Artikel-Schlagworte: „Schwaben“

Die Unschlüssigkeit bzw. Tätigkeitslosigkeit vieler Menschen hier unten in Schwaben löst bei uns sehr oft Unverständnis aus.
Es ist bei den Menschen größtenteils so, dass sie mit den Nachbarn keinen Ärger wollen, sich dafür aber über sein Verhalten ärgern.
So kürzlich geschehen.
Ich bog in eine schmale Straße, in der gerade mal zwei kleine Autos nebeneinander Platz haben, ein, um jemanden abzuholen.
An der Straßenecke stand ein Auto geparkt, und ich musste sehr genau navigieren, damit ich das Auto nicht beim Einbiegen beschädigte. Ich musste mehrmals hin und her fahren, um in die Straße einbiegen zu können.
Die Leute, die ich abholte, beschwerten sich, dass der Nachbar sein Auto seit ein paar Wochen dort parke, und auch eine andere Nachbarin, die spazierenging, äußerte ihren Unmut.
Ich fragte, ob sie dem Nachbarn Bescheid gesagt hätten.
Nein, das hätten sie nicht. Sie regten sich aber sehr über den Parkenden auf.
„Ich würde es ganz einfach machen“, sagte ich, „Ein‑, zweimal warnen und dann die Polizei verständigen.“
„Aber, wir sind doch Nachbarn“, antwortete die Spaziergängerin.
Ich fragte, ob sie sich denn weiter ärgern wolle, oder Abhilfe wolle.
Ich wiederholte, dass man mit dem Nachbarn im ruhigen Ton reden solle und ihn darauf aufmerksam machen solle, dass er sein Auto nicht auf die Straße stelle, weil es dort sehr eng sei. Wenn er nicht reagiere, solle man die Polizei oder das Ordnungsamt rufen und diese die Sache regeln lassen. Ich sagte, anstatt sich zu ärgern, solle man das Übel an der Wurzel packen.
„Ja!“, sagte eine der Beteiligten, „das ist überlegenswert.“
Nach ein paar Wochen fuhr ich wieder an der Straßenecke vorbei.
Das Auto behindert immer noch den Verkehr und steht im Weg.

365 Tage
365 Tage, für die Menschheit ein Jahr, für Glühwürmchen und Herzbeben das erste gemeinsame Jahr in Schwaben!
Unsere Wünsche die uns bewegten, und immer noch bewegen und berühren, trieben und treiben uns immer noch in manch kurz bemessener Zeit mit Menschlichkeit ans Ziel!
Viel haben wir erreicht, wir haben Carla, trotz schwerer Krankheit ein wohlbehütetes Zuhause gegeben! Wir haben ihr beigestanden, sie nicht aufgegeben, und sich nicht selbst ihrem Schicksal überlassen.
Nächtelang ging Herzbeben nachts mit ihr raus, wenn ihr Durchfall sie, als Symptom der Krankheit, ins Freie trieb!
Fing sie an zu lahmen, wurde sie von uns beiden getragen!
Selbst Fledermaus passte sich dem Krankheitsbild ihrer Fußballgegnerin an, und nahm Rücksicht auf sie!
Carla sieht in Fledermaus eine dankbare Verbündete, die ihr das Tor des geliebten Kühlschrankes öffnete!
Wir kämpfen weiter gegen mangelnde Vorbilder, die mediale Grausamkeit und Respektlosigkeit an Schwächeren auslebten!
Dass wir dafür von Außen Unterstützung bekommen, der Zahn wurde uns sehr schnell gezogen!
Lieber steckt man den Kopf in den Sand, nur nichts Verkehrtes machen, und mit der eventuellen Konsequenz leben!
Wir, Herzbeben und Glühwürmchen, stellen uns nicht blind, taub und dumm.
Wir engagieren uns weiter, damit auch die Mauern in einigen Köpfen eingerissen werden, und manch einer seinen Tellerrand sieht, und darüber hinausschauen kann!
„Wo andere Urlaub machen, dort leben wir. „
Ein sehr schöner Satz, und wir haben ihn umgesetzt!
Wir LEBEN unser Leben, so wie wir sind, und beugen uns keinen auferlegten Schablonen!
Durch unsere progressive Art und Weise haben wir manchen Schwaben aus der Reserve gelockt, und Entwicklungshilfe geleistet!
Angekommen sind wir noch lange nicht, jeder Tag bringt für Glühwürmchen und Herzbeben eine neue Herausforderung! Und das, was wir an Höhen und Tiefen in den vergangen 365 Tagen erlebt haben, erlebt manch einer sein Leben lang nicht!
Was uns zusammenschweißt, was uns verbindet, ist unsere innige Liebe und unser gemeinsames pures Glück.
Wir sind neugierig, was die nächsten 365 Tage an Überraschungen für uns bereit hält…
„Langweilig“ und „Langeweile“, das sind die einzige Wörter, die für uns mittlerweile zum Fremdwort geworden sind!

