Artikel-Schlagworte: „Vergangenes“

DenkscheibenSammelpunkt

Wir – Glühwürmchen und Herzbeben – haben in dem Artikel „Ich würde ja, aber …“ berichtet, welchen Eindruck wir auf unsere Zeitgenossen – Bekannte und  – gemacht haben, als wir gewagt haben, unseren gemeinsamen Weg in der „Ferne“ zu gehen.
Wir haben unsere alltäglichen qualvollen tretmühlenhaften Spiralen verlassen und sind absolut glücklich darüber, wie wir nun leben.

Absolut glücklich!

Am vorigen Wochenende – 13.3.09 bis 15.3.09 – haben wir wieder während eines Aufenthaltes in Nordrhein-Westfalen mit unseren Zeitgenossen gesprochen und ihnen berichtet, wie es uns ergangen ist und wie erfolgreich unser Weg ist.

Man hörte uns interessiert zu …

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Kreatves Schreiben

Superfliege: „Ein vergilbtes und weißes Blatt Papier“

Zwischen zwei Zeiten verbrachte ich eine Weile mit Dir.

„Ich will mein Leben mit Dir teilen“

geschrieben auf einem weißen Blatt Papier, das nun  vergilbt ist.

Wir teilten den Raum, wir teilten den Atem.
Teilten den Tag und teilten die Nacht.
Der Klang der Stimmen war wie in den Ohren.
Kein Weg war zu weit, um ihn gemeinsam zu beschreiten.
Kein Berg zu hoch um nach oben zu gelangen.
Unsere Hände ließen keinen los und fallen.

Zeit ließ weiß verblassen.

Farblosigkeit brachte der Alltag mit sich.
Liebe wurde zum alltäglichen und wurde nicht mehr geschätzt.
Der Alltag brachte die Stille mit sich.
Die Klänge der Stimmen wurde nicht mehr wahrgenommen.
Keine Decke konnte mich mehr erwärmen, wie Du mich einst erwärmt hast.
Der einst gemeinsame Weg verlief parallel.
Der Blick nach vorne ging in unterschiedliche Richtungen.

Zweisamkeit wurde zu Einsamkeit.

„Es ist vorbei“ geschrieben auf einem weißen Blatt Papier.

Syntronica: „Ein vergilbtes und ein weißes Blatt“

Beim Aufräumen fand er das vergilbte Blatt, irgendwo ganz unten in einer Schublade.
Er hielt inne, denn das vergilbte Blatt erzählte von ihm, einem, der aufrecht ging und stand und lächelte, seine Augen strahlten voller Freude, er fühlte sich wohl.
Das war schon einige Zeit her.
Er dachte daran, wie es war. Kurz strahlten seine Augen und er lächelte mal wieder, doch kurz darauf wurden seine Gesichtszüge wieder schlaff und seine Mundwinkel bewegten sich ein Stückchen nach unten, die Augen wurde ausdruckslos und dunkel.
Neben ihm lag ein weißes, unbeschriebenes Blatt Papier.
Er dachte darüber nach, was wohl darauf stünde, ein paar Jahre später …

Holzauge, sei wachsam!

Wir brauchen verrückte Menschen.
Seht, wohin uns die normalen gebracht haben!

Von hier nach da

Zu lange waren wir beide – Glühwürmchen und Herzbeben – unabhängig voneinander in Tretmühlen gefangen.

Unser Wille, die kratzenden und schmerzenden Mühlsteine zu verlassen, ist durch unsere gemeinsame, grenzenlose Liebe „synergetisch“ angestiegen, als wir beide uns immer wieder angespornt haben, die qualvollen Alltäglichkeiten zu verlassen.

Gemeinsam haben wir unsere Ketten zerrissen, um die Welt zu gewinnen, unsere Welt.

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Neue Wege sind wir beide gegangen.
Neue Wege in einen anderen Teil von Deutschland.

Gemeinsam über Brücken gegangen, die hin und wieder über tiefe Schluchten der Arroganz der Einheimischen gingen.
Abschrecken lassen haben wir – die „Reing’schmeckten“ – uns davon nicht.

