen, die im Sommer versucht haben, jemanden für das gemeinsame Nest zu finden, doch leider gescheitert sind.
Laub fällt auf sie hernieder und hindert sie am Fliegen. So kommen sie nicht über sich hinaus. Und das Laub wird immer mehr und dadurch bedingt wird es schwerer.
Es lastet auf den Vögeln.
Bald kommt auch noch der Winter, der die müden und verletzten Knochen mit Eiseskälte quält.
Das Herz derjenigen, die niemanden anderen zu wärmen haben, erfriert fast und ihre machen Winterschlaf.

Superfliege: „Wenn das Laub fällt“

„Ich habe euch Monate lang getragen, ich habe euch geboren und wachsen lassen“, sprach der Baum zu seinen Blättern. Nun ist es an der Zeit, dass sich unser Lebensweg trennt. Wir haben eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht, und viele Dinge erlebt. Ich durfte euch wachsen sehen, spüren wie ihr euch im Winde wiegt, und bei jedem Regenschauer aufs Neue erwacht und grünt.
Wir haben Vögeln ein Zuhause geboten, und die Jungtiere aufwachsen sehen.
Es waren wundervolle Momente, und zum Abschluss sollt ihr euer schönstes Kleid tragen, und euch im Winde ein letztes Mal wiegen.
Auf dieses Abendteuer waren die Blätter am meisten gespannt, hatten sie doch die meiste Zeit nur ihr grünes Kleid getragen. Jedes Blatt, so sagte der Baum, durfte sich seine eigene Farbe aussuchen. Jubelnd probierten die Blätter alle Fassetten aus, die es gab. Langsam, ganz langsam begannen sie mit dem wechseln ihrer Kleider. Es war so spannend und toll, so viele schöne Farben standen zur Auswahl. Man schaute nach rechts, man schaute nach links. Was machen meine Brüder und Schwestern, wofür entscheiden sie sich? Man schielte hinüber zu den anderen Bäumen, ob dort derselbe Vorgang vonstatten ging. Je mehr Wochen ins Land gingen, umso mutiger wurden sie, was die Wahl der Farben anging! Aber letztendlich fand doch jeder das passende Kleid für sich!
„Jetzt beginnt das große Finale“, sprach der Baum. „Tanzt euren schönsten Tanz, wiegt euch im Winde, wie ihr es noch nie erlebt habt.“
Beim nächsten Windstoß begannen die ersten Blätter damit. Im Takt vom rauschen des Windes ließen sie die Zweige los, und wirbelten durch die Luft. Es war das größte und schönste Erlebnis was sie je erfahren durften.
„Und nun“, dachten sich die bunten Blätter, „was passiert jetzt?“ War das alles, ist das das Ende?
Ängstlich waren sie nicht, denn nach diesem Flug waren sie so glücklich, dass man sich zusammenlegte und noch mal von dem erlebten erzählte.
Kinder kamen und suchten sich die schönsten daraus aus, um sie mit nach Hause zu nehmen. Viele Spaziergänger kamen vorbei, und bewunderten die schöne Pracht. Stolz lagen sie da, wie ein Teppich auf dem Asphalt.
Der Wind spielte weiter mit ihnen, und pustete sie hin und her. Am Fuße des Baumes an einer Wurzel blieben sie gemeinsam liegen.
Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz für den Winter, kam der Igel daran vorbei. „Das ist es, was ich gesucht habe“, dachte er und jubelte auf. „Hier ist ein schönes buntes Plätzchen, wo ich die nächsten Monate bleiben kann“. Wohlig kroch er hinein, und verbrachte dort seinen Winterschlaf.
Der Baum schaute zurück auf die vergangenen Wochen und Monate. Er erfreute sich den ganzen Winter darüber, über den schönen Abgang seines Kleides. „Das sind die schönsten Momente für mich“, dachte der Baum. „Wenn das Laub fällt, und alle Blätter ihren schönsten Tanz tanzen“

china-zensur-klein

Durch Zufall stieß ich gestern darauf.

Dieses Blog (Syntronica.net – SynPress) taucht in der „schwarzen Liste“ der chinesischen Zensurbehörde auf und kann von China aus nicht angeschaut werden.

Dies habe ich durch den Service „Great Chinese Firewall“ prüfen lassen.

Andere meiner Domains, die ich prüfen ließ, sind auch auf der „schwarzen Liste“.

Ich vermutet, dass dies so ist, weil ich mich kritisch zur Haltung China zum Dalai Lama geäußert habe, möglicherweise aber auch, weil ich an der Aktion „Free Burma!“ teilgenommen habe.

Oxygene

Was bedeutet es, glücklich zu sein?
Jemanden zu lieben, gleichzeitig aber auch zu wissen, dass man von dieser Person auch geliebt (und begehrt) wird.
Auch zu wissen, dass diese Person die andere vermisst, wenn sie nicht in ihrer Nähe ist.
Gleichzeitig zu wissen, dass diese Person sich auf ein Wiedersehen freut.
„Glücklich sein“ heißt aber auch, dass man sich auf die geliebte Person zu hundert Prozent verlassen kann. Es muss absolutes Vertrauen herrschen.
Es bedeutet aber auch, dass man von der anderen Person weiß, dass man nie von ihr (willentlich) verletzt wird.
„Glücklich sein“ bedeutet weiterhin, zu wissen, dass Versprechen eingehalten werden und dass die andere Person die Wahrheit spricht.

Leicht verärgert

Vor kurzem ist herausgekommen, dass Bischof Müller, Regensburg, einen Priester in Riekofen auf Kinder losgelassen hat, von dem bekannt war, dass er wegen Kinderschändung – politisch korrekt: Kindersmissbrauch – verurteilt war.
Angeblich war der Priester als geheilt aus der Psychiatrie entlassen worden.

Man hätte ihn nicht als Priester einsetzen dürfen, alleine schon wegen der Messdiener.

Als die Sache herauskam, hat der zuständige Bischof erstmal geschwiegen und die Aussage verweigert.

Heute versuchte er, sich wieder reinzuwaschen.

Er ist sich keiner Schuld bewusst. Er sagte sogar, dass Jesus Jünger berufen habe, die ihn später verraten hätten.

Darauf angesprochen, man hätte den pädophilen Priester irgendwo anders einsetzen können, meinte er: „Es gibt keine kinder‑ und jugendfreien Räume. Auch im Altersheim besuchen die Enkel ihre Oma und im Gefängnis kann man den Kindern der Angestellten begegnen.“

Mir läuft die Galle fast über.

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Dietmar Schneidewind ist Journalist bei der European Press Federation

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