Artikel-Schlagworte: „Schulungen“
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Wenn man viel – wie wir – auf Tagungen und Kongressen unterwegs ist, trifft man sich nach dem „Arbeiten“ auch in „privater Atmosphäre“ mit den Teilnehmern.
Das ein oder andere Gespräch tangiert das Geschäftliche, aber man lernt sich auch persönlicher kennen.
Wir gehen gerne die Stadt oder Nachbarstädte erkunden, in denen oder deren Nähe sich der Tagungsort befindet, besorgen uns auf oft schon im Vorfeld Informationen über die Stadt und die kulturellen Highlights.
Wenn die Zeit es zulässt, und die lässt es (fast) immer zu, wenn man will, kann man sich die kulturellen Highlights anschauen.
Auch gehen viele Kollegen mit dorthin.
So kann man viel mitnehmen, auch außerhalb der Tagung(sorte).
Ein positiver Nebeneffekt ist, dass man Bekannte und Freunde hat nach der Tagung und auch so durch soziale Kontakte Verbindungen zu Firmen aufnimmt oder später aufnehmen kann, um Geschäfte zu tätigen.
Es gibt noch andere Kollegen bei den Tagungen – diejenigen, die im Hotel bzw. am Tagungsort bleiben und dort verharren.
Dies sind diejenigen, die sich während Gesprächen, teils geschäftlich, teil privat, „voll laufen lassen“, also viel Alkohol konsumieren und am nächsten Tag nicht alles verfolgen können.
Bei diesen Leuten handelt es sich aber um solche, die die Tagung ausnutzen, um sich zu betrinken – Manche von der gleichen „Sorte“ gehen auch ins Bordell. – , aber nach außen hin vorgeben – vor allem zurück im „Heimatunternehmen“ – die Tagung hätte etwas gebracht, und sie wären mit vielen neuen Ideen im Gepäck zurückgekommen.
In Wirklichkeit haben diese aber nichts zur Tagung beigetragen, weil sie bedingt durch den „Haarspitzenkarrthar“ der Tagung nicht mehr folgen konnten und auch nicht diskutiert haben.
Highlights sind sozialer Natur, nicht alkoholischer!

„Die selbstüberschätzte Inkompetenz“ wird auch als „Dunning-Kruger-Effekt“ bezeichnet.
Der Dunning-Kruger-Effekt ist eine Form der kognitiven Verzerrung und beschreibt die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen.
Die populärwissenschaftliche Bezeichnung geht auf eine Publikation von David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahr 1999 zurück.Dunning und Kruger hatten in vorausgegangenen Studien bemerkt, dass etwa beim Erfassen von Texten, beim Schachspielen oder Autofahren Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen.
An der Cornell University erforschten die beiden Wissenschaftler diesen Effekt in weiteren Experimenten und kamen 1999 zum Resultat, dass weniger kompetente Personen
- dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen,
- überlegene Fähigkeiten bei anderen nicht erkennen,
- das Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht zu erkennen vermögen,
Eins der Probleme von Imkompetenten spielt sicherlich auch deren Narzissmus, denn inkompetente Personen neigen auch dazu, sich gegenüber Anderen, die sie als inkompetent ansehen, zu profilieren und sich zu feiern.
Aufgrund ihrer massiven Selbstüberschätzung neigen Inkompetente dazu, nichts an sich zu tun bzw. Weiterbildungen zu besuchen.

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, ist eine „Volksweisheit“.
Dies soll die Ausrede – vor allem der Lehrer – sein, mit den Schülern auch mal „unsinnigen“ Unterricht zu machen.
Wenn es allerdings so wäre, dass man in der Schule fürs Leben lerne, wieso beklagen die Arbeitgeber dann die „Unwissenheit“ der Auszubildenden in spe?
Der Ausspruch heißt im Original von Seneca: „Non vitae, sed scholae discimus.“.
Das bedeutet etwas Anderes als das, was man kennt: „Nicht fürs Leben, sondern für die Schule lernen wir.“.
Seneca kritisierte die römischen (Philosophen‑) Schulen.
Anstatt Dinge zu lernen, die im Leben nützlich sein können bzw. sind, ging es der Schule nur darum, wie Seneca sagt, Kinderspiele zu spielen, die nichtssagend seien und die die Kinder nur abstumpften. Er widersprach in ironischem Ton nicht, dass die Kinder nichts lernten, sondern bejahte dies noch, indem er allerdings schlussfolgerte, die Kinder lernten, wie man sich „gebildet“ ausdrücke, anstatt richtig zu leben.
Er philosophierte weiter, die Schule sollte einen gesunden Menschenverstand anerziehen, und nicht in dem Luxus übermäßiger philosophischer Fragen ersticken und handlungsunfähig werden. Er nannte es eine Sucht, die Sucht nach unmäßiger Gelehrsamkeit.
In knapp zweitausend Jahren haben die Schulen also kaum etwas gelernt.
Leider immer noch passiert es, dass Schüler in der Bewerbungsphase für die Ausbildung plötzlich kalte Füße bekommen, weil die Schulen ihnen nicht mal den Dreisatz beigebracht haben.
In den Augen der Lehrer und Bildungsreferenten ist es eben wichtiger, komplizierte philosophische Probleme zu wälzen oder komplizierte mathematische Figuren durchzunehmen bzw. kurz vorzustellen, anstatt Dinge durchzunehmen, die die Schüler auf den Beruf vorbereiten.
Sie reden sich dann mit dem verdrehten Zitat Senecas – „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ – aus und phantasieren dann weiter über „wichtige“ Dinge des Lebens.
So werden Schüler erzogen, die möglicherweise viel gelernt haben, aber an der Realität scheitern.
