Im Gegenteil!

Menschen, die wie wir auch nur als „Gastarbeiter“ in diesem Landesteil angesehen werden, erkennen wir an Gesten und am Blick.
Die Herzlichkeit, die wir – Glühwürmchen und Herzbeben – ausstrahlen und die wir ihnen entgegenbringen, bekommen wir uneigennützig von ihnen zurück.
Beim Besuch eines Kaffee-Shops wurden wir spontan von einem Landsmann aus zum Kaffee-trinken eingeladen.
Einig waren wir uns direkt, auch wenn man uns nur als Gäste ansieht.

Denn wir bleiben, dafür sind wir zu gerne hier.

halt-die-lampe

Halt die Lampe!

Einige Rechte: www.pixelio.de

Über mache dir keine Sorgen,
dem Kommenden wende dich positiv zu!

(Tseng Kuang)

Der Himmel ist blau
Und der Rest deines Lebens liegt vor dir
Vielleicht wär es schlau
Dich ein letztes Mal umzusehen
Du weisst nicht genau – warum
Aber irgendwie packt dich die Neugier
Der Himmel ist blau
Und der Rest deines Lebens wird schön

Du hast ein gutes Gefühl
Du denskt an all die schönen Zeiten
Es ist fast zu viel
Jetzt im Moment neben dir zu stehen
Du hast kein klares Ziel
Aber millionen Möglichkeiten
Ein gutes Gefühl
Und du weisst es wird gut für dich ausgeh’n

Der Himmel ist blau

Der Himmel ist blau

Die Welt gehört Dir
Was wirst du mit ihr machen
Verrat es mir
Spürst du wie die Zeit verrinnt
Jetzt stehst du hier
Und du hörst nicht auf zu lachen
Die Welt gehört Dir
Und der Rest deines Lebens beginnt


Der Himmelist blau …

Kreatves Schreiben

Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

„Als ich im Sommer den Duft der Veilchen vernahm“

„Ah!“, machte es neben mir und ich schaute mich um.
„Na, Patience?“ fragte ich uns lächelte die braunhaarige Frau an, „Habe ich dir zu viel versprochen?“
„Non, mon amour“ antwortete sie und streichelte meinen Arm, „hier ist es sehr schön.“
Sie küsste mich auf die Lippen. Bald blieb mir der Atem weg.
Ich ruderte mit den Armen und begann zu schielen, doch Patience hatte die Augen geschlossen und genoss den Kuss mit jeder Sehne ihres Körpers.
Ich schaffte es schließlich, meine Lippen vor ihren zu lösen und atmete erstmal durch.
Wahrlich eine Frau, die einem den Atem nahm.
Arm in Arm saßen wir einige Zeit auf der Terrasse und bewunderten die wunderschöne Landschaft.Patience war begeistert und konnte ihre Augen kaum von ihr lösen.
Obwohl wir unter einem Sonnenschirm saßen, lief mir bald der Schweiß über die Stirn. Sie bemerkte dies und grinste schelmig.
„Sollen wir etwas spazieren gehen?“ fragte ich.
„Oui, naturalement“, antwortete sie wieder auf Französisch. Dies tat sie sehr oft, um mich zu motivieren, meine französischen Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie konnte aber auch hartnäckig sein, wenn ich partout nicht reagieren wollte. Dies konnte in eine Kissenschlacht ausarten.
Sie stand auf, nahm mich bei der Hand und führte mich hinaus.
Wir wanderten durch die sonnendurchtränkten Felder und genossen den langem Urlaub, der noch drei Wochen dauern sollte. Endlich unser wohlverdiente Urlaub, wie hatten wir uns gefreut.
Endlich machte uns niemand einen Strich durch die Rechnung.
Sie trug ihren Strohhut, ich meinen Lederhut. So konnte uns die Sonne nichts anhaben.
Nach einigen Kilometern Marsch kamen wir an ein Feld, das einer Gärtnerei gehörte und der Geruch der Veilchen zog uns in die Nase.
„Merveilleuse, des violettes“, bemerkte Patience, wieder mal auf Französisch und beugte hinunter, um den Duft besser genießen zu können.
Eine Frau um die Fünfzig kam uns entgegen und schaute uns an, während wir mal wieder im Küssen vertieft waren und sie erstmal nicht bemerkten.
Irgendwann lösten wir uns und bemerkten die Frau, die in unserer Nähe stand, jedoch irgendwo anders hin schaute.
„Ein schöner Tag“, sagte ich verlegen und fragte mich, seit wann die Frau hier stand.
„Ja, ein schöner Tag“, kam die Antwort, dann drehte sie sich um, und hielt uns einen Veilchenstrauß entgegen.
Wir zögerten, doch sie lächelte sehr freundlich und meinte: „Keine Angst, nehmen Sie ruhig. Mir gehört die Anbaufläche.“
„Ähm, ähm, ja, ähm, danke, vielen Dank“, sagte ich berührt und – das passiert mir nicht oft – nach Worten ringend.
Die Frau lächelte uns freundlich an und sagte: „Ich habe sie gerade gesehen, als ich die Bewässerungsanlage kontrollieren wollte. Ihre Augen strahlten so vor Liebe, da musste ich Ihnen einfach ein Geschenk machen.“
Patience, eigentlich auch nicht auf den Mund gefallen, war sprachlos und zog es vor, rot anzulaufen.
Sie berichtete nachher, mir wäre es auch so ergangen.
Der Duft der Veilchen.