Wir haben von kurzem etwas ersteigert.
Auch im Intersse der anderen Teilnehmer der Auktionsplattform wird man gebeten, eine Kurzbewertung abzugeben. So gibt es dort jeweils bis fünf Punkte für Abwicklung des Geschäfts, Schnelligkeit, Zustand der Artikel, wie es geklappt hat, die Kommunikation usw.
Dann kann man noch eine persönliche Bemerkung dazuschreiben.
Nachdem wir den Zuschlag erhalten hatten, haben wir die Verkäuferin kontaktiert.
Diese hatte leider nur an einem Nachmittag Zeit.
Das Gespräch mit ihr war sehr kurz.
Wir fuhren also hin und holten die Artikel ab und zahlten.
Außer einem kurzen Hallo und „Die Sachen stehen hier draußen.“ passierte nichts. Am liebsten hätte man uns sofort vom Grundstück geschoben, als wir gezahlt hatten.
Bei anderen Verkäufern half man uns bei Einpacken, doch dort nichts.
Wir gaben eine neutrale Bewertung ab und bemerkten, dass die Geschäftsabwicklung schnell vonstatten ging, die Verkäuferin aber gesprächsarm gewesen sei.
Nach ein paar Stunden bekamen wir eine E-Mail:
wissen Sie, dass die Bewertungen die Qualität der Ware, die Schnelligkeit der Abwicklung und z.B. die Genauigkeit der Warenbeschreibung betreffen?
Sie haben einen Teppich ersteigert, der exakt beschrieben war, und den Sie innerhalb kürzester Zeit abholen konnten. Darum geht es in einer Auktion.
Sie haben ein Produkt ersteigert – und kein Kommunikationspaket!
Und Sie bewerten neutral aufgrund „gesprächsarm“ ??? D.h. Sie bewerten nicht neutral, weil die Ware nicht der gekauften entspricht, sondern weil man sich mit Ihnen nicht unterhält?
Ich sehe, Sie haben erst 6 Bewertungen. Bevor ich hier neutral bewerte, informiere ich mich! Ich habe bisher 225 (!) einwandfreie Bewertungen.
Sie waren vor Ort in dem Haus und es ist unschwer zu erkenne, dass das eine Haushaltsauflösung darstellt! Dass man dabei nicht die Zeit hat, sich zu unterhalten, steht wohl außer Frage. Ich werde den Fall melden.
Wir haben uns alle Bewertungen der Verkäuferin angeschaut.
Außer unsere sind diese zwar mit dem Schlagwort „positiv“ bewertet, doch manchmal sind „Zustand des Artikels“ und „Kommunikation“ schlecht bewertet.
Desweiteren fiel uns auf, dass die Verkäuferin keine Zeit hatte, weil sie in den Urlaub flögen, was sich aber in der E-Mail als Haushaltsauflösung darstellte. In dem Haus waren wir übrigens definitiv nicht.
Uns wurde vorgeworfen, dass wir ja erst sechs Bewertungen hätten und wir uns erstmal zu informieren hätten, bevor wir etwas bewerteten.
Das alte Element „Wenn alle positiv bewerten, dann Ihr auch!“ und „Solange wie Ihr so klein seid, haltet erstmal Euren vorlauten Mund!“!
Peinlich wurde dann auch die Aussage „Ich werde den Fall melden.“
Diese Meldung wurde nämlich schon eine Stunde vor der Beschwerde bei uns abgeschickt. Auch hatte sie schon vorher den E-Mail-Text als Antwort auf unsere Bewertung dort eingefügt.
So nicht, „Verehrteste“!
Wir lassen uns nicht unter Druck setzen!
Wir stehen zu unserer Meinung!
By the way: Wir haben unsere Bewertung nicht zurückgenommen.
Wir waren vor kurzem auf einem Mittelalter-Spektakel.
Dort trugen die Schausteller Kleidung und Uniformen wie vor hunderten von Jahren und zeigten dort auch, wie im Mittelalter, das ungefähr vom Jahr 500 bis zum Jahr 1500 ging, gelebt wurde.
Dort musizierten auch Musici, und Gruppen führten etwas auf.
Einige Musici sind völlig aus dem Ruder geschlagen.

Diese Musici benutzen moderne Musikinstrumente wie (von links nach rechts)
- eine Steel-Drum
- ein Cajon
- eine akustische Gitarre
- und einen (elektrisch betriebenenen) Verstärker für die Gitarre.
Im Mittelalter gab natürlich auch keine Turnschuhe.

Und diese „Marke“ mit den drei Streifen, die der Musicus auf dem oberen Foto trägt, auch nicht!

Bei einem Lebensmitteldiskounter, bei dem wir regelmäßig einkaufen, steht:
Unsere Mitarbeiter sind angehalten, sofort eine weitere Kasse zu öffnen, wenn vor Ihnen mehr als fünf Personen an der Kasse stehen.
Am Vormittag war ich dann bei besagtem Diskounter und kaufte ein.
Als ich Richtung der Kassen ging, standen dort an zwei Kassen jeweils mehr als zehn Personen an.
Ich schaute nochmals auf das Schild, auf dem das mit der neu zu öffenenden Kasse bei mehr als fünf Kunden stand, und rief dann: „Könnten Sie eine neue Kasse öffnen?“
Die Kassiererinnen ignorierten dies beflissentlich.
Die Schwaben – Sie sind ja nicht Leute des klaren, direkten Wortes. – in den beiden Reihen taten so, als hätten sie nichts gehört.
Einige schauten weg, andere mich so an, als wollten sie das von mir Gesagte im Nachhinein zurücknehmen. In ihren Augen stand: „Sag nichts!“
Ich wiederholte mein Anliegen. Nun schauten mich die anderen an der Kasse schon „bohrender“ an. Ihnen behagte mein Nachhaken nicht.
Die Kassiererinnen reagierten immer noch nicht.
Ich startete einen weiteren – etwas lauteren – Versuch: „Bitte öffnen Sie eine weitere Kasse. Hier stehen mehr als fünf Personen.“
„Wir haben kein Personal“, keifte mich plötzlich eine der Kassiererinnen an.
Ich antwortete: „Das, was hier auf dem Schild steht, ist eindeutig. Dort steht nicht, dass dies vom Personal abhängig ist.“
Die Kassiererin verdrehte die Augen und wiederholte, dass sie kein Personal hätten.
Ein alter Mann, der in der Reihe stand, meinte: „Sie hören doch, dass die hier kein Personal haben. Mehr als arbeiten können die auch nicht.“
„Das ist mir egal“, antwortete ich, „Hier steht etwas Eindeutiges.“
Der Mann wurde etwas böser und erklärte mir auf schwäbisch, dass ich mich gefälligst zurückhalten solle, denn so etwas, wie ich es machte, gehöre sich nicht.
Moral und Anstand eben!
Ich ignorierte den Mann und rief etwas lauter: „Was ist denn jetzt mit der Kasse? Als Alternative könnten sie das Schild abhängen. Bei anderen Diskountern bekommt man übrigens einen Gutschein über € 2.50, wenn nicht alle Kasse geöffnet sind und man länger als fünf Minuten warten muss.“
Eine der Kassiererinnen klingelte, was bedeutet, dass eine neue Kasse zu besetzen ist.
Von hinten – aus dem Aufenthaltsraum ? – kam jemand und öffnete eine neue Kasse.
Der alte Mann, der mich zurechtweisen wollte, versuchte, sich an mich vorbei zur neueröffneten Kasse zu drängeln, schaffte es aber nicht.
„Mooomeeent!“, machte ich langgezogen und überholte ihn, so dass ich der erste an der Kasse war, „ich habe für diese Kasse gekämpft. Sie haben sich verbal gegen mich gestellt. Sie hätten noch Stunden gewartet.“
Er schaute mich pikiert an, sagte nichts.
Ich kam als erster dran, bezahlte und ging.
So habe ich – wie wir aus Nordrhein-Westfalen es immer machen – wieder Entwicklungshilfe geleistet.