Nun sitze ich hier auf der sonnenreichsten Insel Deutschlands und schaue auf die Rapsfelder.
Die Frau im Nachbarhaus hat von ihrem Mann einen Strauß Veilchen geschenkt bekommen und tat ihrer Freude allen Nachbarn kund.
Der Duft der Veilchen in meiner Nase, die Blumen in meiner Nähe, doch Patience war schon lange fort.

Kreatves Schreiben

Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

„Als Besucher in der Heimat“

Lange war es her, seitdem er hier gewesen war, in dem kleinen Örtchen in Sachsen-Anhalt.
Über fünfunddreißig Jahre war es her, als seine sich Eltern entschlossen hatten, aus der sich formierenden DDR zu flüchten.
Der große Bauernhof mit den vielen, großen Feldern sollten zwangskollektiviert – so hieß der Diebstahl bei den Kommunisten – werden.
Der Pascha, wie man seinen Vater wegen der vielen Ländereien nannte, und seine Frau packten das Nötigste zusammen.
Der Pascha, seine Frau und die drei Söhne flüchteten während der Nacht in den Westen.
Sie kamen ins Auffanglager und dann irgendwann in einen kleinen Ort im Westmünsterland, im Zollgrenzbezirk nahe der niederländischen Grenze.
Ihnen wurde nichts geschenkt, sie arbeiteten schwer, und nach ein paar Jahren konnten sie sich ein kleines zweistöckiges Haus bauen.
Er ging von zu Hause weg und suchte sich erst im Ruhrgebiet, dann im östlichen Teil des Münsterlandes Arbeit.
Dort lernte er auch seine spätere Gattin kennen.
Seine Gattin und sein Sohn kannten alle Verwandten, aber nicht die, die im Osten geblieben waren, also nicht „rüber gemacht“ hatten, doch das sollte sich ändern, als einer der Cousin aus dem Osten seine Silberhochzeit beging.
Anfang der 1980er-Jahre begab er sich mit seiner Frau und seinem volljährigen Sohn zur Silberhochzeit seines Cousin nach Sachsen-Anhalt.
Es war eine schöne Feier und Freundschaften begannen, die bis heutzutage noch hielten.
Nun stand der Sohn des Paschas nach knapp fünfunddreißig Jahren wieder vor seinem Elternhaus, dem ehemaligen Bauernhof und vor Freude liefen ihm die Tränen über das Gesicht.
Heimat!

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