Ein schönes Schloss fürwahr, doch leider im falschen Besitz.
Kurz darauf steht der Plan – die Einnahme des Schlosses.
Codewort: „Operation Schloss Glühwürmchen und Herzbeben“
Voller Elan sind wir gestern nachmittag ins Auto gestiegen und haben uns erstmal die Neckar-Alb-Sternwarte in Nürtingen angeschaut.

Etwas enttäuscht von der „Größe“ sind wir dann weiter zum Astronomie-Lehrpfad nahe Erkenbrechtsweiler gefahren.
Dahin wollten wir nämlich. Da wir aber sowieso durch Nürtingen fahren mussten, haben wir kurz bei der Sternwarte Halt gemacht.

Mit dieser Sonnenuhr – „Reifenmodell“ – beginnt der Lehrpfad.
Eine Eimheimische sagte auf Nachfrage: „Wenn Sie einbiegen, sehen sie dort die Brille.“
Das wollten wir nur erwähnt haben.
Der Lehrpfad besteht aus einem Beton-Weg zwischen Feldern, auf dessen Rand Schautafeln angebracht sind.

Diese seien laut Astronomischer Vereinigung Nürtingen maßstabgetreu voneinander entfernt.
Dies erklärt auch, warum nach der Schautafel über den Planeten Jupiter nichts mehr kommt, denn die Abstände der äußeren Planeten werden immer größer.
An einer Wegkreuzung geht es zu einer Tafel, auf der die Andromeda-Galaxie (M 31 bzw. NGC 224) zu sehen ist.

(Astro-Lehrpfad mit Schautafel (links) am Wegesrand)
Die Schautafeln zeigen (interessante) Informationen zu den Planeten.
Mehr als die am Wegesrand angebrachten Schautafeln gibt es allerdings nicht zu sehen.
Wir vermuten, dass auch Miniaturen der Planeten als Kugel zu den Schautafeln gehörten, denn beim Jupiter ist eine silberfarbene Kugel noch vorhanden.
Nicht wirklich sinnvoll ist auch die Anbringung der Tafeln.
Man kommt von der Sonnenuhr, die auch gleichzeitig die Sonne sein soll, und geht dann Richtung der Planeten.
Die Schautafeln weisen aber zur entgegengesetzten Richtung, d.h. man sieht beim Gehen die Rückseiten.
Den Astronomie-Lehrpfad kann man besuchen, muss man aber nicht.
Eins hat uns allerdings gefallen.
Die Weite der Landschaft ist wunderschön anzuschauen.

Rechts oder links … zwei Wege treffen aufeinander … und ein Rudel Menschen steht mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn an der Weggabelung.
Zielstrebig steuern wir drei – Herzbeben, Glühwürmchen und Carla – auf den Wegweiser zu, sahen die großen Fragezeichen auf den Schultern der Touristen, wo vormals Köpfe waren, und entschlossen uns spontan als Entwicklungshelfer für diese Region unsere Arbeit aufzunehmen.
Carla schlug den linken Weg ein, und der Tross Touristen setzte seinen Weg in diese Richtung fort.
Muss ja so sein, wenn Drei so zielstrebig darauf los eilen!
Am Fernsehturm sahen wir die Gruppe mit überglücklichen, dankbaren Gesichtern, da sie ihn gefunden hatten.

So sind nun mal Menschenrudel, die ein klares Ziel brauchen!
Nur ein selbstbewusstes Auftreten, von nichts eine Ahnung, und davon ganz viel, schön verpackt und alle folgen!
























